Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

Gemeindeblatt  sich  mit  der  Geschichte  des  Ortes  befassen  muß  und  so
den  —  “  ihre  Heimat  lieb  macht.

n  hat  der  Christliche  Zeitschriftenverein,  Berlin
  n  *s6  Alte  Jakobstraße  129,  zahlreiche,  allerdings  rein  lirchliche
Gemeindeblätter  hervorgerufen,  indem  er  der  eimelnen  Gemecinde  eine
oder  mehrere  Spalten  eines  Normalblattes  zur  Verfügung  stellt.
Württemberg  und  Schleswig-Holstein  folgten  mit  einer  gleichen  Einrichtung.


Wieistein  Gemeindeblatt  zu  gestalten?  Es  hat
sich  als  am  vorteilhastesten  herausgestellt,  mit  dem  Gemeindeblatt
möglichst  klein  —  mit  4—8  Seiten  Oktav  oder  4  Seiten  Quart  —
anzusangen,  einmal  der  Kosten  wegen,  andrerseits  um  den
Herausgeber  nicht  zu  sehr  zu  belasten.  Es  darf  auch  aus  diesem
Grunde  nicht  öster  als  monatlich  erscheinen.  Die  Mittel  werden
am  besten  durch  freiwillige  Beiträge  aufgebracht.  Abonnement
ist  nicht  zu  empfehlen,  denn  zum  Wesen  des  Gemeindeblattes  gehört
  es,  daß  es  umsonst  in  jedes  Haus  gegeben  wird.  Die  Kosten
betragen  150  bis  250  Mk.  jährlich  und  sind  bisher  überall  gedeckt
worden.  Auf  Inserate  ist  durchaus  zu  verzichten:  einmal  bringen
sie  nichts  ein,  denn  der  Leserkreis  ist  zu  klein,  um  eine  solche  Anzahl
  derselben  zu  erhalten,  daß  ein  Ueberschuß  bleibt,  der  zur  Vergrößerung
  des  Blattes  dienen  könnte,  und  andrerseits  muß  der
Herausgeber  für  die  Inserate  eintreten  und  macht  auch  außerdem
den  Geschäftsleuten  im  Dorse  durch  sie  Konkurrenz.  Mitarbeiter
ind  möglichst  viele  zu  gewinnen,  damit  das  Blatt  nicht  zu  eineitig
  wird,  doch  die  Hauptarbeit  wird  immer  vom  Herausgeber  zu
eisten  sein.  Um  die  oben  erwähnte  wünschenswerte  Fühlung  mit
dem  Leiter  des  Lokalblattes  zu  gewinnen,  wird  man  am  besten
das  Gemeindeblatt  bei  diesem  drucken  lassen,  wenn  nicht  eine  allzuhohe
  Forderung  den  Druck  in  einer  auswärtigen  Druckerei  ratsam
erscheinen  läßt.

Ein  eigenes  Gemeindeblatt  ist  in  jedem  Falle  vorzuziehen;  wer
aber  nicht  die  Herausgabe  eines  selbständigen  Blattes  wagt,  wende
sich  an  den  genannten  Christlichen  Zeitschristen-Verein  oder  auch

an  unseren  Verein,  da  unter  Umständen  das  von  Sohnrey  herausgegebene
  Wochenblatt  „Deutsche  Dorfzeitung“  da  und  dort  lokalisiert
  werden  könnte.

Literatur.  Sehr  umfangreich  und  größtenteils  in  Beitscriften  verstreut
  ist  die  Literatur,  die  die  Schäden  der  Presse  behandelt.  Man  findet
sic  fast  vollständig  vergeichnet  in  den  „Erenngelischen  Preßbestrebungen  und
Hoffnungen  im  Jahre  1005.  Jahresbericht  des  ev.-soz.  Preßverbandes
für  die  Provinz  Sachsen  von  P.  Swierczewski“.  Preis  1  M.  Dieser
H6hl  ie  Jahresbericht,  dessen  5  Jahrgänge  vom  Herausgeber  (St.  Ulrich

In,  Bez.  Halle)  für  insgesamt  5,.50  M.  portofrei  zu  kichen.  sind.
¾7  “  .  Literatur,  au.  der  miemard  „porübergehen  darf,  der  sich  für  die