Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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solge.  Der  Absatz  in  der  Nähe  der  Städte,  Indulttiberirte  Badeorte
  usw.  leicht  und  sicher;  Abnehmer  für  alle  zu  Konservezwecken
geeigneten  Gemüsesorten,  auch  aus  entlegeneren  Gegenden,  sind
die  zahllosen  Konserve-  und  Präservefabriken.  Gemüsebauvereine
und  landwirtschaftliche  Veraufsgenossenschaften  müssen  den  Absatz
  vermitteln  und  auch  die  Verwertung  zu  Konserven  und  Präserven
  in  die  Hand  nehmen.  Die  landwirtschaftlichen  Gartenbauvereine
  sorgen  für  Unterweisung;  in  den  Schulgärten,  die  meht
als  bisher  gefördert  werden  sollten,  sind  Versuche  zu  machen,  neben
dem  Obstbau  auch  der  Pslege  der  Gemüsesorten  und  Küchenkräuter
Aufmerksamkeit  zu  schenken.

Im  Dorf  Wote  Wausen  a.  Harz  leeße.  der  Erfolg  des  seit
langer  Zeit  betriebenen  Gemüsebaues  die  Preis=  ür  Ländereien  außerordentlich
  steigen.  Eine  Pacht  von  100  Mk.  und  ein  Kaufpreis  von
3000  Mk.  für  den  preußischen  Morgen  ist  *3  Seltenheit.  Das  ganze
Domänenland  —  1500  Morgen  —  ist  in  kleinen  Parzellen  an  die  Dorf.
bewohner  in  Pacht  gegeben,  die  hier  Gemüsebau  als  Kleinkultur  betreiben.
  Die  erste  Verpachtung  in  Parzellen  brachte  dem  Lielue
19  704  Mk.;  die  letzte  im  Jahre  1905  auf  weitere  12  Jahre
In  großen’  Posten  werden  nur  Kartoffeln,  Zwiebeln  und  0  —
Fefübrt.  Ursachen  der  hohen  Rentabilität  sind,  daß  die  Leute  ihre  Arbeit
ast  ohne  Hilfskräfte  verrichten  und  ohne  Ausnahme  ihre  Erzeugnisse
leibtt  im  Kleinhandel  in  die  umliegenden  grõtzeren  Städte  Blankenburg,
  Wernigerode  und  andere  zu  Markt  bringen.  Der  Harz  ist  während
  r  Sommermonate  ein  sehr  gutes  Absatzgebict.  (Land  XIII,
—  Die  Ertte,  Bayrische  Krautverwertungs.
Se  #,  m.  b.  H.  in  Ihmaning  bei  München  wurde  im
Jahre  1600  gegründet.  Die  Genossenschaft,  die  jetzt  62  Mitglieder
zählt,  unterhält  eine  Filiale  in  München,  sowie  eine  Vertretung  in
Augsburg  und  Nürnberg.  Durch  die  aufgestellten  drei  Eleltromotore
können  bei  normaler  Leistung  täglich  800  Zentner  Kraut  eingeschnitten
werden.  Der  Gesamtumsatz  beträgt  etwa  21  800  Zentner  im  Werte
von  200  000  MI.;  die  Rohrkrautanfuhr  in  der  Saison  30  000  Zentner.
.—  In  den  Ostprovinzen  suchen  die  durch  Frau  Böhm-Lamgarben
ins  Leben  gerufenen  Hausfrauenvereine  für  alle  Produkte  des  Gartens
und  der  Geflügelzucht  durch  Gründung  von  Verkaufsstellen  in  den
Löberen  Orten  eine  bessere  Verwertung  zu  erzielen.  (Land  XIII,
—  Der  Verein  zur  Förderung  der  arbeitenden
Klassen  im  Kreise  Waldenburg,  Schlesien,  stellt  mit  Hilfe  einer
staatlichen  Beihilfe  von  2000  Mk.  den  Arbeitern  eine  große  Anzahl  von
Gärten  zur  Verfügung.  Am  1.  Oktober  1000  waren  dem  Verein  935
Gärten  umerstellt.  Ein  Teil  der  Gartenanlagen  ist  von  Gruben-  und
Fabritverwaltun  ngen  eingerichtet  und  dem  Verein  unentgeltlich  oder  gegen
einen  mäßigen  Landpachtzins  zugeteilt.  Der  größere  Teil  des  Landes
ist  seitens  des  Vereins  von  Besitzern  aus  Stadt  und  Land  angepachtet
und  zu  Gärten  eingerichtet  worden.  Die  Gärteu  werden  den  Arbeitern
  unentgeltlich  überlassen  unter  der  Bedingung,  nach  den  Anweisungen
  der  vom  Verein  eingesetzten  Gartenbaukommission  Gemüse--,
Blumen-,  Beercn=  und  Obstbau  zu  treiben.  Die  erforderlichen  Sämc.
reien  gibt  der  Vevein  unentgeltlich.  Kartoffelbau  wird  nur  ganz  ausnahmsweise
  vorübergehend  zur  besseren  Vorbereitung  unkultivierten
Vodens  zugelassen.  Die  besten  Anlagen  erhalten  Prämien.  —

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