stellung französischer Meisterwerke, die aus vorwiegend französischem
Besitz stammten, in der Berliner Akademie einige Jahre vor dem
Weltkriege. Graf Seckendorff war alles in allem eine der markan—
testen Erscheinungen in der Kunstwelt und als solche von unschätzbarem
Wert für die künstlerischen Bestrebungen meiner Mutter.
Ein steks willkommener Gast in meinem Elternhause war der hochgeschätzte
Bertraute meines Vaters, der nachmalige Justizminister
v. Friedberg, uns Kindern von frühester Jugend her bekannt. Wir
haben ihn verehrt und sehr an ihm gehangen. Er war ein prächtiger
Mann, schlicht, selbstlos und lopal. Bei meinen Eltern stand
er ebenso wie nachmals bei mir in hohem Ansehen, mein Bater hat
ihm in seiner kurzen Regierungszelt den Schwarzen Adlerorden verliehen.
Es war eine der wenigen Dankesbezeugungen, die er seinen
Getreuen erweisen konnte. Ich werde Friedbergs bei dem Kapitel
über die neunundneunzig Tage noch zu gedenken haben.
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Eine große Rolle spielte bei meinen Eltern der damalige Generaldirektor
der Königlichen Museen, Graf Usedom, der früher Diplomat
gewesen war. Mit seinem Bart und dem ausrasierten Kinn sah er
aus wie ein richtiger Elblotse. Er war schon in den vierziger Jahren
preußischer Gesandter in Rom gewesen und soll, wie mein Vater sagte,
höchst amüsant aus dieser Zeit erzählt haben, meine Mutter konnte
er damit immer erfolgreich zum Lachen bringen. Seine Frau Olympia,
eine resolute Dame englischer Herkunft, pflegte ihre Urteile über alle
Menschen, hoch und niedrig, mit erschreckend offenem Freimut kund—
zutun, während ihre umfangreiche Tochter Hildegard eine der übermäßig
begeisterten Wagnerkanerinnen war, wie man sie in sener Zeit
nicht so selten antraf. Der alte Usedom pflegte sich darüber gern mit
der ihm eigenen Mokanterie zu äußern.
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