Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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Literstur.  Johannes  Böttner,  Praktische  Gemüseärtnerei,
  Trowitzsch  und  Sohn.  Frankfurt  a.  O.  —  Derselbe:
rtenkulturen,  die  Geld  einbringen.  Ebenda.  —  Wilke,  Einträglicher
  Gemüsebau  mit  Berücksichtigung  der  Vor-,  Zwischen-  un
Nachfrüchte.  J.  Teumnn,  Neudam  Philipp  Leld,  Der
ldgemüsebau,  Stuttgart.  —  Leiträ  e  zum  feldmäßigen  Gemüsebau.
Arbeiten  3  de  isGzç  :  z  eselllchn  ft.  Heft  117.  Berlin
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Frau  auf  Onn  Lande.  Berlin  2  *1m  Deutsche  Landbuchhandlung.  1

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Korb=  und  Schälweiden-Kultur.

Der  Verbrauch  von  Korb-  und  Weidenflechtartikeln  wächst  in
Deutschland  von  Jahr  zu  Jahr,  sowohl  in  einfachen  Waren  für
den  Hausgebrauch  als  auch  in  feineren  Luxus-  und  Modeartikeln,
die  sich  bis  auf  die  Herstellung  von  Möbeln,  Wagen,  Kunstkörben
und  der  verschiedenartigsten  Galanteriewaren  erstrecken.  Als  Kohmaterial
  kommen  hauptsächlich  die  Weidenruten  in  Betracht.
Leider  muß  der  größere  Teil  dieses  Rohmaterials  vom  Auslande
bezogen  werden,  da  Deutschland  selbst  bis  jetzt  den  Bedarf  nicht
decken  kann.

Die  Flechtindustrie  bildet  für  die  ärmere  Bevölkerung
in  Gebirgsgegenden  nicht  selten  den  Haupterwerbsfweig.  verschafft
aber  auch  im  Winter  in  der  arbeitslosen  eit  der
#emeren  Landbevölkerung  eine  lohnende  Neben  9  eschäftigung.
  Auch  die  Kultur  der  Weiden  selbst  erfordert
alie  Arboststräfte  gerade  im  Winter.

t  Anbau  der  zu  industriellen  Arbeiten  geeigneten  edleren
Weidenorten  ist  überoll  da  zu  fördern,  wo  Voden  und  Klima
solches  zulassen.  Ein  besonderer  Vorzug  dieser  Kultur  ist,  daß
für  sie  sämtliche  Bodenarten  in  Betracht  kommen,  die  sonst  dem
Landwirt  keinen  Nutzen  gewähren,  also  sumpsige  und  saure
Wiesen,  ausgetorsfte  Brüche,  steile  Abhänge,  abgeholzte  Wälder

g.  Oedländereien.  Der  Futterertrag  oder  Monstige  Nutzungswert
  dieser  Bodenarten  ist  gleich  null.  Bei  Anpflanzung  dieser
Flächen  mit  Weiden  sind  bei  richtiger  Anlage  nennenswerte  Reinerträge
  möglich.  Die  Westpreußische  Landwirtschaftskammer  gibt
den  Reinertrag  von  einem  pr.  Morgen  im  Durchschnitt  auf

Mk,  an.  Aus  dem  Baste,  d.  h.  der  Rinde  der  Weiden,  welcher
beim  Schälen  als  Absall  und  früher  fortgeworfen,  höchstens  verbrannt
  wurde,  wird  neuerdings  ein  wertvoller  Textilstoff  hergestelt.
  aus  dem  Säcke  von  besonders  starker  Qualität  versertigt
werden.

Mittel  und  Wege.  Wichtig  sind  Unterrichtskurse  für
den  Weidenbau  durch  landwirtschaftliche  Vereine;  desgleichen
müssen  Weidenbau-Versuche  mit  Staatsunterstützung
  angestrebt  werden.  Damit  die  Preise  bei  den  Korbweiden-Versteigerungen,
  besonders  für  die  edleren  Sorten,  von