Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Aummer  101

was  uns  den  Wellstirden  bringen  kann,  aber  wescher
Bo  wird  dieser  Friede  sein!  Ein  Hungerfrieden,
#  Err  froh  sein  können,  wenn  wir  unser  schwarzes
bei#ss-  Brot  noch  haben.  Wir  stehen  mitten  in  der
Westhungersnot,  und  die  größte  Vorsicht  ist  notwendig,
damtt  wir  uns  die  Not  vom  Leibe  Halten.

Auslaud.
Der  neue  Präsident  von  Portugal.
*  Lissabon,  29.  4.  (Reuter.)  Sidonio

Paes  wurde  in  allgemeincr,  dicelter  Abstimmung
zum  Präsidenten  der  Nepublik  gewählt.

Foliäische  Nundschan.

Strafantrag  gegen  ein  weiteres
alldeutsches  Heßblatt.
*  Verlin,  29.  4.  Wie  die  Norddeuische  Allgemeine
  Zeitung  meldet,  stlellte  der  Reichskanzler
gegen  die  „Alldeutschen  Blätter“  wegen  des  Arrikels
  „Jur  Reinigung  unseres  öffentlichen  Lebens“
  in  Nr.  17  v.  24.  April  Strafantrag.

Tie  Wirtschaftsverhaudlungen  mit
weiz.

 

 

Berlin,  29.  4.  (Privattelegramm.)  Die
Verhandlungen  mit  der  Sch  ;weiz  über  Erneuerung
des  Wiirisoasteakkemmen  nehmen  ihren  Fortgang.
  Inzwischen  itt  bereits  am  24.  April  eine
Einigung  über  die  Versongung  der  Schwerz  mittels
  amerikanischer  Schifse  erzielt  und  unterzeichnet
  worden.  Diese  Einigung  hat  jedoch  nur  unter
dem  Vorbehalt  Kraft,  daß  auch  das  Wirtschaftsabkommen
  zu  einer  Verständigung  führt.

Banerischer  Landtag.

Regelung  desmil  itärischen  Rente-,
Pension-  und  Hinterbliebenenfürsorgewesens.


In  der  Kammer  der  Argeordneten  brachte  der

 

Abg.  Held  Ztr.  folgende  Interpellation

ein:  Ist  der  K.  K.-Staatsregierung  bekannt,  daß
daß  der  gegenwärtige  Stand  unseresmilitärischen
Rente-,  Pensions-  und  Hinterbliebenenfürsorgewesens
  in  keiner  Weise  den  Anforderungen  der
Zeit  entspricht?  Irt  die
mült  beim  Bunderrat  ungefänmt  Schritte  zu
tun,  die  geeignet  sind,  die  Der  Pen#Ue1
slände  zu  beseitigen?  In  der  Begründung  der
Interxellatien  heiht  e:  „Unfer  militärisches
Rente-Pensions-  und  Hinterb.  ebenenfür.  orgewe- 


  

sen  entspricht  weder  der  g'genwärligen  Zusam-  "
mensetzung  des  Heeres  noch  den  gegebenen  wirtschaftlichen

  Verhältuisten,  noch  den  Grundsätzen
des  modernen  Nech:  öek  fahrens.  Es  keunt  als
Mahstab  nur  den  Dien#grad  des  Mannes,
nimmt  aber  keineriei  Rücksicht  auf  die  berufliche
  und  soziale  Stellung  desselben  und  die  Folgen,
  die  sich  daraus  sür  die  Erhaltung  der  Familie
  ergeben.  Bei  Bemesrung  der  Kiene  werden
die  Wirtsch  äftsberhä.)  imisie  der  Gegenwart  und
der  llächsten  Zulunft  ganz  außer  acht  gelassen.
Weder  die  außerordentliche  Vertruerung  aller
Vebensmiltel  und  Bedarfsgegennände  des  läglichen
  Lebens,  voch,  die  geleigerten  sieuerlichen.
Ansprüche  des  Stae  ates,  noch  der  gesunkene  Kaufwert
  des  Geldes  werden  irgendmie  H#erüclsichtigt.
Das  Rechtsversahren  endlich  trägt  ganz  den
Stempel  einer  reralteten  Neesrechung  und  bblieekratischer
  Allmacht  in  sich.  Die  beeiligten  Kreise
  stehen  dicsem  Sustem  vol  onine  n  unbeholfen
und  wehrlos  gegenübe#,  inebenere  die  Kriegerwilwen-
  Fac#-  und  Jachiunige  Vertretung  ihrer
Ansprüche  durch  Dri#te  wird  nicht  zugelassen.
Diese  Uebelstände  im  Verfahren  müssen  im  vierien
  Kriegsjahre  endlich  beseitigt  werden  durch
Einführung  der  vollen  Oefsfentlicht  eit,  durch
Schaffung  eines  geordneten  Instanzenzugs  ähnlich
  den  Einrichtungen  der  deutschen  Arbeilerversicherungsgesetkgebung
  und  durch  Zulassung  sach- 



re  gierung  im

rem  AUmsange  uns  zu  si.

K.  Stoat  sregierung  ge-EIII


Am  1.  Mai  sind  25

 

Rosenheimer  Aigrgen

lundiger  Verlreter  der  Rechlsansprüche  der  P  be
teiligten  Personen.

Kurze  Anfragen  im  bane  ri  hen
andtag.
In  der  Kammer  der  Abgeordneten  sind  neuerdings
  vier  kurze  Aufragen  eingebracht  worden.
So  wird  in  einer  Anfrage  des  Abg.  Grasberger
  (.33.)  auf  die  Verbitterung  der  Bevölkerung
durch  die  von  Gendarmen  vorgenommenen-  achkontrollen
  über  die  Vorräte  bingem  iesen  und
die  Negierung  befragt,  ob  sie  bereit  ist,  für  die
kommende  Versorgungs  periode  die  Kommunalverbände
  anzuweisen,  daß  bek  kunflig.  Bestandserhebungen
  und  Kontrollen  einhe#itlich  in  jedem
Regierungobezirk  vorgegangen,  auf  Grund  ciner
genauen  Ernteflächenerhebung  und  Ernteergebniofestsetzung
  die  Ablieserungsschulb  nach  Abzug
  von  Saatgut  und  Selbstversorgerquote  festgesetzt

  wird,  diejenigen  Erzeuger,  welche  Ihrer

Ablieserungspflich:  nachgekommen  sind,  von  jeder
  Kontr  besreit  werden,  und  zum  gesamten
Kontrolldienn  an  Stelle  von  Gendarmen  Zioilvertrauensxersonen,
  ctwa  Kriegebeschädigte,  aus
Kommunalverbandsmilteln  ausgestellt  werden?

Abg  Osel  (8.)  wünscht  Ausschluh

Düngerversorgung  Bayerns.  Seine
Aufrage  lautet:  Die  Not  an  Kmitdünger  in
Vanern  ist  be  lannt.  Sie  ist  größer  als  in  anderen
Teilen  des  Reiches,  obyohl  Banern  als  sogenauntes

  Agrarland  andere  Gediete  des  Neiches

mitversorgen  soll.  Was  gedenkt  die  K.  Staats-Interesse
  der  Vellbernährung  zu
lun,  um  1.  Stüluo  i  n  Palivünger  in  grohe-I.
  2.  bei  der  eschaffung
  von  Miien  furr  osphatdüngerfabrilen
  und  bei  der  Verarbeitung  und  Verteilung  der
gewonnenen  Düngerprodulte  di:  Interessen  der

banerischen  Landwirtschaft  zu  wahren.

Hof-  uns  Personalno##rich  u#.
*  München.  den  29.  April.

Stif  telanonikus  De.  Mar  Fastlinger
  F.  In  der  vergangenen  Aach  vertarb  im
Schmabit  iger  Kcanlenhaus  an  einem  #  e  z'eiden
in  Aiter  von  55  Jahren  der  Slittslancnüns  von
St.  Kajetan  und  er,dischöfliche  liotgelar  Se.
geborener  Münchner.  Al#
baccher  Geschichtsforschcher  und  Schrif  ett.  eller
hat  sich  Gasilinger  durd  Tubllkationen  und  zahlreiche
  Vorträge  einen  Namen  in  ganz  Deutschland
gemacht.

2

Mnchener  Nenigteiles
*  München.  29.  April.

Jahre  Erster  Bürgermeilster.
Jahre  verflossen.  seit  Dr.
von  Vorscht  zum  Erslen  Bürgermeister  von
München  gewählt  worden  ist.

(GHaserplosion.  Als  geitern  abend  die  33
Jahre  aite  Handelsiehrerin  Hedr#ig  Lakovska
sich  in  ihre  Woh:  ung  an  der  Landschaftsstraße
begab  und  dort  ein  Streichhoiz  entzündele,  ereignete
  sich  eine  schwere  Gaserplosion.  Die  Lastovsla
  erlitt  lebensgesährliche  Brandwunden.

Selbstmord  einer  Geisteskranken.
Heuie  früh  8  Uhr  stürzte  sich  im  Martinispital
eine  68  Jahre  alte  Pfründnerin  in  geistiger  Störung
  vom  2.  Stockwerk  in  den  Hofraum  und  war
sofort  tot.

Bowerische  Lachrichleu.

Ein  baverisches  Vetonschiff.  Auf  der
Werft-in  Deggendors  wird  zur  Feit  ein  Betonschiff
  im  Ar#ftrag  der  Reichsbehörden  gebaut.
Das  Gerüst:  besteht  aus  Holz,  die  Zwischenräume
der  Wandungen  werden  mit  einer  vier  Zentimeter
starlen  Cnonschicht  ausgelleidet.  Die  Kosten  be-25



 

egen  der

 

fter  100  000  Mf.  Der  Bau
wird  von  der  Firma  Wanh  und  Freytag  ausgeführt.


Sensrisches  Oberlane.

Bad  Aibling,  29.  4.  Sitzung  des  verstärkten
  Magistrats.  Anwesend  je  ein  Vertreter
  der  Gemeinde  Mietraching  und  Bergharting.
  Den  vier  definitiven  Lehrern  wird  eine
monatliche  Mietteuerungszulage  von  je  10  Mk.
genehmigt.  Den  Lehrern  Perzlmayer  u.  Endter
wird  auf  Ansuchen  für  Schusaushiisen  eine  monatliche
  Entschädigung  von  25  Mark  zugeslanden.
  Das  Recht  auf  Anspruch  tritt  erst  ein,
wenn  des  Anahilfe  über  3  Monate  dauert.  Eine
Aenderung  des  Gehaltsstatuts  wurde  abgelehnt.
Das  Gehalt  des  Schulhausmeisters  Nott  wird
auf  1200  Mk.  pro  Jahr  und  dessen  pensionsfähiger
  Wohnungsanschlag  auf  300  Mk.  erhöht.

Bas  Aibling,  29.  3.  Silberhochzeit.
Herr  Josef  Knabl,  k.  Posthalter  und  Spediteur
dahier,  erster  Vorstand  des  Gemeindekollegiums,
seiert  am  Domnerstag  den  2.  Mai  mit  seiner
Gemahlin  Auguste,  geb.  Hirsch,  im  trauten  Familiculreise
  das  Fest  der  silbernen  Lochzeit.  Unsere
  besten  Glückwünsche!

Marktl.  29.  q.  Unglückefall.  Als  Donnerslag
  abends  7  Uhr  mehrere  Stredenarbeiler
nach  Beendigung  der  Arbeit  auf  einem  Arbeitswagen
  .  Hause  fuhren.  fiel  der  66  jährige
Bahnarbeiter  J.  Schreiner  von  hier  insolge  eines
piötzlich  erlitlenen  Schlaganfallo  vom  Wagen
auf  das  Geleise,  sodaß  die  PNäder  über  den  Körper
  des  allen  Mannes  hinweggingen.  Schreiner
trug  Verletzun  gen  am  Räcken  davon,  ein  Fu##ß#  ist
gelähmt.  Der  Verunglückte  wurde  ins  slädiische
Kranlenhaus  nach  Allölling  verbracht.  Sein

Qustand  ist  zrar  ernt,  jedock  nicht  hoffnungsles.

Marktl.  29.  4.  JIn  den  Schloßweiher
zu  Arustors  stürzten  unvorsichtiger  Weise  drei
Knaben.  Iwei  wurden  nicht  ohne  Aultrengung
dem  vofsen  Element  entrifsen,  der  dritte  konnle
jedoch  erm  nach  10  Minnuten  geborgen  werden.
Aber  alle  Versuche  der  in  großer  Amahl  herbeigecilten
  Ortsbewohner,  den  Bewuhllosen  dem
Leben  wieder  zugewinnen,  scheilerten.  Zuletzt  wolllen
  ihn  die  „Praltsichen  Leute  auch  noch
auf  den  Ko  s  stellen.  ⁊  Dies  Pemerkte  der  eben  auf
einem  Spaziergange  begrüsene  17  jähr.  Bäckergehilse
  Wendelin  Holzuer.  Nasch  entschlossen
machte  er  die  Anwendung,  die  er  in  der  Schn  e
gelernt  hat!e  (ünitliche  Atmung  usw.).  Seine
Bemühungen  waren  von  Ersolg  gelrönt.

Altenmarkt,  29.  Messerstecherei.
Bei  einer  gestern  stattgefundenen  Rauserei  zwischen
  Kriegsgesangenen  u.  deutschen  Zinvilisten
wurde  der  37jährige  Justin  Courlet  aus  Palaufen

  sich  auf  ungef

 

ris  mit  einem  Messer  derart  in  den  Unterleibe

gestochen,  daß  die  Gedärme  heraustraten.  Der

Verletzte,  der  kaun  mit  dem  Leben  davonkommen
  dürfte,  wurde  in  das  Traunsteiner  Kranlenhaus
  verbracht.

 

Cofainacheichlen.
Rosenheim,  30.  April.

Auszcichn  ungen  im  Fel  de.  Bieeseldwebel
  u.  Off.-Asp.  Heinrich  Hofmann,  Sohn  der
Frau  Amna  Hofmam,  Spenglermeisterswitmwe,
wurde  (für  verdienstvolle  Tat  i.  d.  Vogesen)  mit
dem  Eisernen  Kreuz  2.  Kl.  ausgezeichnet.  69.
Preiß,  Gärtner  in  der  StadlgärtnereisRosenheim,
Sohn  des  Salinarbeilers  Benno  Prelß,  wurde
mit  dem  Eisernen  Kr.  2.  Kl.  ausgezeichnet.  Das
Verdienstkrenz  m.  Krone  und  Schwertern  hat
er  bereits  früher  erhalten.  —  5  em  Jäger  Karl
Sachse  vom  1.  Jägerbatl.,  Söhn  des  Buchbindermeisters
  Sach  bse  von  hier,  wurde  das  Militär-“

  mittwoch,  I.  Mai  1918
Sachse  lämpfte  in  Serbien  u.  wurde  bei  den  schweren
  Kämpfen  vor  Verdun  leicht  verwundet.  In
der  Folge  war  er  an  den  Kämpfen  um  die  Combreshöhe
  beteiligt.  In  Rumänien  mach'e  er  F  sa.
den  Donauübergang,  mit  und  wurde  schwer  verwundet.
  Nachdem  der  wackere  Kämpfer?  Monate
im  Lazarette  gebracht  hat,  wurde  er  nunmehr
wieder  seinem  Truppenteil  zugeteilt.  Der  Pionier
blei  einer  Betriebs-  Komp.,  Engelbert  Manzinger,
seit  Kriegsbeginn  im  Felde  und  J.  Jtl.  in  einem

Lazarett,  wurde  milt  dem  Eisernen  Kreuz  2.  Kl.
ausgczeichnet.

Den  Heldentod  fürs  Vöterland  slarbunach
vierter  schwerer  Verwundung  am  3.  April  in
einem  Feldlazareit  im  28.  Lebensjahr  der  Gefsr.
Georg  Abbichler,  Hausleritzerssohn  von  Geh#--ring,
  Inh.  des  Eis.  Kreuzes  2.  Kl.  und  des  Mililär-Verdienstireuzes
  3.  Kl.  mit  Schwerlern-Ker
  Tafsere  begann  im  Jahre  1912  keim  4.

bayer.  Juf.  Reg.  seine  lereils  sech  zjährige  Diensi-Feit
  und  sland  42  Monate  an  der  Welfront.

Vesörderung.  Der  Unterosfizier  Josepy
Weindler,  Fernsprecher  in  einem  Inf.-Regt.,
wurde  zum  Sergeanten  besördert.  Seit  Kriegsbeginn
  uUn  Felde  stehend,  wurden  ihm  bisher  das
Eiserne  Kreuz  2.  Klasse,  das  Militärverd#-—##=kreuz
  mit  Schwertern  und  die  hessische  Silberne

 

Tapserkeilsmedaille  verliehen.  Joses  Weindler
ist  ein  Schwiegersohn  des  Salinarbeiters  Josef
Aigner
Verwundet“.  Wie  wir  erfahren,  ist  Herr

Obrrleutnant  Hans  Seuft  bei  den  jüngsten
Kämpfen  im  Weilen.  durch  zwei  Granatsplitter
am  rechten  Oberschenlel  vermundet  worden  und
liegt  z.  (#t.  in  einem  Lazarct!  in  München.  #rreit#
1916  vor  Verdun  und  1917  in  Rumänien  verwundel,
  hat  ilIn  das  seindliche  Geschoß  zum
dritlenmale  erreicht,  aber  Gott  sei  Dan  auch
diesesmal  nicht  gefährli  ch  verleht.  Wir  wünschen
baldlge  Genefung!

Wohltätigkeitsaufsührungen  im
Voltsthealer.  Am  kommenden  Samstag
und  Sonntag  wird  sich  das  Volkstheater  abermals
  in  den  Dienst  der  Wohltätigkeit  stellen
Die  Anssührungen  des  unverwüstlicken  Aenerr-Försterschen
  Schauspiels  „Alt-Heidelberg“
werden  zu  Gunsten  der  vaperischen  Soldatenheime
  slattsinden,  denn  ein  Teil  des  Reinerträgnises
  wird  diesern  Zwcke  zugeführt.
„Ait-  Heidelberg“  wird  hier  in  sorgsamer  Neueinstudierung
  in  Szene  gehen.  Die  tragende
Partie  des  Karl-Heinrich  spielt  Heir  Hans
Roderich,  ein  ehemaliger  Schüler  von  Hofrat
Sturr-München,  während  die  Käthie  von  Fräulein
  Mini  Bach  dargestellt  werden  wird.  Die
drei  Aufführungen  verdienen  daher  die  Beach
tung  unseres  Rosenheimer  theaterliebenden  Publilmns.
  Bei  der  leyhten  Aufführung  von  „Alt-Heidelberg“
  vor  6  Jahren  eirang  das  Vollstheater
  einen  unbestrittenen  Erfolg.

Frauenbund  Hausfrauenabteilung.
  Freitag  abends  fanden  sich  die  Mitglieder
  zu  einem  Vortrag  über  ein  wichtlges.
hauswirtschaftl.  Thema  zusammen:  „Unsere  aäsche
  im  Kriege“,  wobel  viele  behersgenswerte
Winle  und  Natschläge  gegeben  wurden.  ImB  zweilen
  Teil  wies  die  Nednerin  die  Hausfrauen  auf
die  „eir-  ihcimischen  Wildgemüle“  bin,  die  jetzi
auf  Wiese  und  Feld  gesammelt  werden  lönnen
und  in  dieser  gemüsearmen  Zei#  für  die  Klüche
willklommenen  Beitrag  liesern.

Minisler  von  Brettreichs  Dank  für
die  Kriegsanlet  he-Werbearbeit.  Amtlich
  uird  folgen  ide  Danllundgebung  des;  Ministers
des  Innern  Dr.  von  Bretktreich  an  die  K.  Regierungen,
  und  die  Distrikloverwaltungsbehör--den
  bekannt  gegeben:  „Nach  den  Berichten  aus
allen  Teiten  des  Landes  sind  die  Zeichnungen  auf
die  achte  Kriegsanleihe  außerordentlich  günstig
verlausen.  An  dem  glänzenden  Heimaksfieg,  den

 

 

die  Kuime  von  Saluxu.

81)

Nach  einer  Weile  sagte  er:

„Nur  eines  schmerzt  büch  im  Uebermaße  der
Wonne,  dich  zu  besitzen  wie  lonntest,  du  an
diesem  Komplotte  gegen  mich  teilnehmen?“

„Bis  vor  einer  Stunde  haite  ich  noch  keine
Ahnung  von  diesem  Ueberfall,  und  als  ich  ihn
aasuhr,  da  hatte  ich  nur  den  einen  Gedanken,
bei  dir  zu  sein,  damit  kein  Unheil  üüber  dich
komme.“

„Du  warst  also  in  die  Pläne  deines  Vaters
nicht  eingeweiht?“

Sie  lächelte  schelmisch.

Du  halt  mir  viel  Sorgen  beteitet,
böser  Eeliebter  Woczu  das  jeßzt,  da  du  mein,
da  du  unser  bist?.  Ich  erzähle  dir  ülles
ein  andermal  .  .  .  Ich  vili  jetzt  an  nichts  anderes,
als  an  unsere  Liede  denlen

„Noch  eines  ..anntest  dut  mich,  als  wir  uns
im  8*  nach  München  zum  ersten  Male  traen?


„Ja  ..  .  und  nein  ..  .  mein  Vater  hatte  mir
ein  Bild  von  dir  gezeigt  .  aber  ich  fand
dich  viel  schöner  ais  dein  Bild.

1#  fuhrst  also  damals  auf  öchelb  deines

.  mit  einem  Auftrage?

ni-z  .  es  war  mir  furchtbor  schwer  ge-—

  aber  ich  mußte.

*  solltest  mich  wer-  lernen?“

„Und  dir  gefallen  ...  dich  vetliebt  in  mich
zu  machen

Kor##  .
uns  dem  Lande  der  grenei  bou  Luls  rnpeler.

 

„Auf  Besehler

„JaB  deiner  „Ersindung  wigen  .  .  .“
dam
(Grun  #  c  dreht  sich  ja  schon  lange  darum
  .  .  .  Ich  sollle  alles  Mögliche  von  dir  zu

aber  als  ich  mit  dir  war,

erfahren  suchen
.  die  Liebe  war  über

hatte  ich  alles  vergessen
mich  gekommen

„Ist  venn  dein  Vater  so  reich“

„Mein  Vater?  Nein  ...  Aber  die  Regierung
scheut  leine  Aäus  gaben  wenn  es  sich  um  etwas
Wichtiges  handelt.

„Die  Negierung?  Dein  Vater  handelt  also
im  Auftrage  der  Regierung?“

„Du  Närrchen,  was  hast  du  denn  sonst  geglaubt?
  Mein  Vater  ist  ja  Präsident  des  berühmten
  Bundes  vom  s#warzen  Salamander
und  Leiler  des  ganzen  Kunds  afterdienstes.  «

Balmer  zuckte  mit  leiner  Wimper  Er
hielt  die  Geliebte  fest  im  Arm.  ein  scherzendes
Lächeln  umspielte  seinen  Mund  ..  und  zärtlich
  sah  er  ihr  in  die  Augen.

„Und  wer  sind  die  Leute,  deemit  ihm  sind?2

„Du  wirst  mich  nicht  verraten?“

„Weshalb?  Sind  wir  nicht  eins““

„Ja,  Geliebter,  wir  sind  nur  eins,  Gott  sei
DTank,  und  es  kann  kein  Geheimnis  mehr  zwischen
  uns  geben.  Diese  Leute  sind  verkleidete

ssiziere.“

„ẽi  in  das  bate,  man  ihnen  nicht  angesehen
  ..  d  Moc.  Gre

„Vor  1  mußt  8  50%%  „  in  Acht  nehmen.
das  ist  ein  böser  Mensch,  der  zu  allem  fähig

 

verdienstkreuz  3.  Kl.  mit  Schwertern  verliehen.
ist  ...  er  ist  der  Chef  des  englischen  Sypofsice


„Siel  da  ..  das  ist  höchst  amisant

Dam  bist  du  ja  auch  so  eine  Art  Spionin?  ?“
esen  ...  aber  jetzt  nur  noch,  um  die  (Geleiwisse
  deines  Herzens  zu  erspähen!“
Joseph  polterte  ins  Laboratar:  ume,  von  mehreren
  Männern  begleitet.  Sein  K  epf  war  hochrot
  und  seine  Brust  arbeilete  wie  ein  Vlasebalg.


„Herr  Professor,“  slolterte  er.  es  geht  nicht
...  ich  kann  die  Knöpf  nicht  finden.

„Du  bist  ungeschickter,  als  ich  dachte,“  sagte
er  freundlich  „Hol“  zasch  die  Risten,  die  im

Lhuppen  draußen  stehen.

oseph  ging.

Lam  wandte  er  sich  zu  Liwia=„Du

  keunst  ja  alle  Taster.

„Moöchiest  du  nicht  selbst.“.  %%

„Nein,  seit  ich  weiß,  wer  die  Herren  sind,
möchte  ich  mit  ihnen  so  wenig  als  möplich  in
Berührung  kommen  ..  Oeffue  ihnen  die  Türen
  ..  .  und  sei  bald  wieder  bei  mir.

Als  sich  Valmer  allein  sah,  ging  mit  ihm
eine  grohe  Veränderung  vor.  Ein  surchtbarer
Ernst  lagerte  sich  wie  eine  eiserne  Maske  über
sein  Gesicht  und  eine  eherne  Entschlossenheit
blickte  in  dem  Blick,  den  er  der  entschwundenen
Geliebten  nachsandte.  Dann  trat  er  schnell
ans  offene  Fenster,  an*  dem  vorbei  Joseph  gerade
  dem  Ecuppen  u

„Lauf  so  schnell,  ausen  Tich  deine  Fäße  trawei
  können,  Frau  von  Hohensels,  wecke  sie

s  dem  Se  afe  und  sage  ihr,  dah  ich  in  die  ·

ser  Stunde  an  lie  gedacht  habe!“

Er  öffnete  ein  Medaülon,  das  an  einem  dienrnen
  Kellchen  an  seinem  Halse  hing.  Es  enthielt
das  Bild  seiner  Mutter.  Er  küßte  es  inbrünstig.

Ein  sch  arles  Läuten  kam  durch  den  finstern
Gang.  Die  Alarmglocke  der  geöffneten  Geheimtüren.


Da  trat  er  mit  festem  Schrilt  an  einen  lleinen
  cisernen  Kasten,  der  an  der  Mauer  befesligt
war.  Er  enthielt  den  Kontaktzünder  zur  Aradiumflasche.
  Pie  Glas  scheibe  flog  unter  der  geballlen
  Faust  in  Scherben.  Dam  drehte  er  langsam
  den  Heb##..  das  Steinhaus  flog  in  den
sternbesäten  Nachibimmel

Die  Leute  in  der  .  erzählten  die  Erplosion
  sei  so  entsetzlich  gewesen,  daß  sie  noch
stundenlang  nachher  wie  taub  waren.  Alle  Feuster
  der  Gegend,  mehrere  Meilen  weit,  wurden
durch  den  Luftdruck  zertrümmert.  Die  Hirken
und  Schmuggler  sagten,  das  Steinhaus  wäre
wie  eine  Rakete  in  die  Lust  gegangen.  Andere
wieder  wollen  einen  ungeheuren  chwarzen  Salamander
  gesehen  haben,  der  kerzengrad  in  die

schwindelnde  Höbe  ausstieg  und  sich  in  einer
H#n  olke  verlor.  Es  ist  schwer,  eolc.  vtt

ählungen  zurechtzüfinden  und  die  hrhei
5  ahlens  did  oder  der  Uebertreibu
8  ondern  —  ist,  daß  der  Platz,  a  f
dem  das  Steinhaus  gestanden,  einem  abgrundn
  en  Kraterlegel  glich.  Das  Steinhaus  war  ##-mtsamt
  seinen  starken  Grundmauern  und
en  Erdreich  gdeat  hinausgeschossen  worden.
(Fortsetzung  solgt.)