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gedanken Luther 6, 1905; spitzige sopbisten fündlin
195% es ist ein spitziger kopf, astutus, callidus, versutus
et veterator magnus est Stieler; spitzige
sachen, calliditates. argutiae, argitiolde ebb.; dic
frage ist spitzig Möser Phant. 2, 47; dem briden ist
das rätsel zu spitzig Schiller Fiesko 3, 7; eine weiberscch
ist auch für einen kapellmeister zu spitzig
Kab. 1, 2. ç
Spleiße, f. Span, Splitter, mhd. splize; in Eisenhütten
spleisz. splisz. feuerspleiszen, Funken von sehr
glühendem Eisen Frisch; bair. spleisze Lichtspan
Schmeller. — spleißen, sein spalten, zerteilen; starles
Verbum dunkler Herkunst, dessen eigentliche Heimat wohl
niederdeutsch ist, mnd. spliten, niederl. splijten, altfrief.
splita, engl. sp.it, und das sich erst mhd. als splizen
nachweisen läßt; selten geblieben in allgemeiner Spr.,
intranf.: daz is undir ime spleic Lamprecht Alex.
3177; trans.: nach dem . . durch stolzen wahn im
wissen das arme christenthumb in stücken ist gesplissen
Opitz Grotius’' Wahrheit 317 (nach holländischer Vorlage);
val. 2crspleiszen; mehr in der Spr. des Haushalts
und der Gewerbe; intrans. und refl. das holz ist
gesplissen, hat sich gesplissen Adelung; trans. holz,
faszdanben, dachspüne spleiszen ebd.; einen baum nach
der lünge spleiszen, sammct spleiszen Stieler; bergmännisch
= Metalle im Ofen von einander scheiden
Frisch; (Schiffsjunge) der mit dem splciszen zerrissener
taune .. beschusttigt war Storm zwei Nov. 127. —
spleißig, zu spalten, leicht zu spalten Adelung; bei
Frisch splissig, sissilis.
Splint, m. 1) weiches Kernbolz, neuere Nebensorm
zu spint (s. d.): man hat sie (Spiralgesäße in der Vegetation)
.. besonders im splint gelunden Goethe
55, 102. 2) an Getrieben eiserner Keil, der in das
Loch eines Bolzens gesteckt wird, damit dieser nicht
heraussalle Jacobsson; splintehen bei Tuchmachern,
spitze Hälchen zum Festhalten an der Tuchpresse ebd.;
in schwacher Form, die splinten an Windmühlen Möser
Phant. 3, 243; bei Schmieden splinthammer. Hammer
zum Nagelschmieden. — Splinter, m. niederd. niederl.
nasalierte Form zu eplitter; sphinter, assitla, selidiuia,
aculeus ligneus Kilian; in Zusammensetzungen:
splinternackt; unser splinterneue könig ist toll worden
Rist Perseus 179.
Splitter, m. durch Spleißen entstandenes Stück;
nieder= und mitteld. Bildung zu dem genaunten Verbum,
die ins Mhd. eindringt (die eigentlich mhd. Bezeichnung
ist spelter, zu spalten gehörig) und sich langsam verbreitet,
noch im 16. Ih. oberdeutsch der Erllärung bedürftig
(Luthers splitter wird im Basler neuen Test.
durch spreisz erklärt): bei Schottel die splitter,
sestuea, a.ricmius, sonst Masc.; splitter von holz, glas,
stein, eisen; die splitter dieses bildes Schiller Ränb.
Tranerfp. 2, 3; dasz die lanze in tausend splitter
bruch Wieland Geron 62; von euren bünmen Soll
kcein splitter abgeschlagen werden Benedix Störenfr.
3, 5; sich cinen splitter in die hand stoszen, einzichen;
wenn ein organischer körper einen splitter
linge Goethe Tagh. 1817; in Bildern und Vergleichen:
was sihestu aber den splitter in deines bruders auge,
und wirst nicht gewar den balken in deincm auge?
Matth. 7, 3; wo der grund des glaubens fest bleibct,
werden uns solche splitter, spenlin oder strohalmen
nicht schaden Luther 8, 16°·; süh ich nuch nur cinen
einzigen verunstaltenden splitter aus diesem schönen
kreise herausragen Schiller 1, 311; dic splitter seines
geistes hütten Sie zum gott gemacht Karl. 5, 4; das
Ürmament in splitter (schmettern) Wieland Idr. 3, 135;
nackt els ein splitter, splitternackt, s. nackt 1; ct
der Bibelstelle Matth. 7, 3 splitterriebter, der kleinli
richtet, schon im 16. Ih.: da waren nicht so viel splirterrichter
Nigrinus 1. Cent. P 1b; dazu später erst das
Spleiße — Spliller.
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Verb splitterrichten. — splitterig, Splitter gebend:
splittcriges bolz. ein splitteriges fossil Adelung; älter
splittcricht Stieler. — splittern, in Splitter brechen,
Frustulatin disrumpere, ronzere, quassare ebd.;
das schiff ist vom sturm gesplittert ebb.; glanz der
herrligkeit . für dem der tiefe grund der berge wird
gesplittert Opitz 3, 105; wenn er aueb trockenes hol
fur die bratgans splitterte Voß Idyll. 16, 141; auf
Geistiges übertragen: o ihr tags- und splitterrichter,
sblittert nur nicht alles klcin! Goethe zahme Lenien 5;
— in Splitter geben: das bret splittert, tabula Koce
in frusta ahit Stieler; der feinde lanzen splittern
Goetbe d. Sänger; scheiben klirren, scherben splittern
Schessel Tromp. 277.
Sponde, f. Bettgestell, Lehnwort aus gleichbed. lat.
s bonda: ein sponden Amos 3, 12; landschastlich im
Norden verbreitet, auch bettsponde.
Sporc, s. Keimkorn kleinster Pflanzengebilde, Lehuwort
der wissenschaftlichen Spr. aus griech. sporä, Säen,
Saat, in neuerer Spr. allgemeiner geworden: bilz-,
schimmelsporen. — Sporen, Plur., vgl. sporn. —
Sporer, m. Sporenmacher, mhd. sporare.
Sporn, m. Stachelwerkzeug zum Antreiben eines
Reittiers, Plur. sporen. 1) die Sing.-Form sporn hat
sich erst nhd. für mbd. sporc, spor, abd. sporo (zu spur
und spuren, s. d., und litt. spirti treten gehörig) entwickelt,
unter Einfluß des Plur. sporen, der uhd. sortdauert
(vgl. unten 2); die Form der spor (neben sporn)
noch bei Stieler, wofür das Fem. spore Schottel;
Zwischensorm der sporen ealear Steinbach; (als er)
mit dem einen sporen behangen bliche Zinkgref
2, 5; Ubertritk in die starke Decl., Gen. des sporns,
wozu sich ein neuer Plur. die spornc, spornen und
spörner bildet, der jetzt zu Gunsten der alten schwachen
Plur.-Form sporen wieder verschwunden ist: ich höre
seino spornc klingen AGryphius 1, 739; die spörner
Steinbach; von solchen spornen wird getricben ein
kriegeriscber heldlenmobt Brockes 1, 511. Bed.: im
eigentlichen Sinne, entweder nur eines der für die beiden
Füße bestimmten Geräte meinend, oder zusammensassend
für beide: dem plerde den sporn geben Steinbach:;
der gnädige herr gibt seinem rappen den sporn Schiller
Ränk. 1, 1; hier bedarfs des sporns, der schurlen gerte
Grillparzer 7, 163; übertragen: um lhnen cinen
freundschaftlichen sporn zu geben Issland Mann v.
Wort 3, 4; anders sporn — bestiger, sinnlicher Antrieb,
lebhaster Bewegungsgrund (Adelung), wo es für nicht
pewöhaliches spornung steht (vgl. auch unspor#): cine
eichte gunst wio diese ist der sporn fur edle krieger
Herder Cid 31; es ist für alle nachkontmen ein sporn,
sich der ahnen würdig zu zeigen Moltke 1, 186; es
ist uns cin sporn mehr, die vertragsrechte zu beobachten
Bismarck Red. 16, 176; — von Spornähnlichem:
sporn in cinem schiffe, Joramen quo nialus
immiltilur Steinbach, Vorrichtung zum Besestigen
des Masibaums; beim Brückenbau mit scharsem Eisen
beschlagener Eisbrecher; Gerät bei Drahtplättern, Papiermüllern,
Ziegelbrennern; vgl. auch eissporn; an Tieren,
steiser Stachel der am Schienbeine oben über der Hinterzehe
sitzt, bei Insekten scharser Dorn am Schienbein;
bei Pferden weiche runde Hornwarze am Fessel; bei
Blumen kegelsörmig gekrümmte Verlängerung der Basis
einer Krone; — Name einer Schnecke, turbo caleur.
2) der Plur. sporcn, in älterer Spr. gekürzt sporn:
daz ros ze beiden eporn er num König Laurin 611;
und noch bei Göckingk: als er die sporn ihm gab
1, 259; uhd. gewöhnlich nur in vollerer Form: das
pferd musz sporen baben, mit sporen stechen Stieler;
ich will cuch die zackichte sporen ins fleisch hauen
Schiller Räub. 2, 2; es klingen seinc sporen bell
Lenau 99; nach dem Metall: eiserne, guldenc, silberne
sporcn Stieler; die goldenen als Zeichen der
splitterig — Sporn.