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und einen Theil des Genevois bis an das Flüßchen les Usses umfassen“.
Eine bestimmte Zusage wurde in dieser Audienz weder vom schweizerischen
Gesandten verlangt noch vom Kaiser gegeben; dagegen ward
von diesem die Geneigtheit ausgesprochen, eventuell den von der Schweiz
gegebenen Aufschlüssen und den daran geknüpften Propositionen alle
Aufmerksamkeit zu widmen.
3. Febr. Depesche des englischen Gesandten in Turin an Lord Russell:
Er habe mit Cavour gesprochen. Dieser habe sich über die Anschlußgerüchte
verwundert ausgedrückt; er wisse nichts von ihrem
Ursprung und erstaune über den Meinungswechsel vieler Leute in Savoyen,
die vor dem Krieg einer Einverleibung in Frankreich das Wort
redeten und jetzt dagegen auftreten. Graf Cavour habe hinzugefügt:
Sardinien „habe nicht im Entferntesten die Absicht, Savoyen abzutreten,
umzutauschen oder zu verkaufen“.
4. Schriftliche Antwort Thouvenels an den englischen Gesandten in
Paris, betreffend Savoyen:
„Es ist wahr, daß unter den möglichen Arrangements, die von der
französischen und sardinischen Regierung zu jener Zeit, als sie sich allem
Anschein nach in einem gemeinschaftlichen Krieg gegen Oesterreich Seite
an Seite erblickten, erörtert worden waren, sich auch unter gewissen
Eventualltäten die Abtretung von Savoyen und Nizza an
Frankreich befand. Diese Eventualitäten waren beim Friedensschluß
nicht eingetreten. Derselbe ließ die Gebietsvertheilung Italiens, mit
Ausnahme der Lombardei, in unverändertem Zustande. Es sollten die
verschiedenen Staaten eine Conföderation von rein defensivem Charakter
bilden. Die französische Regierung wünscht nichts sehnlicher,
als daß dieser Plan realisirt werde und es gäbe dann
keine Veranlassung, die Frage irgend welcher Gebietsabtretung an
Frankreich anzuregen. Aber die Sachlage hat sich vollständig verändert
und die englische Regierung hat selber Vorschläge gemacht, die
zu einem von den folgenden zwei Ergebnissen führen müssen. Entweder
spricht sich die Bevölkerung in den Staaten Mittelitaliens zu
Gunsten eines Centralkönigthums aus oder sie besteht auf ihrer Einverleibung
in Sardinien. Im erstern Fall würde Frankreich, weil
diese Lösung dem Charakter des in Zürich getroffenen Uebereinkommens
entspräche, es nicht für nothwendig erachten, für die unmittelbare
Sicherheit der französischen Gränze zu sorgen. Dagegen könnte die
französische Regierung nicht in die Bildung eines über 10 Millionen
Seelen haltenden südeuropäischen Königreichs willigen, ohne für die zukünftige
Sicherheit Frankreichs Vorsichtsmaßregeln zu ergreifen. Dagegen
hat Frankreich nicht die Absicht, diejenigen Bürgschaften
zu verletzen, die Europa als nothwendig für seine eigene
Sicherheit erachtet hat. Durch die Einverleibung Savoyens in
Frankreich würden daher die betreffs der Neutralität von Chablais und
Faucigny bestehenden Verpflichtungen nicht gebrochen werden; ja so
weit Frankreich hierin eine Ansicht aussprechen kann, wäre es besser
wenn diese Distriktebleibend mit der Schweiz verbunden
würden“.
6. Depesche Russells an den englischen Gesandten in Turin:
„Wenn Sie mit dem Grafen Cavour sprechen, sollten Sie ihm kein
Hehl daraus machen, daß es nach der Ansicht der englischen Regierung
ein Flecken im Schilde des Hauses Savoyen wäre, wollte der König
von Sardinien die Wiege seines alten und erlauchten Hauses an Frankreich
abtreten. Wollen Sie ihn ferner darauf aufmerksam machen, daß
wenn Sardiniens militärische Stellung Angesichts der im