Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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Wider  Schmugg  und  Schwindel  im  Inseratenwesen“  —  kann  nicht  genug
empfohlen  werde

Die  meisten  Gemeindeblätter  sind  in  dem  oben  genannten  „Verzeichnis
  der  evangelischen  Presse“  angegeben.  Alle  für  sie
in  Betracht  kommenden  Fragen  behandelt  die  in  viertelsührlichen  Leiten
erscheinende  Kleinste  christliche  Presse“,  zu  beziehen
ihren  Herausgeber  Pastor  W.  Busch-Gr.  Schwirsen  bei  Kaffzig  i.  Durch
für  80  Pfg.  jährlich.  Das  Blatt  unterrichtet  auch  über  die  biszher  erien
  Literatur.  Siecbe  auch  den  Auffot  Gemeindeblatt“  von

.  Busch,  in  der  „Dorfkirche“,  Ig.  1,  N

Das  Dorftheater.

Als  eins  der  wirksamsten  Förderungsmittel  des  geiftigen  und
geselligen  Lebens  auf  dem  Lande  wurde  im  „Gemeindeabend“
die  „Volksbühne“  genannt.  In  der  Tat  vermag  keine  andere
Volksbelustigung  und  Volkserholung  so  tief  und  nachhaltig  anzuregen
  und  in  gleicher  Weife  für  unsere  Ideale  zu  begeistern.
Das  Theaterspiel  hat  in  den  letzten  Jahren  erfreuliche  Ausbreitung
  erfahren.  Anregend  hat  in  dieser  Beziehung  besonders
der  von  Pfarrer  R.  Herrmann  herausgegebene  „Ratgeber  fürs
Dorftheater“  gewirkt.  An  Lust  und  Neigung  zu  dramatischer
Darftellung  fehlt  es  unter  der  Landbevölkerung  gewiß  nicht,  wenn
auch  die  Begabung  in  Süd.,  Mittel,  und  Weftdeutschland  stärker
hervortritt  als  im  übrigen  Deutschland.  Ein  tiefer  Drang
zu  dramatischer  Darstellung  ist  von  altersher  im  ganzen  deutschen
Volkstum  vorhanden  —  das  beweifen  die  zahlreichen  Reste  der
alten  Umzüge  und  Feftzüge,  in  denen  die  Volksseele  dramatisch
auszudrücken  versuchte,  was  sie  bewegt,  das  beweifen  die  dramatischen
  Aufführungen,  die  in  vergangenen  Jahrhunderten  felbst
in  den  kleinsten  Dörfern  stattfanden.  An  diese  angeborene  Lust
und  Begabung  muß  in  der  Gegenwart  angeknüpft  werden:  dramatische
  Darstellungen,  und  zwar  nicht  nur  für  das  Volk,  wie
sie  in  der  Stadt  veranstaltet  werden,  fondern  hauptsächlich  durch
das  Volk  müssen  nicht  nur  in  den  kleinen  Städten,  sondern  auch
in  den  kleinsten  entlegensten  Dörfern,  ja  selbst  auf  den  einsamen
Gütern  ins  Werk  gefetzt  werden.  Bei  diesen  dramatischen  Darstellungen
  haben  wir  felbstverständlich  nicht  die  gewöhnlichen  Einakter
  und  Komödien  im  Auge,  wie  sie  auf  dem  Lande  in  Vereinen
vielsach  aufgeführt  werden;  es  handelt  sich  vielmehr  um  die  Förderung
  einer  Volksbühne,  deren  Stoffe  dem  Volkston  in  seinen
edelsten  und  echteften  Aeußerungen  entnommen  und  die  der  Landbevölkerung
  allgemein  verständlich  sind.  Nicht  die  Possen  oder
Trivialitäten  der  öden  Einakter,  sondern  echte  Kunst  in  Ernst  und
Humor  foll  das  Landvolk  unterhalten,  begeistern,  erheben  und
von  den  Sorgen  des  Alltagslebens  befreien.

Mittel  und  Wege.  Die  Schwierigkeiten,  die  den  dramatischen
  Anfführungen  in  Landgemeinden,  selbst  unter  ungünftigen
Verhältnissen,  entgegenstehen,  sind  durchaus  nicht  unüberwindlich.