Full text : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

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Beide  Brüder  unterwarfen  Alemannen
und  Bayern  wieder  und  führten  siegreiche
Kriege  gegen  die  Sachsen  und  den  Feraag
Hunold  von  Aquitanien.  Als  sich  Karlmann
  747  ins  Kloster  zurückzog,  wurde
P.  Hausmeier  des  ganzen  Reichs.  751
entthronte  er  den  Merowinger  Childerich
  III.  und  ließ  sich  durch  eine  Versammlung
  der  Franken  zu  Soissons  mit  Zustimmung
  des  Papstes  Zacharias  zum  r#x
nig  ausrufen  und  vom  Erzbischof  Bonifacius
  salben.  Papst  Stephan  III.,  der
bald  darauf  im  fränkischen  Reich  erschien,
um  Hilfe  gegen  die  Langobarden  zu  fuchen,
  erentern.  nebst  seinen  beiden  Söhnen
  754  in  St.  Denis.  Zum  Dank  dafür
  unternahm  P.  755  und  756  zwei  Feldzuge,
  egen  den  König  der  Langobarden,
Aistulf,  erwirkte  die  Zurückgabe  des  römischen
  Patrimoniums  (Kirchenstaats),  ernannte
  den  Papst  zum  Herrn  des  Erxarchats
  Ravenna  und  der  fünf  bedeutendsten
  Städte  in  den  römischen  Marken  und
zwang  die  Langobarden  zur  Anerkennung
der  fränkischen  Oberhoheit.  Im  Verein
mit  Bonifacius  war  er  bemüht,  eine  Reform
  der  Kirche  im  fränkischen  Reich  durchzuführen;
  sodann  verlegte  er  die  Versammlung
  der  Großen,  die  bisher  alljährlich
im  März  zur  Beratung  der  Reichsangelegenheiten
  zusammengetreten  war,  auf
den  Mai  (Maifeld).  Nach  glücklichen  Kriegen
  gegen  Sachsen  und  Aquitanien  starb
er  24.  Sept.  768  zu  Paris,  nachdem  er  das
Reich  unter  seine  Söhne  Karl(Karl  d.  Gr.)
und  Karlmann  geteilt  hatte.  Vgl.  Hahn
und  Oelsner,  Jahrbücher  des  fränkischen
  Reichs  (1863  u.  1871).

Pirna,  Stadt  in  der  sächs.  Kreishauptmannschaft
  Dresden,  an  der  Elbe,  bekannt
durch  die  Kapitulation  der  sächsischen
Armee  unter  Rutowski  15.  Okt.  1756,
infolge  deren  sich  13,000  Sachsen  mit  49
Geschützen  an  die  Preußen  ergaben.  Die
Offiziere  wurden  auf  ihr  Ehrenwort,  während
  des  Kriegs  nicht  gegen  Preußen  zu
fechten,  freigelassen,  die  Soldaten  in  die
preußische  Armee  gesteckt.

vodol,  Dorf  in  der  böhm.  Bezirkshauptmannschaft
  Turnau,  an  der  Iser,
bildete  26.  Juni  1866  den  Schauplatz
eines  nächtlichen  Kampfes  zwischen  den

Pirna  —  Pommern.

Osterreichern  unter  Clam-Gallas  und
der  preußischen  8.  Division,  der  Vorhut
der  ersten  Armee.  Diese  eroberte  unter
General  v.  Bose  das  Dorf,  während  sich
die  Osterreicher  auf  dem  linken  Iserufer
behaupteten.

Pomesanien,  ehemaliges  Bistum  im
deutschen  Ordensland  Preußen,  dessen
Sprengel  das  rechte  Ufer  der  untern
Weichsel  und  der  Nogat  umfaßte  und  sich
bis  zur  Grenze  des  heutigen  Russisch-Polen
erstreckte.  Der  Bischof  besaß  ein  kleines
Gebiet  im  Süden  von  Marienwerder  und
residierte  in  Riesenburg.  Das  Bistum  ist
1249  gestiftet  worden  und  ging  1524,  als
Bischof  Erhard  v.  Queis  zum  lutherischen
Glauben  übertrat,  ein.  Fortan  nahmen
die  Bischöfe  von  Kulm  den  Titel  „Bischof
von  P.«  an  und  wurden  darin  vom
Papst  bestätigt.

Pommerellen  (Kleinpommern),
ursprünglich  die  Landschaft  zwischen  der
Persante,  Netze,  Weichsel  und  der  Ostsee,
in  dieser  Ausdehnung  auch  Kassubenland
genannt,  stand  bis  1295  unter  eignen.
Herzögen.  Der  darauf  um  P.  unter  den

enachbarten  Staaten  ausbrechende  Zwist
erreichte  1309  dadurch  ein  Ende,  daß  Brandenburg
  und  der  Deutsche  Ritterorden  das
Land  teilten.  Dabei  fiel  diesem  der  östliche
Teil,  Brandenburg  der  Westen  zu.  In
späterer  Zeit  war  der  Name  P.  nur  für
den  Anteil  des  Ordens  im  Gebrauch,  der
mit  Westpreußen  1466  an  Polen  fiel
und  erst  in  der  ersten  Teilung  Polens
(1772)  wieder  an  Preußen  kam,  während
die  Stadt  Danzig  erst  1793  preußisch
wurde.

Pommern  wurde  in  der  römischen
Kaiserzeit  von  den  zum  Stamm  der  Vandalen
  gehörigen  Rugiern,  seit  dem  Ende
des  5.  Jahrh.  von  emischen  Völkern  bewohnt,
  welche  westlich  der  Oder  Liutizen,
östlich  davon  Pommern  genannt  wurden.
Als  erster  Fürst  in  P.  erscheint  Swantibor
  J.  (um  1100).  Das  Land  wurde  1107
geteilt  und  zwar  in  Pommerellen  im  Osten
mit  der  Hauptstadt  Danzig  und  das  eigentliche
  P.  mit  der  Hauptstadt  Stettin.  Als
die  herzogliche  Linie  1295  in  Pommerellen
  ausstarb,  fiel  der  westliche  Teil  an
die  Herzöge  von  P.-Stettin,  der  Osten