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den Zwischenhändlern nicht zu ri bermmerodfüch werden, empfiehlt
sich der genossenschaftliche Zusammenschluß
aller Weidenpflanzer für gn gemeinschastlichen
Absatz ihrer Produkte, der um so wichtiger ist, als die
meisten großen Fabriken nur Ladungen von mindestens 200 Ztr.,
aber keine kleineren Lieserungen von einzelnen Züchtern ankausen.
Für Deutschland ist die Hauptabsatzauelle für tadellose
geschälte Weiden Lichtensels in Bayern. Zu empsehlen
ist, daß die Weidenpflanzer nicht nur den Handel mit den grünen
oder geschälten Ruten betreiben, sondern, namentlich in armen
Gegenden, die Ruten in der langen Winterzeit
selbst zu Handelsartikeln verarbeiten.
Die Westpreußische Weidenverwertungsgenossenschast
mit dem Sitz in Graudenz hat eine
eigene Weidenschäl- und Flechtsabrik gegründet. Für gute Weiden
bezahlte die Fabrik 1894 pro Ztr. 1 Mk. Inzwischen hat die
Weide eine enorme Preissteigerung ersahren, z. B. kosten grüne
Weiden heute 2 Mk. bis 2,50 Mk. pro Zentner, weiße geschälte
Weiden 15 Mk. bis 25 Mk. Dementsprechend sind die Korbwaren
im Preise gestiegen.
Unterrichtskurse in der Weidenkultur sollten überall
da mit Unterrichtskursen in der Korbfslechterei verbunden werden,
wo eine solche Wdustrie eingeführt werden kann. In 37österreichischen
Korbflechtlehranstalten sind Werkmeister und Vorarbeiter
zugleich für Weidenkultur ausgebildet. Auskunft über
Anlage von Korbweidenkulturen und Hausindustrien gibt der
Weidenbaulehrer und Direktor der Weidenbauschule C. Brickwedel
in Graudenz, Westpreußen.
Der Weidenbau hat sich nach dem Bericht der Landwirtschaftskammer
zu Pesen in einzelnen Gegenden der Provinz erfolgreich entwickelt
und in Tirschtiegel zu einer su⅜ Hausindustrie herausgebildet.
Es werden dort etwa 0—700 Morgen mit der von cinem
Korbmacher vor 25 Jahren“ aus Amerika eingeführten Rothanfweide
(salix americana) angebaut, die infolge ihrer vorzüglichen Eigenschaften
als Flechtweide für *rr Korbarten die anderen Weidenarten verdrängt
hat. Durch ihre starke Belaubung unterdrückt sic das Unkraut.
Die jährliche Produktion beträgt für den Viertelhektar 50—60 Zentner
Rohweiden, die teils roh verarbeitet, teils als geschälte Weiden verkauft
werden. — In Prummern im MNheinland ist durch den verstorbenen
Bürgermeister Krahe in der Rör-Wurm-Niederung die Weidenkultur
eingeführt, dic nach einem uns zugegangenen Bericht heute in hoher
Blüte steht. Der günstige Stand der Eisenindustric brachte reichliche
Aufträge, die eine betrachtliche Preiserhöhung für das Rohmaterial
wie für sertige Ware zur Folge hatten, sodaß trotz der inzwischen eingetretenen
Erhöhung der Bewirtschaftungskosten bei den gegenwärtigen
Preisen die Beidenkuliur sehr lohnend ist. — Die Heinsberger Lehranstalt
für Korbmacherei in der -beinpreviug, berichtet von einem
hohen Ausschwung der RNorbflechterei, beson auch der besseren Korbmöbelsabrikation.
Die ungewõ nliche Verbesserung der Lage des Korbflechtereigewerbes
hängt mit der Ausdehnung der Eisenimdustrie zu-