Metadata : Protokolle der im October 1873 im Königlich Preußischen Unterrichts-Ministerium über verschiedene Fragen des höheren Schulwesens abgehaltenen Conferenz.

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Dies  ganze  Schulgebiet  zwischen  der  rein  wissenschaftlichen
Vorber##ungsanstalt,  dem  Gymnafium,  auf  der  einen  Seite  und
der  Fachschule  l  B.  der  Provinzial-Gewerbeschule)  auf  der  anderen,
werde  immer  für  die  Organisation  das  schwierigste  bleiben.  Man
trete  darin  gleichsam  auf  den  offenen  Markt  des  Lebens,  wo  Jeder
andere  Forderungen  habe  und  geltend  mache.  Man  verlange  daß
die  Realschule  Jedem  für  sein  besonderes  Bedürfniß  gerecht  werde
und  doch  allgemeine  Bildung  gewähre.  Die  Ansprüche  der  Eltern
und  des  Publicums  überhaupt,  auch  die  der  städtischen  Patronatsbehörden,
  und  die  Zusammensetzung  der  Lehrercollegien  verursachten
viel  größere  Schwierigkeiten  als  bei  den  Gymnasien  und  den  Fachschulen.
  In  den  letzten  Jahren  hätten  lebhafte,  hauptsächlich  von
den  Lehrern  selbst  angeregte  und  unterhaltene  Agitationen  für  höhere
Berechtigung  der  Realschulen  auf  nicht  förderliche  Weise  in  die
Entwickelung  eingegriffen.  In  der  vorerwähnten  Bestimmung,  daß
sowohl  die  Gymnasien  wie  die  Realschulen  1.  O.  wissenschaftliche
Vorbereitungsanstalten  und  cvordinirt  seien,  habe  allerdings  der
Keim  und  der  Reiz  zur  Rivalität  gelegen.  Es  sei  daraus  und  aus
der  öffentlichen  Discussion,  über  die  Einrichtung  der  Realschulem
eine  sehr  umfangreiche  Literatur  entstanden,  welche,  was  nach  der
Natur  der  Sache  leicht  erklärlich,  stärker  sei  in  der  Negation  als  in
positiven  und  durchführbaren  Vorschlägen.  àmNQ

Wenn  es  sich  jetzt  darum  handle,  die  durch  die  Unterrichtsund
  Prüfungsordnung  von  1859  geschaffene  Organisation  des
Realschulwesens  abzuändern,  so  dürfe  doch  nicht  verkannt  werden,
daß  dieselbe  in  mehreren  Anstalten  sehr  gute  Früchte  getragen  habe.
Es  fehle  nicht  an  Behörden,  Eltarn  und  Schülern,  welche  die
Zweckmäßigkeit  des  in  den  Realschulen  1.O.  dargebotenen  Bildungsganges
  dankbar  anerkennen.  Die.  Frequenz  der  oberen  Classen  sei
in  den  letzten.  Jahren  merklich  gewachsen,  die  Zahl  der  Abiturienten,
auch  solcher,  die  sich  dem.  Kaufmannsstande  oder  der  Industrie  widmen
wallten,  habe  sich  gemehrt,  und  z.  B.  zum  Studium  des  Baufachs
seien  im  Jahre  1872  aus  den  preußischen  Realschulen  übergegangen
128  Schüler,  während  1862  deren  nur  25  gewesen.  Daß  auch  im
übrigen  Deutschland  nicht  wenige  Schulen  nach  demselben  Plan
und  mit  gleicher  Benennung  errichtet  seien,  fpreche  für  die  ganze
Erichtung.  und  nöthige  ebenso  wie  die  allgemeine  Verbreitung  der
durch  das  Reglement  eingeführten  Bezeichnungen  die  Nothwendigkeit
von  Abänderungen  vorsichtig  zu  erwägen.

Andererseits  sei  nicht  zu  leugnen,  daß  bei  einer  allgemeinen
Vergleichung  des  Bildungsergebnisses  der  Gymnasien  und  der  Realschulen
  letztere  nach  der  Meinung  Aller,  die  darüber  nach  umfassender
  und  längerer  Beobachtung  zu  urtheilen  im  Stande  sind  (z.  B.
der  Propinz.-Schulcollegien  und  der  wissenschaftlichen  Prüfungs=Commissionen),
  in  manchem,  Wesentlichen  zurückstehen:  sie  leisten