Full text : Diplomatische Aktenstücke.

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Der  Zar  dankt  dem  Prinzen  dafür,  dass  er  sich  in  einer
so  kritischen  Angelegenheit  an  ihn  gewandt  hat;  er  erklärt,  alle
Massnahmen  seien  getroffen,  um  zu  einer  friedlichen  Lösung  des
Konfliktes  zu  gelangen,  und  gibt  dem  Prinzen  die  ausdrückliche
Zusicherung,  dass  Russland,  wenn  dieses  Ziel  nicht  erreicht
werden  könne,  Serbien  niemals  seinem  Schicksale  überlassen

werde.
Boppe.

Nr.  100.

Herr  Paleologue,  französischer  Botschafter  in  St.  Petersburg,

an  Herrn  Bienvenu-Martin,  stellvertretenden  Minister  des

Aeussern.
St.  Petersburg,  den  29.  Juli  1914.

Der  deutsche  Botschafter  hat  Herrn  Sasonow  die  Erklärung
überbracht,  wenn  Russland  seine  militärischen  Vorbereitungen
nicht  einstelle,  werde  die  deutsche  Armee  den  Mobilmachungsbefehl
  erhalten.

Herr  Sasonow  hat  geantwortet,  die  russischen  Vorbereitungsmassnahmen
  seien  begründet,  einerseits  in  der  starren  Unnachgiebigkeit
  Oesterreichs,  anderseits  in  der  Tatsache,  dass
schon  acht  österreichisch-ungarische  Korps  mobilisiert  seien.

Der  Ton,  mit  welchem  Graf  Pourtales  sich  dieser  Aufgabe
entledigte,  hat  die  russische  Regierung  bewogen,  noch  in  dieser
Nacht  die  Mobilmachung  von  den  dreizehn  für  die  Operationen
gegen  Oesterreich  bestimmten  Armeekorps  zu  verfügen.

Pal£eologue.

Nr.  101.

Herr  Rene  Viviani,  Ministerpräsident  und  Minister  des  Aeussern,

an  die  französischen  Botschafter  in  St.  Petersburg  und

London.
Parıs,  den  30.  Juli  1914.

|  Herr  Iswolski  ist  diese  Nacht  gekommen,  mir  zu  sagen,
der  deutsche  Botschafter  habe  Herrn  Sasonow  eröffnet,  seine
Regierung  sei  entschlossen,  ihre  bewaffnete  Macht  zu  mobilisie-