Metadaten : Spittler’s sämmtliche Werke. Sechster Band. (6)

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Landstände  selbst  an  den  sel.  Herzog  zu  fodern  hatten,  war
eine  Theiluchmung  an  Bezahlung  der  fürstlichen  Schulden,
an  welche  der  Herzog  billig  zu  denken  hatte.

Eine  neunjährige  Fortsetzung  der  alten  Steuer  wurde
zwar  endlich  verwilligt,  man  versprach,  sich  weiter  noch
anzugreifen,  wenn  nicht  durch  die  neunjährige  Schatzung
die  Schulden  sollten  gedämpft  werden,  man  vervollkommte
die  Einrichtung  des  Schatzwesens  7),  wie  billig  bei  einer
so  dringenden  Schuldenlast,  und  bei  einer  so  lang  fortgesetzten
  Steuer  endlich  geschehen  mußte,  aber  Prälaten  und
Ritter  erhielten  sich  dagegen  in  ihrer  alten  Steuerinimunitaͤt,
  der  Herzog  versprach,  alle  Beschwerden  zu  hoͤren,  dem
Adel  die  Freiheit,  in  fremde  Kriegsdienste  zu  treten  **),
wenn  sich  ein  ehrlicher  christlicher  Zug  ereigne,  nicht  zu
verweigern,  und  wie  uͤberall  gleiche  Gerechtigkeit  seyn  sollte,
so  versicherte  auch  der  Herzog,  durch  Anrichtung  einer
neuen  Polizeiordnung  fuͤr  den  allgemeinen  Wohlstand  zu
sorgen.

Doch  gerade  diese  Sorge  fuͤr  allgemeine  Wohlhabenheit
  war,  wie  sich  bald  zeigte,  großentheils  Mitleiden
gegen  das  Landvolk,  bei  welchem  der  Adel  und  selbst  auch
die  Staͤdte  fuͤr  die  Erhaltung  ihrer  Vorrechte  und  fuͤr  die
ruhige  Fortdauer  ihrer  Immunitaͤten  nicht  wenig  fuͤrchten

*)  Der  Herzog  ordnete  dem  Schatzeinnehmer  und  Landrentmeister
einen  Gegenschreiber  zu.,  erhielt  einen  eigenen  Schlussel  zum
Schaskasten,  und  versprach  selbst  darauf  zu  sehen,  daß  bei  der
Besteurung  eine  allgemeine  Gleichheit  gehalten  werde  und  jeder
seinen  gebührenden  Theil  trage.

**)  In  den  Landtagsbeschwerden  auf  dem  Landtage  zu  Elze  1593
heißt  es  (Nr.  42):  damit  sse  nicht  auf  die  Luderbank  liegen,
das  ihre  unnütz  verzehren  oder  wie  andere  Bguren  zanken  und
reden.