Metadata : Sagenbuch des Königreichs Sachsen

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Orgel,  also  das  bloße  C  geben,  hat  er  ein  Pulver  von  Kräutern
zugerichtet  und  in  das  Metall  geworfen,  und  davon  hat  die
Glocke  den  gewünschten  Ton  bekommen.

689.  Ein  Herr  von  Arnim  kann  das  Feuer  versprechen.
Gräße,  Bd.  II,  Ar.  619.

Südwestlich  von  Zwickau  liegt  ein  Dorf  Planitz,  bekannt  durch
seinen  seit  dem  Jahre  1479,  wo  ein  Jäger  leichtsinnigerweise  in
einen  Kohlenbau  schoß,  brennenden  unterirdischen  Kohlenschacht
([.  Nr.  111).  1689  tauschten  es  die  Arnims  gegen  Pretsch  ein.
Einer  der  Arnims  im  18.  Jahrhunderte  konnte  das  Feuer  segnen.
Wenn  irgendwo  viele  Meilen  in  der  Runde  eine  Feuersbrunst  war,
holte  man  ihn  oder  er  eilte  selbst  hin,  ritt  um  das  brennende  Haus
herum,  sprach  seinen  Segen,  und  augenblicklich  verlöschte  die  Brunst.

690.  Der  böse  Graf  von  Wildenfels.
Köhler  a.  a.  O.,  Nr.  99.

Ein  böser  Graf  von  Wildenfels  ist  einst  in  ein  Pfund  Hirse
verbannt  worden.  Er  muß  so  lange  darin  bleiben,  bis  der  Haufen,
von  dem  jedes  Jahr  nur  ein  einziges  Körnchen  abfällt,  verschwunden
ist.  Dieser  Graf  ist  nämlich  bei  seinen  Lebzeiten  sehr  unbarmherzig
und  geizig  gewesen.  Während  einer  großen  Teuerung  war  ihm  das
Getreide  noch  nicht  teuer  genug,  daher  verkaufte  er  seine  Vorräte
nicht.  Da  Rkam  ihm  aber  der  Wurm  hinein,  der  das  ganze  Getreide
  durchwühlte.  Auch  jetzt  gönnte  es  der  Graf  niemandem,  sondern
  ließ  es  fuderweise  in  die  Mulde  schütten.  Zur  Strafe  wurde
er  nach  seinem  Tode  in  den  Hirse  verbannt.

691.  Der  Wechseltaler.

Aberglaube  im  Erzgebirge  vor  fünfzig  Jahren,  Globenstein  bei  Rittersgrün
  1891.

Wer  einen  Wechseltaler  haben  will,  der  braucht  nur  eine  Katze
in  einen  Sack  zu  stechen  und  damit  um  Mitternacht  vors  Kirchen-