Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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der  unseligen  Verkäufe  zum  mindesten  100  000  fl.  sogenanntes
feierndes  Geld  da  war,  abgesehen  von  den  schuldenfreien  Anwesen“.

Nach  den  ausführlichen  statistischen  Erhebungen,  die  die  bayerische
  Regierung  seit  dem  Jahre  1894  über  den  Umsang  und  die
Wirkung  der  Güterzertrümmerungen  gepflogen  hat,  sind  in  der
zehnjährigen  Periode  von  1894  bis  1904  zertrümmert  8758  landwirtschaftliche
  Anwesen  mit  133  130  Hektar  Grundfläche,  davon
durch  gewerbsmäßige  Güterhändler  in  6021  Fällen  oder  in  68.7
Prozent  aller  Fälle  mit  100  909  Hektar  Grundfläche  =  57.6  Prozent
  der  gesamten  zertrümmerten  Grundstücke.  Der  prozentuale
Anteil  der  gewerbsmäßigen  Güterzertrümmerung  in  den  zehn
Erhebungsjahren  ist  ziemlich  gleichmäßig  und  beträgt  durchschertt.
lich  68.4  Prozent.  Faßt  man  die  Zertrümmerungssläche  ins
Auge,  so  berechnet  sich  der  Anteil  der  gewerbsmäßigen  Güterzertrümmerung
  höher.  Die  Turchschnittszisser  ergibt  76,1  Progent,
  die  Ziffern  steigen  von  1898,99  an  dauernd  von  73,5  Prozent
auf  81,2  Prozent.  Ein  Teil  der  von  der  Zertrümmerung  betroffe.
nen  Anwesen  ist  ganz  verschwunden,  nämlich  22,6  Prozent,  so  daß
also  beinahe  ein  Viertel  der  zertrümmerten  Anwesen  als  selbstständig
  nicht  mehr  besteht.  Im  übrigen  haben  sich  durch  die  Zertrümmernng
  folgende  Verschiebungen  in  der  Größenklasse  ergeben.
Von  der  Gesamtzahl  der  zertrümmerten  Anwesen  ist  die  Größenklasse
  der  Grundstücke  unter  2  Hektar  von  3.7  Prozent  auf  30,9
Prozent  gestiegen;  die  Größenklasse  von  2  bis  5  Hektar  ist  sich
fast  gleich  geblieben,  dagegen  haben  sich  die  Anwesen  in  der  Größe
von  5  Hektar  und  darüber,  die  vor  der  Zertrümmerung  77,5  Progent
  ausmachten,  auf  27  Prozent  der  Gesamtzahl  rednziert.  Dai

  haben  an  ihrem  Grundbesitz  eingebüßt  und  sind  in  eine  niedeige
  Größenklasse  herabgesunken

bei  den  Auwesen  von  5  bis  40  ha  ca.  53  0

70o
r-  ½%  t-  7“  2  »  5  5%
„  „  20  „  50  82%
7“  *  7  t-  50  «  100  t  89  5%

Je  größer  also  ein  Anwesen  ist,  desto  mehr  wird  sein  Bestand
  in  der  Gesahr  der  Zertrümmerung  schweben,  während
andererseits  infolge  der  Güterzertrümmerungen  eine  Vermehrung
der  kleinsten  Anwesen  ersolgt  ist.  Besondere  Beachtung  verdient
noch  die  Tatsache,  daß  von  den  Güterhändlern  mit  Vorliebe  Anwesen
  mit  Waldbesitz  erworben  werden,  da  die  Abholzung  der
Wälder  meist  einen  bedeutenden  (GCwinn  abwirst.  Die  Gesamtwaldsläche
  der  in  den  Jahren  1897—1904  zertrümmerten  Anwesen
  betrug  im  Königreich  Bayern  18  640,17  Hektar  —  19,9  Prozent
  der  gesamten  Zertrümmerungsfläche.  Von  diesen  Waldflächen
  verblieben  bei  dem  sogenanuten  Hintergut  nur  3861,15
Hektar,  während  14  779,02  Hektar  abgetrennt  wurden.  Von  dieser
Fläche  sind  3499,27  Hektar  oder  18,8  Prozent  abgeholzt.  Hervorzuheben
  ist  noch  die  erhebliche  Zunahme  der  Güterhändler  und