Metadata : Das Königreich Württemberg. Erster Band. (1)

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Berlin,  Gotha,  Erfurt,  Naumburg,  Merseburg,  Pirna,  Leipzig,  Elberfeld-Barmen,
  Halle,  Essen  und  Solingen.  In  letzterem  nahmen
außerdem  noch  die  oppositionellen  Genossen  eine  Entschließung  an,
dem  Genossen  Philipp  Scheidemann  das  Recht  abzusprechen,  sich
noch  als  Abgeordneter  des  Kreises  zu  betrachten.

Am  25.  Februar  1917  tagte  in  Berlin  eine  Frauenkonferenz  Groß-Berlins,
  die  gegen  die  Gewaltpolitik  des  Parteivorstandes  gegenüber
der  Genossin  Zietz  energisch  Protest  erhob.

Am  gleichen  Tag  brachen  in  Petersburg  die  ersien  revolutionären
Unruhen  aus.

Anfang  März  1917  kam  es  zu  einem  organisatorischen  Zusammenschluß
  der  „Linksradikalen“  aus  Hamburg,  Bremen,  Kiel,  Hannover  und
Wilhelmshaven.  Gleichzeitig  vollzog  sich  in  Kiel  die  Neuorganisation
der  Opposition,  der  950  Männer  und  Frauen  als  Mitglieder  beitraten.

Am  13.  März  1917  tagten  in  Petersburg  die  Vollzugsausschüsse
der  Reichsduma  und  der  Arbeiter=  und  Soldatenräte.  Am  14.  März
dankte  der  Zar  ab.

Derorganisatorische  Zusammenschluß  der  Opposition  in  den  verschiedenen
  Wahlkreisen  des  Landes  war  von  seiten  der  „Arbeitsgemeinschaft“
aus  der  erste  Schritt  von  der  Fraktionsspaltung  zur  Parteispaltung.
  Noch  bevor  die  in  Gotha  geplante  Konferenz  der  „Sozialdemokratischen
  Arbeitsgemeinschaft“  zusammentrat,  erließ  diese  ein  selbständiges
  Programmt,  das  Ende  März  1917  dem  Reichstag  zuging.

Am  24.  März  1917  veröffentlichte  die  „Leipziger  Volkszeitung“
die  offizielle  Einladung  an  alle  oppositionellen  Organisationen  der
Sozialdemokratischen  Partei  zur  Konferenz  nach  Gotha.  Unter-1

  In  diesem  Programm  wurde  gefordert:

Verfassungsmäßige  Verantwortlichkeitt  des  Reichskanzlers,  der  zu  entlassen
  ist,  wenn  der  Reichstag  es  fordert.

Abschluß  eines  sofortigen  Friedens  auf  der  Grundlage  des  Verzichtes  auf
Annexionen  jeder  Art.

Herabsetzung  des  Wahlalters  auf  20  Jahre.

Einführung  des  allgemeinen,  gleichen,  direkten  und  geheimen  Wahlrechts
nach  dem  Verhältniswahlsystem  in  allen  Bundesstaaten.  Beseitigung  der  noch
bestehenden  Herrenhäuser  oder  Ersten  Kammern.

Sicherstellung  des  Vereins=  und  Versammlungerechtes.

Freie  Meinungsäußerung  in  Wort  und  Bild.

Aufhebung  aller  Strafen  für  begangene  politische  Delikte.

Breithaupt,  Wolksvergistung.  6