Der Kaiser in Jerusalem. 23
des höchsten Herrn und Erlösers verherrlicht, und der Bau
des Reiches Gottes auf Erden gefördert werden soll.
„Jerusalem, die hochgebaute Stadt, in der unsere Füße
stehen, ruft die Erinnerung wach an die gewaltige Erlösungstat
unseres Herrn und Heilandes. Sie bezeugt uns die
gemeinsame Arbeit, welche alle Christen über Konfessionen
und Nationen im Apostolischen Glauben eint. Die welterneuernde
Kraft des von hier ausgegangenen Evangeliums
treibt uns an, ihm nachzufolgen; sie mahnt uns, um glaubensvollen
Aufblick zu dem, der für uns am Kreuze gestorben,
zu christlicher Duldung, zur Betätigung selbstloser Nächstenliebe
an allen Menschen; sie verheißt uns, daß bei treuem
Festhalten an der reinen Lehre des Evangeliums selbst die
Pforten der Hölle unsere teure evangelische Kirche nicht
überwältigen sollen.
„Von Jerusalem kam der Welt das Licht, in dessen Glanz
unser deutsches Volk groß und herrlich geworden ist. Was
die germanischen Völker geworden sind, das sind sie geworden
unter dem Panier des Kreuzes auf Golgatha, des
Wahrzeichens der selbstaufopfernden Nächstenliebe. Wie vor
fast drei Jahrtausenden, so soll auch heute von hier der Ruf
in alle Welt erschallen, der unser aller sehnsuchtvolles
Hoffen in sich birgt: Friede auf Erden! Nicht Glanz, nicht
Macht, nicht Nuhm, nicht Ehre, nicht irdisches Gut ist
es, was wir hier suchen, wir lechzen, flehen und ringen
allein nach dem einen, dem höchsten Gute, dem Heil unserer
Seelen.
„Und wie ich das Gelübde meiner in Gott ruhenden Vorfahren:
2Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienens an