Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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Stämme  sachgemäß  nach  Vorschrift  gepflanzt  und  gepflegt  werden.
Kontrolle  findet  durch  die  Obstbauwanderlehrer  statt.  Durch  Vereine
  und  Genossenschaften  werden  für  die  Mitglieder  Obstbäume
in  größeren  Mengen  bezogen.  In  Pflanz-,  Gemeinde-  und  Kreisobstbaumschulen
  werden  junge  Stämmchen  herangezogen,  die  dann
zu  angemessenem,  oft  auch  ermäßigtem  Preise  an  die  Berechtigten
abgegeben  werden.

Ein  vorzügliches  Beispiel  einer  Organisation  der  Obstbaumpflege
und  Obstverwertung  durch  die  Kreisverwaltung  bietet  der  Kreis  Westerburg.
  (Literaturangabe.)  Die  Maßnahmen  der  Kreisverwaltung  erstrecken
  sich  auf  Feststellung  cines  geeigneten  Obstbaum-Sortiments,  Beschaffung
  guten  Pflanzmaterials  durch  die  im  Kreise  arrlehen  Baumschulen,
  Musbildung  von  Obstbausachverständigen  (1  Kreisobstbaulehrer
und  18  Obstbauanwärter),  die  durch  Vorträge,  planmäßige  Belehrung  und
praktische  Demonstrationen  wirken,  Revision  der  vorhandenen  Pflanzun.
#nmit-  z  und  Einrichtung  genossenschaftlicher  Verwertung  (Land

In  der  Gemeinde  Badersleben,  Kreis  Oschersleben,  waren  1000  im
ganzen  11727  Obstbäume  vorhand  n,  von  denen  200  s
waren  und  deren  Verpa  9  2000—4000  Mk.  Jahr  einbringt.
In  der  Gemeinde  wechen  all  ünrh  8  Obstbauturse.  d.  Volksschullehrer
aus  dem  Regierungsbczirke  eingerichtet,  die  Lehrer  des  Ortes  haben  selbst
einen  Obstbauverein  gegründet.  An  der  Ackerbauschule  im  Orte  wurde
1885  cine  3  Morgen  große  Cbstplantage  angelegt.  (Land  XV,  G.  40.)

Bei  der  inneren  Kolonisation  wird  behördlicherseits  der  Obstbau  gefördert.
  Es  bietet  sich  bei  den  neugegründeten  Kolonien  Gelegenheit  zur
Einführung  nur  weniger,  aber  guter  ertragreicher  Sorten.  In  Pommern
baben  sich  nach  dem  Bericht  der  Landwirtschaftskammer  vom  Jahre  1906
hange  Ortschaften  und  zwar  in  großer  Zahl  zur  gemeinsamen  Erzeugung
ausgewahlter  heimischer  Obitsorten  in  der  Weise  vereinigt,  daß  alle
Anfiedler  ciner  Kolonie  eine  bestimmte  Obstart  und  Sorte  für  ihren
wichtsetlichen  Bedarf  und  den  gemeinsamen  Massenabsotz  wählen  und
Pflanzen

Der  Ostpreußische  landwirtschaftliche  Centralverein  in  Königsberg,
Prcußen,  liefert  aljährich  an  kleinere  Landwirte,  die  nicht  mehr  als
75  ha  bewirtseaften,  Obstbäume  zu  ermähßigten.  Preisen.  Im  Jahr  1906
wurden  erer  Sella  äunee:  308  Birnbäumc,  1  Kibn  im  Gesamtwert
  b  andwirte  abgegeben.  reuhen  wurden
  105  durch  die  Tondwirsschafkskam#me  8345  Cuscbaume  zu  mäßigsten
Preisen  an  138  Vereine,  17  Rentengutsnehmer,  41  Einzelempfänger  abgegeben.
  —  Im  Lreile  Hildesbeim  erhalten  die  Gemeinden  des  Kreises,
welche  mindestens  30  30  Obstbäume  in  einem  Jahr  von  solchen  Sorten
pflanzen,  die  zu  gleicher  Zeit  reifen,  für  jeden  Stamm  einen  Zuschuß
von  40  Pfg.  aus  Kreismitteln,  auch  ,eschieht  das  Pflanzen  und  die
Pflege  dert  Bäume  während  der  ersten  sechs  Jahre  auf  NKosten  des
kuen  —  Kreiß  Brilen  gibt  30  t  fũr  jeden  aus  der  Obstbaumschule

eises  bezogenen  und  vorschri  2—  gepflanzten  Baum.

Sehr  wesentlich  ist  die  Heranziehung  der  Volksschullehrer  als
Obstbausachverständige,  um  durch  diese  auf  die  Gemeinde  zu
wirken.  Von  der  planmäßigen  Erziehung  der  Jugend
zum  Verständnis  von  dem  Werte  des  Lostkoaur  wird  die  Zukunft
des  Obstbaues  zum  großen  Teil  abhängen,  sie  verdient  daher  be-Sobnred.

  Wegwelser.  10