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Interesse einer rationellen Waldwirtschaft nötig war, ja, daß einige
dieser Nutzungsrechte, wie z. B. die Streunutzung, absolut schädlich
waren; man hat sich aber damit nicht begnügt, sondern das Kind
mit dem Bade ausgeschüttet und so einen schweren Fehler an der
Landbevölkerung begangen, der in unserer Zeit der Landentvölkerung
nicht allein den Bauern schädigte, sondern auch dem
Staate zum Nachteil gereichen muß.
War denn wirklich die Ablösung der wichtigsten Gercchtsame,
der Holzberechtigungen, die für den kleinen Bauersmann in harter
Winterszeit einen höchst bedentsamen Rückhalt bildete, unbedingt
notwendig im Interesse einer rationellen Waldbewirtschaftung?
Wir glauben nicht. Hatten doch die Banern gar nicht mehr die
Berechtigung, jederzeit in den Wald zu gehen, und sich ihr Recht
zu nehmen, wo es ihnen gut dünkte. Sie hatten zwar ihr Los
noch, aber keinerlei Eigengewalt, keinerlei Bestimmungsrecht mehr:
sie mußten das Holz nehmen, wo und wie die Forstbehörde es
ihnen anwies. Der holzberechtigte Bauer unterschied sich also
von dem nicht boikberechtigten, der seinen Bedarsf auf der Holzauktion
ersteht, nur noch dadurch, daß er für seinen Holzbedars
lein bares Geld auezugeben brauchte, was aber immer noch
einen bedentenden Wert für ihn ausmachte. Heute muß er jeden
„Stock Holz" teuer bezahlen. Nach den Ablösungen stiegen die
Holzpreise nicht selten um 50, ja 100 Prozent.
Und wenn man schon die Ablösung als dringend geboten
hielt, so war es sicherlich ein großer Fehler, die Berechtigung mit
einer einmaligen Geldabsindung abzustoßen. Wohl wird in
Preußen auch Entschädigung in Land geboten; doch ist's dann
nicht immer das beste Land und manchmal in sehr unwirtschaftlicher
Lage, sodaß den Lenten damit nicht sehr gedient ist; sie
ziehen daher meistens die Entschädigung in barem Gelde vor.
Immerhin wäre die Landentschädigung noch besser als bares Geld,
das bald ausgegeben ist.
Im ersten. Jahrgange des „Land“ S. 194 ist von dem Bauermeister
Hart mann in Schnedighaufen bei Northeim i. H.,
einem gebildeten und im dortigen Kreise sehr angesehenen Manne,
ein Brief veröffentlicht, der den ganzen Hergang kurz und erareifend
schildert. 18 Jahre, heißt es darin, hätten sie mit Hilse
des Braunschweiger Sachverständigen dem Fiskus Stand gehalten,
und es hätte ihnen viel Geld gekostet; aber sie sähen uun ein.
daß sie es doch nicht mehr halten könnten, denn alle maßgebenden
Faktoren, der Vertreter des Fiskus, nämlich ein Regierungsrat.
der Herr Obersorster, der Forstmeister und anch der Kommissar
hielten zur Regierungspartei und wären der Bauern Gegner.
Um dem Aerger ein Ende zu machen, wollten sie nun den Bfachen
Betrag der Sollrente (pro Los oder 16,2 um) mit etwa 1405 Mk.
als Absindungs'umme annehmen. —