Inhaltsverzeichnis : Dokumente aus den russischen Geheimarchiven.

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Aus  den  hier  beiliegenden  Kopien  und  Übersetzungen  werden  Ew.  Erlaucht
  ersehen,  daß  der  Inhalt  der  sieben  Artikel  dieses  »  Freundschaftsvertrages«
  schon  im  wesentlichen  fast  vollständig  in  ıneinem  Bericht  vom  3.  Maid.  Js.
unter  Nr.  40  wiedergegeben  war,  und  daß  sich  in  vorliesendem  Text  nichts
Neues  findet,  so  daß  ich  zu  meinen  vor  fünf  Monaten  abgegebenen  Erklärungen
nichts  beizufügen  habe,  außer  etwa  die  Mitteilung,  daß  es  durchaus  nicht  in
der  Absicht  der  Regierung  liegt,  diesen  Vertrag  zu  veröffentlichen  und  daß  er
unter  der  Bedingung  streugster  (icheimhaltung  nur  mir  mitgeteilt  wurde.

Mit  tiefster  Hochachtung  und  Ergebung  habe  ich  die  Ehre  zu  sein

Geehrter  Herr,  Ew.  Erlaucht  ergebenster  Diener

gez.  J.  Bachmetjew.
(Roth.  Heft  II  Nr.  24.)

2.  Ein  Darlehnsgesuch  des  Königs  Ferdinand  von  Bulgarien,

Sofia.  12.25.  November  1911.
Privat,  streng  koniidentiell.

Hochgeehrter  AnatolyAnatoliewitsch!‘)

Während  meines  Besuches  in  Davos  bei  S.  D.  Ssasonow  machte  ich  ihm
von  einer  sehr  geheimen  Angelegenheit  Mitteilung.  Die  Frage  ist  derart  geheim
oder  richtiger  delikat,  daß  ich  nicht  wagte,  über  dieselbe  zu  schreiben,  vielmehr
  beabsichtigte  ich  Ihnen  hei  unserem  Zusammentreffen  in  Petersburg
mündlich  davon  Mitteilung  zu  machen,  wohin  ich.  nach  der  Hochzeit  meiner
Tochter  auf  zwei  Tage  kommen  wollte.  Da  jedoch  die  Hochzeit  in  Sofla  stattgefunden
  hat,  und  ich  es  nicht  für  möglich  erachte,  mich  gegenwärtig  von
meinem  Posten  zu  entfernen,  so  bin  ich  gezwungen,  zum  »Pergament  und
Griffel«  zu  greifen,  um  Ihnen  diese  Mitteilung  in  Form  des  gegenwärtigen,  völlig
  privaten  und  gänzlich  konfidentiellen  Briefes  zu  machen.

Die  Sache  ist  folgende:  Vor  ungefähr  zwei  Monaten  sondierte  mich  König
Ferdinand,  erst  durch  den  Finanzminister  Theodorow  und  dann  durch  seinen  geheimen
  Sekretär  Dobrowitsch  über  die  Möglichkeit,  in  Rußland  für  ihn  persönlich
  eine  Anleihe  von  zirka  3  Millionen  Francs,  natürlich  zu  günstigen  Bedin-«ungen,
  aufzunehmen.  Ich  hörte  schon  früher,  daß  die  persönlichen  Vermögensverhältnisse
  des  Königs  durchaus  nicht  glänzend  seien;  einerseits  hat  er  zu
viel  in  Bulgarien  zusammengekauft  und  gebant,  andererseits  hat  die  Prinzessin
Klenientine,  die  in  Bulgarien  ohnehin  sehr  viel  verausgabt  hatte,  um  den  Thron
ihres  Sohnes  zu  sichern,  in  ihrem  Testament  wider  Erwarten  keine  besonderen
Vergünstigungen  zugunsten  ihres  Lieblings  geinacht,  welcher  daher  nach  dem
Tode  seiner  Mutter  nicht  mehr  als  600  bis  700  Tausend  Franes  im  Jahre  einnimmt.
  Was  den  Besitz  anbelangt,  den  der  König  in  Bulgarien  erwor-»)

  Früberer  Gehilfe  des  Ministers  des  Auswärtigen.  (Bemerk.  der  Redaktion.)