WILHELM II. SOLL „WILHELM MEISTER" LESEN 423
allein ein ernstes Buch liest, das zum Nachdenken anregt und Sammlung
erfordert, so wäre schon viel gewonnen.“ Ich empfahl dem Kaiser gelegentlich
und indem ich sorgsam vermied, einen pädagogischen Ton anzuschlagen,
eine solche geistige Diät. Ich nannte ihm auch einige Bücher: die Parerga
und Paralipomena von Schopenhauer, Wilhelm von Humboldts Briefe an
eine Freundin, Thukydides, einige Dialoge des Plato, „Wilhelm Meisters
Lehrjahre“. Ich glaube aber nicht, daß der hohe Herr meinen Rat
befolgt hat.