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Die Mannschaften des jüngsten Jahrganges der Landwehr-Infanterie können
jedoch erforderlichen Falles bei Mobilmachungen auch in Ersatz-Truppentheile
eingestellt werden.
Die Mannschaften der Landwehr-Kavallerie werden im Kriegsfalle nach
Maaßgabe des Bedarfs in besondere Truppenkörper formirt.
Die Landwehrmannschaften der übrigen Waffen werden bei eintretender
Kriegsgefahr nach Maaßgabe des Bedarfs zu den Fahnen des stehenden Heeres,
die Seewehrmannschaften zur Flotte einberufen.
§. 6.
Die Verpflichtung zum Dienst im stehenden Heere, beziehungsweise in der
Flotte, beginnt mit dem 1. Januar und zwar in der Regel desjenigen Kalenderjahres,
in welchem der Wehrpflichtige das 20. Lebensjahr vollendet, und dauert
sieben Jahre.
Während dieser sieben Jahre sind die Mannschaften die ersten drei Jahre
zum ununterbrochenen aktiven Dienst verpflichtet.
Die aktive Dienstzeit wird nach dem wirklich erfolgten Dienstantritt mit
der Maaßgabe berechnet, daß diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit vom
2. Oktober bis 31. März eingestellt werden, als am vorhergehenden 1. Oktober
eingestellt gelten.
Die Entlassung eingeschiffter Mannschaften der Marine kann jedoch, wenn
den Umständen nach eine frühere Entlassung nicht ausführbar ist, bis zur Rückkehr
in Häfen des Bundes verschoben werden.
Während des Restes der siebenjährigen Dienstzeit sind die Mannschaften
zur Reserve beurlaubt, insoweit nicht die jährlichen Uebungen, nothwendige Verstärkungen
oder Mobilmachungen des Heeres, beziehungsweise Ausrüstungen der
Flotte, die Einberufung zum Dienst erfordern.
Jeder Reservist ist während der Dauer des Reserveverhältnisses zur Theilnahme
an zwei Uebungen verpflichtet. Diese Uebungen sollen die Dauer von je
acht Wochen nicht überschreiten.
Jede Einberufung zum Dienst im Heere, beziehungsweise zur Ausrüstung
in der Flotte, zählt für eine Uebung.
§. 7.
Die Verpflichtung zum Dienst in der Landwehr und in der Seewehr ist
von fünfjähriger Dauer.
Der Eintritt in die Land- und Seewehr erfolgt nach abgeleisteter Dienstpflicht
im stehenden Heere, beziehungsweise in der Flotte.
Die Mannschaften der Landwehr und der Seewehr sind, sofern sie nicht
zum Dienst einberufen werden, beurlaubt.
Die Mannschaften der Landwehr-Infanterie können während der Dienstzeit
in der Landwehr zweimal auf 8 bis 14 Tage zu Uebungen in besonderen
Kompagnien oder Bataillonen einberufen werden.
Die Landwehrmannschaften der Jäger und Schützen, der Artillerie, der
Pioniere und des Trains üben zwar in demselben Umfange, wie die der Infan-