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freund läßt sich bei seinen immer häufigeren Besuchen noch bupentfeltlich
verpflegen und beherbergen, ferdert. auch ungeniert
* Kartoffeln, bald beinige Metzen Hafer und wird immer mehr
err im Hause. Mit jedem Biehwechsel, mit jeder neuen Lieserung
wächst das Schuldlonto 2 Bauern — da plötzlich wird der ute eerund
Hausfreund ängstlich, er müsse nun doch eine Sicher
6. eine Verschreibung, Bin Hypothelchen. Der geängstigte #ett- #
n und ist nun gänzlich in den Händen des Wucherers, der eines Tages
76 Schliace zusgieht, elle’ in Haus und Hof unler das amtliche Siegel
en läßt und eenlih ur gerichtlichen Versteigerung bringt. Der ge-—
r— Bauer aber muß das mit seinem Schweiß gepflegte
Heim verlassen. So ist die wucheris vichleib- der erste Schritt zum
Ruin vieler kleiner Existenzen auf dem Lande und ihre Bekämpfung
eine der Aufgaben, welche der ländlichen Wohlfahrtopflege zu stellen sind.
Der Schwindel im Dünger- und Futtermittelhandel besteht
noch immer in großem Umsange, vor allem werden mit Freß- und
Mastpulvern der Landwirtschaft erhebliche Summen aus der Tasche
gezogen. Ein Beweis ist die ungeheure Summen kostende Reklame,
welche von diesen „Freunden der Landwirtschaft“ dauernd
gemacht wird. Eine Blütenlese versänglicher und schwindelhafter
Anzeigen ist in der im Auftrage der Dentschen Landwirtschafts-Gesellschaft
herausgegebenen Broschüre „Vorsicht beim Ankauf von
Diinge- und Futtermitteln“ veröfsentlicht. Wo Genossenschaften
nicht bestehen, die durch Bezug von reellen Firmen oder ihren
Zentralorganisationen den Abnehmern reelle Ware garantieren,
empsiehlt sich zu diesem Zwecke Zusammenschluß der Interessenten
zu gemeinsamem Kauf.
Dem Schwindel mit Heilmitteln ist nicht leicht zu begegnen,
da Aberglaube und Unwissenheit diesem unsauberen Handel Vorschub
leisten. In erster Linie kommt Ausklärung und Belehrung
der Landbevölkerung in Betracht.
Zu erwähnen sind die fortlausend erscheinenden Bekannt.
machungen des Ortsgesundheitsrates in Karlsruhe über Geheim.
mittel. Eine gleichartige Verösfentlichung in Kreisblättern und
anderen amtlichen Organen wäre zu wünschen. Es empfiehlt sich
auch, die sogenannten volkstümlichen Blätter und Kalender auf
derartige Inserate hin anzusehen und nur auf die Verbreitung
solcher Schriften hinzuwirken, in denen Anzeigen dieser Art
prinzipiell nicht ausgenommen werden.
Dem Geldwucher haben die Darlehnskassen auf dem Lande erfolgreich
entgegengearbeitet (vergl. Genossenschaftswesen). Unerläßlich
ist eine reichhaltigere Belehrung der Landbevölkerung in
Vereinen, Winter- und Fortbildungsschulen über Natur und Wesen
des Wechsels. Der Verein gegen wucherische Ansbeutung des
Volkes im Großherzogtum Baden ist schon erwähnt.
Literatur. Der Wucher auf dem Lande. Berichter und Gatachten.
Schrift r. f. z#ialpolitik. Leipslg. Bd. 36 und 38. 1
1886. — v. cher Der Wucher auf dem Lande i. der Zeir.