Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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und  Bodenverhältnisse  keine  zu  enge  Sortenauswahl  zulassen,  so
muß  doch  mit  allem  Nachdruck  eine  Beschränkung  der  Sorten  für
die  einzelnen  Absatzgebiete  angestrebt  werden.  Nur  unter  dieser
Bedingung  wird  der  Obstbau  zur  vollen  Blüte  gelangen,  und  als
schließliches  Giella  aller  Destrebungen  zur  Förderung  des  Obstbaues
*n  die  dwirtschaftskammer  für  die  Provinz  Pommern
(s.  Bericht  Wß  mit  Recht  an:  Schaffung  von  Lagerräumen,
Sammel.  und  Sortierungsstellen  mit  Einrichtung  genossenschaftlicher
  Verwertung.

Mittel  und  Wege.  Außer  staatlicher  Unterstützung
die  Tätigkeit  von  Kreis-  und  Gemeindeverwaltungen,  Obstvereinen
  und  Genossenschaften  durch  Belehrung,  Beschaoffung
auten  Pflanzmaterials,  Obstanlagen,  zweckmäßige  Obstverwertung
und  Erziehung  unserer  Jugend  zur  Freude  am  Obstbau.  Für  die
Belehrung  haben  Landwmirtschaftskammern  und  Kreisverwaltungen
Obstbaulehrer  angestellt,  deren  Aufgabe  es  ist,  Vorträge  in  kleinen
Orten  abzuhalten,  im  Bezirk  Kurse,  verbunden  mit  praktischen
Demonstrationen,  einzurichten  und  auch  einzelne  Belitzer  aufzusuchen.
  Zur  Ergänzung  ihrer  Tätigkeit  sind  Obstbauwärter
ausgebildet,  die  in  erster  Linie  praktisch  tätig  sind.  An  landwirtschaftlichen
  Lehranstalten  wird  Unterricht  im  Obstbau,  verbunden
mit  Demonstrationen,  durch  die  Obstbaulehrer  eingerichtet.  Der
Belehrung  dient  auch  die  Anlage  von  Mustergärten,  Provinzialund
  Kreisobstbaumschulen  und  besonderen  Lehranstalten.  An
diesen  Anstalten  werden  Kurse  für  Volksschullehrer  und  Wegeaufseher
  abgehalten.  Ganz  besonders  muß  bei  Gemeindeobstanlagen
  sachverständig  verfahren  werden.  In  der  Provinz
Brandenburg  sind  alle  Gemeinden  angewiesen,  sich  bei  Anlage
  von  Obstpflanzungen  an  die  Landwirtschaftskammer  zu
wenden,  die  Prüsung  der  Straßen,  Bepslanzungspläne  und  Voranschläge
  kostenlos  übernimmt.  In  der  Provinz  Posen  sind  die
Kreise  und  Gemeinden  angewiesen,  die  aus  Staats-  und
meindemitteln  gegründeten  und  unterstützten  Obstbauanlagen  und
Straßenpflanzungen  durch  den  Obstbauinspektor  gelegentlich  seiner
Reisen  revidieren  und  begutachten  zu  lassen.  1905  gab  es  in
28  Kreisen  180  derartige  Pslanzungen  mit  114  456  Obstbäumen.
Auch  auf  die  Bedeutung  der  Schulgärten  zur  Förderung  des  Obstbaues
  sei  hingewiesen.  Bei  der  Beschaffung  von  Pflanzmaterial
wird  es  sich  um  den  Ausschluß  ungeeigneter  Sorten  und  um
billigen  Ankauf  handeln.  Zur  Einführung  zweckmäßiger  und  nicht
zu  vieler  Sorten  für  einen  Bezirk  sind  von  Landwirtschaftskammern
  und  auch  für  kleine  Disechtte  Normal-Obstsortimente  von
Sachverständigen  aufgestellt,  deren  Berückfi  chtigung  zur  Erzielung
einheitlichen  und  sicheren  Absatzes  auch  dem  einzelnen  Obstzüchter
anzuraten  ist.  Durch  die  landwirtschaftlichen  Korporationen  und
Kreisverwaltungen  werden  den  Obstzüchtern  Pflänzlinge  zu  ermäßigtem
  Preise  bewilligt  unier  der  Bedingung,  daß  diese