sollen das Parlament und der Senat in ungefähr einem Monat zusammenberufen
werden. Bratianı beabsichtigt in Begleitung des Generals Presan und von
Delegierten der Zivil- und Militärbehörden am 17. April ins Hauptquartier
abzureisen und dort mit dem Kriegsninister Gutschkow zusammenzutreffen,
um über die Lage zu beraten. Am 20. April beabsichtigt er darauf nach Petersburg
zu reisen. Ver Minister ohne Portefeuille Take Joneseu reist übermorgen
in Urlaub nach Petersburg ab.
gez. Mossolow.
(Prawda vom 2. Februar 1918.)
Geheimtelegramm des Ministers der Auswärtigen
Angelegenheiten.
An den Verweser der russischen Missionin Jassy.
25. April 1917. Nr. 1611.
Nach den hier vorliegenden Nachrichten wurde der Sozialist Rakowski
zu Beginn des Krieges in Rumänien verhaftet, weil er an der antimilitärischen
Propaganda teilgenommen hatte. Mit Rücksicht darauf, daß die Frage der
Gründe seiner Verhaftung in unserer sozialistischen Presse jetzt eifrig erörtert
und die Regierung angegangen wird, seine Freilassung zu erwirken, haben Sie
die Geneigtheit vertraulich in Erfahrung zu bringen, ob es die rumänische Regierung
nicht lür möglich findet, Rakowski freizulassen; bei uns würde das den
besten Eindruck hervorrufen.
gez. Miljukow.
(Prawda vom 31. Januar 1918.)
GeheimtelegrammdesGesandteninRumänien.
Jassy. 26. April 1917. Nr. 512.
Über die Möglichkeit, den verhafteten rumänischen Staatsangehörigen
Rakowski freizulassen, babe ich vollkommen vertraulich mit Bratianu gesprochen,
welcher mir erklärte. daß Rakowski unter dem Vorwand sozialistischer
Propaganda, welche er führe und für welche er deutsche Geller benutze, tatsächlich
gegen den Eintritt Rumäniens in den Krieg im Bunde mit Rußland agitiert
habe. Diese Agitation führte im Juli 1916 zu dem Arbeiterstreik in Galatz und
später zu den Ruhestörungen. zu deren Unterdrückung Waffengewält angewandt
werden mußte. Trotz des Wunsches, der russischen Regierung gefällig zu sein,
sieht Bratianu gegenwärtig keine Möglichkeit, Rakowski freizulassen und (dladurch
die ohnehin schon bestehende deutschfreundlliche Propaganda im Lande
zu stärken, Im Falle seiner Freilassung wird Rakowski nach der Ansicht
Bratianus seine verbrecherischen Beziehungen zu Deulschland über Bukarest