Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Zehnter Jahrgang. 1882. (10)

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2.  die  Gewerbekarte  (B8)  für  die  Erhebung  der  Gewerbebetriebe  mit  Mitinhabern,  Gehülfen,

Dampfesen  oder  durch  elementare  Kraft  bewegten  Triebwerken;
ierzu:
3.  die  Anleitung  zur  Ausfüllung  der  Zählformulare  (0);
b)  Anweisungen:

4.  die  Anweisung  für  die  Zähler  (D)  mit  der  Kontrolliste  (F),

5.  die  Anweisung  für  die  Gemeindehörden  (E)  mit  dem  Gemeindebogen  (6),

6.  die  gegenwärtigen  Bestimmungen  als  Anweisung  für  die  Regierungs=  und  Bezirksverwaltungsbehörden.
  )

§.  6.  Den  Landesregierungen,  welche  selbst  die  Herstellung  der  Zählpapiere  und  die  Bearbeitung
des  Urmaterials  übernehmen,  bleibt  überlassen,  an  Stelle  der  Zählbogen  für  das  Formular  I  Individual-Zählkarten
  und  für  das  Formular  II  besondere  Landwirthschaftskarten  treten  zu  lassen  und  die  dazu  erforderlichen
  Aenderungen  in  den  im  §.  5  bei  Ziffer  2  bis  5  bezeichneten  Zählpapieren  vorzunehmen.  Es  sind
dabei  jedoch  die  für  die  Erhebung  mit  Zählbogen  gegebenen  Vorschriften  entsprechend  anzuwenden,  und
namentlich  ist  Vorsorge  zu  treffen,  daß  für  die  Bearbeitung  die  Zusammengehörigkeit  der  Haushaltungemitglieder,
  insbesondere  der  Zusammenhang  zwischen  den  nicht  oder  nur  nebensächlich  erwerbsthätigen  Mitgliedern
und  dem  Haushaltungsvorstande  oder  sonstigen  Ernährer,  unzweifelhaft  erkennbar  bleibt.

S.  7.  In  den  Bundesstaaten,  für  welche  die  Herstellung  der  Zählpapiere  und  die  Bearbeitung  des
Urmaterials  von  Reichswegen  erfolgt,  werden  die  Landesregierungen  ihre  Bezirks-Verwaltungs=  und  Gemeindebehörden
  anweisen,  Anfragen  des  Kaiserlichen  statistischen  Amts  in  Bezug  auf  die  Erhebung  mit  thunlichster
Beschleunigung  zu  beantworten.

Wegen  des  Bedarfs  an  Zählpapieren,  sowie  wegen  deren  Versendung  und  wegen  Rückempfangs  der
ausgefüllten  Zählpapiere  (s.  10),  wird  das  Kaiserliche  statistische  Amt  sich  mit  den  statistischen  Centralstellen
dieser  Staaten  ins  Benehmen  setzen.  .

Zur  Bemessung  des  Bedarfs  sind  dabei  für  den  Staat  im  Ganzen  (einschließlich  des  für  Nachforderungen
  der  Gemeinden  anzulegenden  Reservevorraths  und  vorbehaltlich  im  Einzelnen  nachzuweisender  Ausnahmen)
  auf  100  Haushaltungen  (nach  der  Volkszählung  von  1880)  125  Zählbogen  (A)  und  130  Anleitungen
  zur  Ausfüllung  der  Zählformulare  (C)  zu  rechnen,  während  der  Bedarf  an  Gewerbekarten  (B)  auf
zwei  Drittel  der  Gesammtzahl  der  bei  der  Gewerbezählung  von  1875  ermittelten  Gewerbebetriebe  anzunehmen  ist.

Bei  der  Ueberweisung  der  Zählpapiere  an  die  Gemeinden  ist  in  diesen  Staaten  so  zu  verfahren,
daß  im  Mittel  auf  100  bei  der  Volkszählung  von  1880  ermittelte  Haushaltungen  etwa  115  Zählbogen
und  120  Anleitungen  zur  Ausfüllung  2c.  —  für  Gemeinden  mit  ständiger  oder  abnehmender  Bevölkerungszahl
  weniger,  für  solche  mit  rasch  zunehmender  Bevölkerung  oder  mit  stark  besetzten  Anstalten  mehr  —  gerechnet
  werden,  während  die  nach  dem  vorhergehenden  Absatz  dieses  Paragraphen  berechnete  Gesammtzahl  der
Gewerbekarten  zu  etwa  drei  Vierteln,  thunlichst  auf  Grund  der  Ergebnisse  der  Gewerbezählung  von  1875
(kür  jede  Gemeinde  etwa  die  Hälfte  der  damals  ermittelten  Gewerbebetriebe),  an  die  Gemeinden  auszutheilen,
die  übrigen  aber  für  etwaige  Nachforderungen  in  Reserve  zu  behalten  sind.  Bei  eintretendem  Mehrbedarf
  sind  den  Gemeinden  auf  Antrag  (§.  7  der  Anweisung  für  die  Gemeindebehörden)  weitere  Zusendungen
zu  machen.

Reichen  die  vom  Kaiserlichen  statistischen  Amt  überwiesenen  Vorräthe  nicht  aus,  so  ist  dasselbe,  unter
Begründung  des  Mehrbedarfs,  um  Ergänzung  derselben  anzugehen.

§.  8.  Die  nähere  Art  der  Vorbereitung  und  Vornahme  der  Erhebung,  die  Prüfung  und  Bearbeitung
  ihrer  Ergebnisse  in  den  Gemeinden,  sowie  die  Ablieferung  der  ausgefüllten  Zählpapiere  an  die
Bezirks-Verwaltungsbehörden  ergiebt  sich  aus  dem  Inhalt  der  Anweisungen  für  die  Gemeindebehörden
(Zählungs-Kommissionen)  und  die  Zähler  (§.  5).

§.  9.  Die  Bezirks-Verwaltungsbehörden  haben  die  ihnen  von  den  Gemeinden  abgelieferten  Zählpapiere
  soweit  thunlich  auf  ihre  allgemeine  Vollständigkeit  zu  prüfen,  insbesondere  darauf  zu  sehen,  daß  die
Gemeindebogen  ordnungsmäßig  aufsgestellt,  die  Kontrollisten  vorhanden  und  keine  zu  den  Gemeinden  gehörigen

Ortschaften  übergangen  sind;  erforderlichen  Falls  sind  die  Ergänzungen  oder  Berichtigungen  unverzüglich  zu
veranlassen.

 

2)  Als  Bezirks-Verwaltungsbehörden  gelten:  in  Preußen  die  Kreisbehörden,  in  Bayern  die  Bezirksämter,  in  Sachsen
die  Amtshauptmannschaften,  in  den  anderen  Staaten  die  entsprechenden  Bezirksbehörden.

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