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II. Band S. 152. Verlag Tiergarten, Karlsruhe 1007. — Denkschrift
der Königl. Versicherungskammer in Bayern. Herausgegeben von Präsident
von Haag, Verlag Oldenbourg, München 1900. — Mitteilungen für
wmss Herausgeber C. Weilandt. Berlin. Halbmonatsschrift.
Schweineversicherung.
Die Schweinezucht liegt zum weitaus größten Teil in den
Händen des Kleinbesitzes und der Arbeiter. Nur 7 Prozent des
gesamten Schweinebestandes zieht der Großbesitz auf, 93 Prozent
gehören Bauern, Kolonisten, Häuslern und Arbeitern. Welche
Bedeutung die Schweine für den kleinen ländlichen Haushalt
haben, geht aus der Aeußerung einer Arbeiterfrau aus der
Gegend von Gifhorn hervor, die mir sagte: „Alle Jahre ziehen
die kleinen Leute in meiner Heimat, auch die ganz kleinen, zwei
Schweine groß, eines wird geschlachtet, das anderr verkauft, das
ist gerade zu ihre Sparkasse für den Winter.“ So
ist es aber nicht nur hier, sondern die gleichen Verhältnisse fiuden
sich wohl bei der ländlichen Arbeiterbevölkerung in ganz Deutschland.
Ja, das Schwein ist wirklich die Sparkasse der Kleinen auf
dem Lande, der Tagelöhner, Hofgänger, Instleute, Deputatknechte
usw. Alle rechnen den Sommer hindurch mit dem Gelde, das
ihnen im Herbst der Verkauf ihres Borstenviehes bringen wird.
Aber das Unglück schreitet schnell, ganz besonders bei der
Schweinezucht, und tausendfach wiederholt sich's in jedem Jahre,
daß sleißige sparsame Arbeiter durch den Verlust eines Schweines
in ihren Verhältnissen zurückkommen, also statt des erhofften
Segens die Not einkehrt. Da heißt es beizeiten den Brunnen zudecken.
Alle Schweinezüchter, auch die kleinsten, ja diese in erster
Linie, sollten versichern.
Nittel und Wege. Die einfachste Form ist die Ortsversicherung,
der sich alle Sckweinczüchter (mit Ausnahme der Schlächter
und Händler) mit allen ihren Tieren anschließen. Musterstotzungen
für Ortsversicherungsvereine gegen
Schäden im Schweinebestande sind von den Regierungen zu Potsdam
und Frankfurt a. O. und von den Landwirtschaftskammern
für die Provinzen Westfalen und Hannover aufgestellt.
Der Zusammenschluß der Ortsvereine zu einem Verbande gibt
erst die Gewähr für die Sicherheit und Haftungsfähigkeit der örtlichen
Versicherungskassen, die schon große Verbreitung gelunden
haben. So bestehen z. V. in der Provinz Westfalen 1492 Viehverficherungsvereine.
In der Provinz Pommern besteht seit
1905 ein Verband, dem sich 76 Schweine., 39 Rindviehvereine,
sowie ein Pferdeversicherungsverein angeschlossen haben. Ein Ver-