Contents : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Aum̃mer  31

u————.

 

nicht  erholk,  aks  bas  Mächen  von  einer
—  in  die  Stadt  E  nagelnen  vom
Kopf  bis  zum  ingekleidet,  mit  einem  Pelz
ausstaffiert.  Eine  D  6  mit  der  Polizei  wegen
  Rũclgabe  des  Geldes  verfing  nicht  im  *
ringsten;  die  Magd  sagte  nur:  Gut,  dann
hen  wir  beide  vor  Gericht,  Sie  und  ich.
Dame  mußte  froh  sein,  daß  sie  wenigstens  53
30  Mark  retten  lonnte  und  ohne  Sped,  Schinken.
  Eier  und  Butter,  aber  mit  sehr  gemischten
Gefühlen  mußte  sie  die  Seimreise  antreten.

B##erisches  Sberiend.

Bos  Aibling,  1.  März.  Die  hiesige  Haus
haltungsschule,  welche  unter  Leitung  der  Ordensfrauen
  aus  dem  Klosler  Maria  Stern  in
Augsburg  steht,  beginnt  den  sechs  Menate  dau—
ernden  Sommerkurs  mit  dem  1.  April  ds.
Eltern,  welche  ihre  der  Sonntagsschule  enl.
wachsenen  Töchter  diesem  zeitgemäßen  Justi
tute  anvertrauen  wollen,  werden  hierauf  ausmerksam
  gemacht

 

Verchtesgaden,  1.  März.  Im  biesigen
„Anzeiger"  findet  man  eine  öfsentl.  Zustellung,
  nach  der  eine  Mänchener  Kliderfabrir
gegen  den  rumänischen  Gesandten  a.  D.  von
Rosetti,  früher  in  Berchlesgaden,  nun  unbekannten
  Aufenthaltes.  wegen  Forderung  füur
läuslich  gelleferte  Waren  zum  Amtzgericht,
Berchtesgaden  auf  Zahiung  von  315  Marl
Klage  erhebt.

Hartenkirchen,  1.  März.  Der  Hosc#rieg
tritt  dahier  auch  allmählich  in  sein  entikiden
des  Stadium.  Vor  kurzem  lam  es  zu  reier  regelrechten
  Prügelei  zwischen  den  Frauen  der  Ein
heimischen  und  einer  Gruppe  von  bebosten  Damen.
  Am  hellen  Vormittag  auf  #ffener  Strase
ging  u  sie  mit  Eimer  und  Besen  bewaffnet
auf.  die  Mannweiber  los,  die  sich  mit  mehr
Geschrei  und  Gezeter  als  Schneid  zur  Wehr
setzten,  und  bald  den  besseren  Teil  der  Tapferkeit
  wählten,  den  eiligen  Rückzug  in  ein  Horel.

etekachricter

Rosenheim,  2.  März.

uszeichnung  im  Felde.

Der  unteroffi#-  er  Franz  Jitzelsperger,  Metzgermeister
  au-  Kiefersfelden,  wurde  mit  dem
Eisernen  Kreuz  2.  Klasse  ausgczeichnet;  das
Militärverdienukrenz  3.  Klasse  mit  der  Krone
und  mit  Schwertern  ist  ihm  früher  schon  verliehen
  worden.  Zitzelsperger  sieht  seit  Kriegsbeginn
  im  Felde.

Plötzlicher  Tod.  Lerr  Postoberschaffner
Alois  Fellner  ist  am  Donnerstag  abends  unerwartet
  eines  plötzlichen  Todes  geslorben.  Als
Beamter  der  Bahnpost  befuhr  er  gestern  noch
die  Strecke  Rosenheim-Plattling.  Auch  auf  der
Rücfahrt  machte  sich  bei  ihm  leinerlei  Anzeichen
  von  Unwohlsein  bemerkbar.  Als  er  indessen
  kurz  darauf  die  Diensträume  des  Bahnvostamtes
  Rosenheim  betrat,  ereilte  ihn  ein  tödlicher
  Schlaganfall.  dem  er  baid  erlegen  ist.
Mit  Herru  Feliner  il  ein  außerordentlich  pflich
eifriger  Beamter  unjerer  Bahnpost  aus  dem  Le
ben  geschieden.  Seinen  Angehörigen  weiwet  sich
grose  Teilnahme  zu.  1

 

serstraße  ltatt.  Dagegen  wird  das  Gemuse  wie
bisher  im  städt.  Lagerhaus  abgegeben.

An  den  Postschaltern  wird  eine  vom
Bayerischen  Landeskomitee  für  freiwillige  Kranlenpflege
  im  Kriege  ausgegebene  Kriegskarte,
die  mit  dem  5  u#g.  Wertstempel  bedruckt  in
für  10  Pfg.  verkauft.  s  bers
5  Pfg.  für  jede  abgesetzte  Karte  Tlchßt  vo
B  Kreuz  zur  Förderung  seiner  seginetens
chen  Aufgaben.  Wegen  Entrichtung  der  Reichsai
  ist  auf  der  Postkarte  noch  eine  22=Pfennig-Briefmarke

  zur  Ergänzung  beizufügen.

Die  Preise  derösterr.  Tabakwaren.
Die  neue  Preis  erhöhung  für  österr.  Tabakerreuanfsn
  ue  gilt  nur  in  Oesterreich.  Die  Preise  der
in  Deutschland  zum  Verschlein  gebrachten  öslerr.
Tabalsabtilate  Vreiben  vorerst!  unverändert.

##  rd  Meste

wpp  Summerelbend.  Der  zweite
Abeno  brachte  dem  seirischen  Lautensänger
-  Summer  den  gleicken  Erfolg,  den  schon
sein  erstes  Auftreten  in  Rosenheim  für  sich  in
Anspruch  nehmen  lonnie.  Der  vollbesetzte  Saal
im.  „Demscken  Kaiser“  brachte  ihm  auch  diesmal
eine  sehr  für  ihn  und  seine  Darbielungen  eingevmme
  tn  Zuhör#schaft,  deren  Interesse  er
rom  ersten  bis  zum  sebten  Klang  zu  fesseln  und
4  .feiern  vermochte.  Cegenüber  dem  ersten
ud  hat  die  Eaage  Sfüge  nur  wenig  Ab
4r  ernngen  erfahren  dagegen  verstand  er  es,
in  v.  1###edene  Lieder  noch  ehr  Würme  hinein
en  uie  bei  seinem  ernen  Anstreten  in  No-··
  quteknsrdkcortk-«.mnc«n.als
uleILeds  Jster  deuischer  die  ujabrsgesang.
Denb-  Gebet,  Der  Hirten  Erzühlung)  einen
mFönen  und  voll  llingenden  Baritkon  mit,  der
ober  diesmal  infolge  Erkältung  eiwas  belegt
ichien,  jo  bleiben  doch  die  herzigen  Kinderreime
und  die  medlichen  Wiegemieder  ein  Gebiet,  auf
dem  fid  Sexp  Summer  am  gläizendsten  zu  ent
nmiein  vermag.  Wir  erinnern  hiefür  namentüch
an  Be,  Ringel  Reih'“,  sowie  vor  allem  san
die  li  von  Brahms  und  Schulert:
  aut  das  Rokoso--Liebessied  im  auf  die
gieiche  Stufe  zu  hieflen.  Vortrag  iit  sein
al  gelôöOm.  seine  Slimme  schmiegsam  wie  ein
Laud  und  im  Elnstertous  so  fein  abgedän  upft.
daai.  der  Deutlichseit  kcinerlei  Einirag  geichicht.
Ans  der  bbrigen  großen  Auswa  seiner  Vor
lträge  gefielen  vor  aliem  noch  die  Zcherʒlieder.
Lei  denen  ihm  die  Beherrschung  der  steirischein
Mundart  vorzüägliäh  m  satlen  lommt.  Gerade
diese  Vorträge  haben  dargetan.  dan  Sepp  Sumier
  für  duas  Molislied  wie  geschaffen  in  und
dast  er  uch  dem  unschuldigsten  Liedchen  hohen
utttlerischen  Wert  einzuhanchen  rerneht.  &s
mar  sehr  zu  bedauern,  dan  die  frühe  Polizeiüunde
  die  weitere  Entwickelung  der  Vorträge
nicht  wehr  zuließ;  Sepp  Summer  wäre  dabei
zicheriich  noch  mehr  aus  sich  berausgegangen.
And  diesmal  hat  er  mieder  gezeigt,  daß  er  n
der  Begleilung  keine  Laute  vorzüglicz  zu  meistern
  verseeht.  Der  Abend  war  sehr  hurzweilig

 

 
 

 

8

.
Sein

 

 

 

und  die  Zuhörerichy#il  danlte  dem  neirischen
Laui#  rget  durch  reichen  Veifall,  für  den
er  mand##  .,  Orausigal#:“  und  Wiederholung  einschallerc.
  Sen  Sumimers  Aufi#eten  hat  in
AKoiehlleim  tiese  Einuce  hinterlaisen,  er  wird

daer  bei  uns  n  beuem  Andenken  bieiden.  Eben-(Drahtbericht.

  y
Das  Ende  eines  Barasong---Mörders.

Berlin,  2.  März.  In  engk.  Blättern  ist
jetzt  zu  lesen,  daß  der  Führer  des  „King  Stefim

  Verfolgungswahnsinn  gestorben  sei.
habe,  seitdem  er  durch  leine  schurkische  Tat  zur
Weltberühmtheit  geworden  war,  von  Engländern,
  die  es  gut  mit  den  Deutschen  meinten,
  Drohbriese  erhalten  und  sich  diese  so  zu
Herzen  genommen,  daß  er  schließlich  in  geistige
Umnachtung  verfiel.  So  die  „
die  es  anscheinend  vorzieht,  die  Schuld  an  diesem
  vorzeitigen  Ende  des  vom  anglikanischen
Exzbischof  von  London  ausdrücklich  wegen  seines
  Verhalten?  brliebten  „Seehelden“  eigenen

der  persönlichen  Gewissensbelastung  des  Mannes
  zuzuschreiben.  Kapitän.  Martin  hat  bekanntlich
  die  Besatzung  des  verunglückten  Luftschiffes
  „L  19“  am  2.  Februar  1916  En  der
Nordsee  elendiglich  umkommen  lassen,  Vielleicht
  sti  ammt  die  Art  seines  Todes  auch  diesen
oder  jenen  englischen  Seehelden  etmas  nachdenklich
  und  bereitet  einer  gesitteteren  Aufsassung
  der  Seemannsflichten  in  der  britischen
Marine  pden  Voden.

·#  ·  #
Der  Beuch  mit  Amerika.
Wilsons  letzter  Schritt  zum  Kriege.

Stockholm.  2.  März.  „Afton  Posten“  läßt
sich  aus  Amerika  melden:  Es  scheint,  daß  man
Wilsons  Rede  im  Kongreß  in  Amerika  als
den  letzten  Schritt  zum  Kriege  auffaßt.  Man
glaubt,  daß  der  Kongreß  Wilson  fömmliche
Vollmackten  erteilen  wird  und  läßt  durchblikken,
  daß,  wenn  auch  der  Kongreß  schließlich
aus  parteipolitisckken  Gründen  sich  weigere,
ihm  freie  Hand  zu  lassen,  Wilson  im  gegebenen
Falle  doch  handein  werde.  Es  heißt,  daß  die
Dampfer  der  amerikanischen  Europa-Linien  in
den  nächsten  Wochen  bewafsnet  werden.

Amerikanische  Vorbereitungen.

Geuf,  2.  März.  Nach  einer  Walhingtoner
Meldung  hat  der  Neunorker  Bachtllub  aus  seinen
  Mitgliedern  10  000  freiwillige  Küstenwächter
  mit  750  Motorbooten  zur  Verfügung  der
Marinebehörden  gestellt.  100  amerikanische
Transatlantikdampfer  sollen  mit  je  vier  127=Millimeter-Geschützen
  bewaffnet  werden.

Das  „Pariser  Journal“  veroffentlicht  eine
Depesche  aus  Reuyork,  der  zufolge  am  1.  März
die  Submission  für  2750  Geschütze  zu  75  Millimeter
  beginnt.  Man  schließt  daraus,  daß  diese
Geschuge  mr  Bewaffnung  der  Handelsschifse
dienen  sollen.  «-Neuyork,

  2.  März.  Der  Kongreßausschuß
beschloß,  Wilsons  Befugnisse  darauf  zu  be- 



 

 

Der  Weltkrieg.]

fen“  unseligen  Angedentens,  Kapitän  Martin
Er

Daily  Mail“,

Landsleuten  in  die  Schuhe  zu  schieben,  alses

 

schränken,  Schutzmaßnahmen  für  die  amerikani-  



rere  Neuyvorker  Blaͤlter  verfangen
eiktärufig,  aber  die  Reglerung  erksarte  h
amtlich,  die  Kriegserklärung  müsse  von  Deur
land  ausgehen,  da  Amerika  lediglich  se
Schiffahrt  zu  beschüthen  beabsichtige.
Amerikanische  Stimmungen.
Neugyork,  2.  März.  (Funkspruch  des  #
treters  des  WTB.)  12000  Bürger  Chica
versammelten  sich  und  nahmen  eine  Emschlien
gegen  den  Eintritt  in  den  Krieg  an.  Wilson  u
de  gebeten,  die  Amerikaner  vor  Benützung:
Schiffen,  die  nach  der  Kriegszone  bestimmt  si
zu  warnen  und  den  Krieg  nicht  zu  erklären,  so
die  Frage  an  den  Kongreß  verwiesen  zu  hal
Diese  und  andere  Ereignisse  zeigen  zwar  bestin
te  Strömungen  in  der  öfsentlichen  Meinung
dürfen  aber  nicht  als  entscheidend  angesehen  n
den.  Die  öffentliche  Meinung  würde  zweifel

die  Regierung  im  Falle  eines  Krieges  a

ohne  Referendum  an  den  Kongreß  unterstütz
Neuc  amerikanische
Seesperrenbrech!
E##euf,  2.  März.  Nach  Lyoner  Blätt
wollen  die  amerikanischen  Dampfer  „Neuyor
„WMhiladelphia“,  Louis“,  „St.  Pau
„Kronland“  und  „Finnland“  der  Internatiol
len  Mercantil  Marine  Co.  in  einer  Woche
See  stechen.  Sie  warten  nur  noch  die  Entsck
dung  der  Regierung  ab.
Amerika  und  Oesterreich-Ungar
Haag,  2.  März.  Wie  verlautet,  ist  2

t.

amerikanische  Ministerium  des  AMeußern

Ueberzeugung  gelangt,  daß  ein  Bruch  #r
Oesterreich-Ungarn  unvermeidlich  ist.  Man7
reitete  sich  deshalb  darauf  vor,  jeden  Augenb
die  Komularvertreter  der  Vereinigten  Staat
in  Oesterreich-Ungarn  zurückzurufen.
Die  englische  Propaganda  in
Ameril
Neuyork,  2.  März.  „Neuyork  Ameriko
erklärt  in  einem  Leitartilel,  daß  die  Engläm
76  Millionen  für  Propaganda  in  neutra!
Ländern  aufwandten.  größttenteils  wahrsche
lich  in  den  Vereinigten  Staaten.

Rosenhelmer  encimiesihesler.

„Die  Fischerrosl  vom  Tegernset
ein  Lebensbild  aus  den  bayerischen  Ber  ngeen,
saht  und  in  Szene  gesetzt  von  Toni  Attenbger,
  wird  von:  Sametag,  den  3.  bis  Monto
den  5.  März  im  Stadtlino  vorgeführe.  D
Stück  spielt  sich  fast  ausschließlich  am  Tegern
ab.  Hervortagende  Krafte  von  Müncher
Theatern  treten  in  den  Hauptrollen  auf  u
verh  zelfen  dem  vom  Aufang  bis  zum  Ende  spa
nenden  Film  zu  einem  vollen  Erfolg.  Mehrt
Stücke  heiteren  und  belehrenden  Jnhalts  v,
vollständigen  das  reichhaltige  Programm.

 

 

Wetterbericht  für  Samstag,  den  3.  Mär
Weiterhin  unbeständig,  zeitweise  Schneefäl

 

 

 

Städt.  Karltoffelverlauf.  Der  städt.o  trefilich  gestalteien  sich  auch  seine  Vorträgeis  im
Kartoffelverkauf  finret  von  morgen  Samstagsriehu#geinstitut  der  Töckhlerschulec  und  im
ab  nur  *-  in  der  Brauerei  Diener:  inder  Kai.HMKcalschulpemionat.

——  en.  e  f#r  ofort  21571  Tiãchtiger,  alterer  2116
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