General d. Int. Frhr. v. Freytag-Loringhoven in der „Neuen Preußischen (Kreuz-)
Zeitung‘ (Nr. 103 vom 3. 3. 1921):
Unter diesem Titel bringt Oberst Bernhard Schwertfeger seine verdienstvalle
Prüfung der Brüsseler Aktenstücke zum Abschluß. Er verleiht dem Buche den Untertitel
„Deutschlands Freispruch aus belgischen Dokumenten 1871 bis 1914°, sınd es
ist allerdings ein Freispruch, wie er durchschlagender nicht gedacht werden kann.
Hier sehen wir die Verschwörung gegen Deutschland, wie sie von langer Hand geplant
war, heranreifen, gewinnen Finblick in das Urteil der belgischen Diplomaten, die voll
Sorge den Frieden Europas mehr und mehr bedroht sehen und immer wieder betonen,
daß die deutsche Politik und vor allem Kaiser Wilhelm alles an die Erhaltung des
Friedens gesetzt haben. Durch alle Phasen der Entwicklung, die uns der Verfasser,
mit Recht mit der Errichtung des Deutschen Reiches beginnend, vorführt, zieht sich
das Bekenntnis unparteiischer Richter von der völligen Schuldlosigkelt Deutschlands.
Das Buch kommt wie selten eines eben jetzt zur rechten Stunde.
...Was wollen alle Fehler und Irrtümer der deutschen Politik, was will ihre
Schwäche besagen gegen die Wucht des Anklagematerials von unseren Feinden, die
hier Oberst Schwertfeger allein in diesem einen Bande zusammenträgt! Möchte das
Buch weiteste Verbreitung im deutschen Volke, vor allem aber in Auslande finden.
Deutsche Allgemeine Zeitung (Nr. 59 vom 5. 2. 1921):
Oberst Schwertfeger weist in seinem soeben erschienenen Werk „Der Fehlspruch
von Versailles" nach, daß die Schuld am Weltkriege tatsächlich nicht Deutschland trifft.
Es muß nachdrücklichst darauf hingewiesen werden, daß er diesen Nachweis nicht auf
Grund deutscher Veröffentlichungen führt, sondern daß er dazu die Berichte der Gcsandten
eines kleinen, aber im allgemeinen diplomatisch ausgezeichnet vertretenen
Staates anführt, nämlich Belgiens, die in ihren Berichten immer wieder auf die schweren
Gefahren der politischen Entwicklung Europas und auf die hohe Wahrscheinlichkeit
eines in absehbarer Zeit ausbrechenden Krieges nachdrücklich hingewiesen haben.
Bis in die Sommertage des Jahres 1914 hat kaum einer von ihnen in Deutschland die
Hauptgefahr für den europäischen Frieden erblickt, Vielmehr lassen sie alle erkennen,
daß sie von der französischen Revanchepolitik, vom russischen Panslawismus, von der
Verstrickung der Donaumonarchle in die Wirrnisse der Entwicklung auf dem Balkan
und von der Einkreisungspolitik König Eduards VII. und ihren Fo!gewirkungen alles
Unheil für die Zukunft erwarteten.
...Herr Raymond Poincar6 sagt in einer der letzten Dezembernummern des
„Temps“, daß die deutsche Schuld am Weltkriege die Rechtsgrundlage für Versailles
und die Pariser Beschlüsse bilde. Diese zu erschüttern ist die Aufgabe des Schwertfegerschen
Buches.
Prof. Dr. Georg Karo in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung‘ (Nr. 107 vom
5. 3. 1921):
Man darf behaupten, daß in Deutschland während der letzten Jahre gerade die
wichtigsten Probleme und die entscheidenden Publikationen besonders wenig Beachtung
gefunden haben... Auf der Schuldfrage baut sich der gesamte Vertrag von Versailles
auf; von Ihr hängt die Entscheidung ab, ob wir in Zukunft Fronsklaven der Entente
sein sollen oder nicht. Trotzdem erregt kaum eine wichtige politische Frage bei den
meisten Deutschen so wenig Interesse wie gerade diese. Für Deutschlands Friedensliebe
während der gewitterschwülen Jahre vor dem Kriege und für die Kriegstreibereien
der Entente gibt es eine ganz besonders wertvolle, schier unschätzbare Quelle: die
Berichte der belgischen Gesandten in den europäischen Hauptstädten an ihre Regierung
— Berichte meist hervorragend kluger Diplomaten, denen die gefährdete l.age Ihres
kleinen Vaterlandes inmitten der hadernden Großmächte den Blick für politische
Entwicklungen und Verwicklungen außerordentlich geschärft hatte. Diese Berichte
— wenigstens die aus den letzten fünfzehn Jahren — liegen seit 1919 musterhaft geordnet
vor. Kein Mensch hat außerhalb des kleinen Kreises der Spezialforscher diese
fünf Bände gelesen — aber auch nicht den bequemen Auszug aus belgischen Aktenstüicken,
den uns der Schweizer Historiker Sauerbeck geschenkt hat (Die GroßBmachtspulltik
der letzten zehn Friedensjahre, Basel 1918).
...Nun hat es der hochverdiente Herausgeber jener Dokumente, Oberst Bernhard
Schwertfeger, noch einmal versucht, die öffentliche Meinung in zwölfter Stunde aufzurütteln.
Sein eben erschienenes Buch „Der Fehlspruch von Versailles'‘ gibt auf
wenig über 200 Seiten einen Extrakt der belgischen Aktenstücke, der größte Knapp-24