Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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bildet  Diakonieschwestern  für  ländliche  Krankenund
  Gemeindepflege  aus:;  eine  Anzahl  solcher  Schwestern
sind  in  verschiedenen  Lerbgemeinden  als  Gemeindeschwester  tätig.
Die  Rote-Kreuz=  Schwestern,  die  in  den  in  allen  Gegenden
Deutschlands  befindlichen  31  Mutterhäusern  des  „Verbandes
Deutscher  Krankenpflege-Anstalten  vom  Roten  Kreuz“  eine  in
technischer  und  ethischer  Beziehung  gleich  vortreffliche  Ausbildung
erhalten,  können  in  allen  Landgemeinden  angestellt  werden,  doch
sind  sie  hauptsächlich  nur  in  der  Krankenpflege  tätig,  weniger  in
den  übrigen  Zweigen  der  Gemeindepflege.  In  Notständen  auf
dem  Lande,  wie  z.  B.  beim  Ausbruch  von  Epidemien  usi  stellen
sie  sich,  den  Statuten  des  Roten  Krenzes  entsprechend,  den  Landkrankenpflegestationen
  auch  zu  außergewöhnlicher  Hilfeleistung  bereit.
  Die  acht  großen  Frauen-Vereine  vom  Roten  Kreuz  in
Preußen  und  Norddeutschland,  Bayern,  Baden,  Württemberg,
Sachsen,  Hessen,  Weimar  und  Mecklenburg-  Schwerin.  haben  in  den
von  ihnen  begründeten  Landkrank  ·  eine  große  Anzahl
  Noter  Kreuz.Schwestern  angestellt.

In  Anbetracht  der  Schwierigkeit,  Krankenschwestern  von  Beruf
  in  auseichender  #  für  die  ländliche  Krankenpflege  zu  gewinnen,
  hat  der  Badische  Frauenverein  auf  Veranlassung
der  pn  de  de  schon  im  Jahre  1885  zuerst  den  Versuch  gemacht,
Hilfskräfte  aus  den  Landgemeinden  selbst,  ältere  Mädchen  oder
Witwen  zu  freiwilliger  Hilse  in  der  Krankenpflege  in  ihrer
Heimatgemeinde  zu  gewinnen.  Sie  erhalten  völlig  kostenlos  im
Ludwig  Wilhelm-Krankenhaus  in  Karlsruhe  sechs  Wochen  theoretische
  und  praktische  Unterweisung  in  der  Krankenpflege  und
Krankenkost,  daun  sechs  Wochen  Uebung  in  praktischer  Tätigkeit  in
vier  Krankenhänsern.  Darauf  übernehmen  sie  in  ihrer  Heimat
das  Amt  einer  „freiwilligen  Landkrankenpflegerin“  neben  ihrem
alten  Beruf,  und  bekommen  entweder  ein  festes  kleines  Gehalt  oder
Vergütung  von  Einzelleistungen  in  der  Krankenpflege.  Alle
bleiben  in  fester  Verbindung  mit  dem  Badischen  Frauenverein,
tragen  ein  silbernes  Dienstkreuz  und  Diensttracht,  sobald  sie  die
Krankenpflege  im  Nebenamt  ausüben  und  verwalten
den  ihnen  übergebenen  Schrank  mit  den  Krankenpflegeapparaten.
Nach  dem  Jahresbericht  von  1900  sind  jetzt  69  solcher  freiwilligen
Idtrantenrilegerinnen  in  ihren  Heimatgemeinden  in  Baden
tätig.  —  Eine  ähnliche  Einrichtung  begründete  einige  Jahre  nach
Einrichtung  dieser  badischen  Landkrankenpflege  Pastor  Lühmann
  in  Sittensen,  Bez.  Stade,  Hannover.  Auf  seine  Veranlassung
  bildet  das  „Hen  riettenstift“  in  Hannover
Mädchen  oder  Witwen  im  Alter  von  36—50  Jahren  aus  Landorten
  in  sechs  Monaten  theoretisch  und  praktisch  in  der  Krankenund
  Gemeindepflege  aus:;  die  ausgebildeten  Gemeindepflegerinnen
  übernehmen  dann  in  ihrem  Heimatort  neben  ihrem
bisherigen  Beruf  Krankenpflege  und  andere  Zweige  der  Gemeindepflege,
  leiten  Kinderbewahranstalten,  Franen-  und  Jungfranen-