Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1829. (6)

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Auch  ist  der  Stadt-Direktor  verpflichtet,  die  Disciplinar-Verfehlungen  oder  Gebrechen
  (K.  11),  die  auf  irgend  eine  Weise  zu  seiner  Kenntniß  gelangen,  dem  Kanzler
zur  weiteren  Verfügung  mitzutheilen.

.15.

Zu  Vollziehung  dieses  Theils  seiner  Funktionen  (F.  14)  ist  dem  Stadt-Direktor
eine  amtliche  Strafgewalt  verliehen,  welche  sich  auf  eine  achttägige  Gefängniß=Strafe
  (Incarceration)  und  auf  Geldbußen  bis  zum  Betrage  von  fünf  Reichsthalern
erstreckt.

Ueber  Verfehlungen,  welche  nach  seinem  Erachten  strenger  zu  ahnden  sind,  hat
derselbe  in  der  Disciplinar-Commission  Vortrag  zu  erstatten,  welcher  hierüber  das  Erbenntniß
  zusteht.  6

g.  16.

Die  Disciplinar-Commission  (K.  7)  ist  in  den  zu  ihrer  Strafgewalt  gehoͤrigen
Fällen  (6.  12,  15)  befugt,  Verfehlungen  der  Studirenden  nach  Verschiedenheit  der
vorliegenden  Umstaͤnde  mit  Gefaͤngniß-Strafen  auf  die  Dauer  von  hoͤchstens  vier  Wochen,
  mit  der  Unterschrift  des  consilium  abeundi  oder  mit  der  wirblichen  Entfernung
von  der  Universität  von  sechs  Monaten  bis  auf  zwei  Jahre  zu  ahnden.

Eine  länger  dauernde  Wegweisung  (Relegation)  kann,  nach  vorgängigem  Gutachten
  der  Dißciplinar-Commission,  nur  durch  den  akademischen  Senat  und,  im  Falle
solche  die  JZeit  von  vier  Jahren  übersteigen  sollte,  nur  mit  Genehmigung  des  Ministeriums
  des  Innern  verfügt  werden.

.  17.

Auch  in  Folge  gemeiner,  von  der  ordentlichen  Gerichts=  oder  Polizei-Behörde
(&66.  15,  21)  bereits  abgerügter  Vergehen  kann  ein  Studirender  von  der  Disciplinar=Commission
  noch  besonders  verwarnt,  mit  der  Entfernung  von  der  hohen  Schule  bedroht,
  oder  wirklich  belegt  werden.

Insbesondere  ist  die  gedachte  Commission  verpflichtet,  die  Frage  von  der  etwaigen
Entfernung  eines  Studirenden  von  der  Universität  in  Erdrterung  zu  ziehen,  wenn  gegen
  ihn  ein  gerichtliches  Urtheil  gefällt  worden,  #ermöge  dessen  sein  Ruf,  sey  es  durch
die  begangene  That  oder  durch  die  erkannte  Strafart,  empfindlich  gefährdet  wird.