ummer 1
Samstag, 1. Januar 1910
- .!·x·-———
14. Srohes DSaupty nartien, ben
t, vormittags. Amtlich.
E TKriegsschauplass.
Nach erfolgreicher Sprengung wurde den Engl#dern
wordpestsich don Hulluch ein vorgeschobener
Graben entrissen. Zwei Maschinengewehre
und einige Gefangene fielen in unsere
Ein feindlicher Fliegerangriff auf Ostende richtete
in der Stadt erheblichen Gebäudeschaden
an, besonders hat das Kloster vom Heiligen
Herzen gelitten. 19 belgische Einwohner sind
verletzt, einer getötet. Militärischer Schaden ist
nicht entstanden.
OHDPestlicher Kriegsschauplas.
½„ und
Balkan-Kriegsschauplat.
Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung.
Oberste Heeresleitung.
## amtiche ssterreichische Vericht.
MIB.Wien, 30. Dez. Amtlich wird gemelbet:
Nuflis#####Kriegs###pns.
Die Kämpfe in Ostgalizien nehmen an Umlang
und an Heftigkeit zu.
Der Feind richtete gestern seine Angriffe nicht
mu gegen die bessarabische Front, sondern auch
gegen unsere Stellung östlich der unteren und
mittleren Strypa. Sein Vordringen scheiterte
meist schon unter dem Feuer unserer Batterien.
Wo dbies nicht geschah, brachen die russischen
Sturmkolonnen in unserem Infanterie- und
Maschinengewehrfeuer zusammen. Im nördlichsten
Teil seines gestrigen Angriffsfeldes, vor
dem Brückenkopf von Burkanow, ließ der Gegner
900 Tote und Schwerverwundete zurück.
Es ergaben sich hier 3 Fähnriche und 870 Mann.
Die Gesamtzahl der gestern in Ostgalizien ein-Lebrachten
Gefangenen übersteigt 1200.
An der Ikwa und an der Putilowka kam
es stellenweise zu Geschützkämpfen. Am Korminbach
und am Stur wiesen österreichisch-ungarische
und deutsche Truppen mehrere russische
he ab.
It#lenischer Kriegsschauplo#.
An der Tiroler Front wurden feindliche Angriffsversuche
auf Torbole und gegen den Monte
Carbonile durch unser Feuer zum Stehen gebracht.
Auf den Hängen nördlich des Tonalepasses
versuchten die Italiener unter Mißbrauch
nfer Flagge ihre Drahtverhaue auszubauen,
sie wurden beschossen. Auf der Hochfläche
von Doberdo fanden lebhafte Minen-Werferkämpfe
statt, die bis in die Nacht hinein
anhielten.
. WGEUTIMGMHE
Reine besonderen Ereignisse.
Dur Stellvertreter des Chefs des Generalstabes:
P. Hfer, Feldmarschalleutnant.
Ereignisse zur See.
Am 29. Dezember früh hat eine Flotille von
#änf Zerstörern und Kreuzer „Helgoland“ das
der Soat der Sahler.
#####d# C. Teaeh.
Nachdruck vorhem.
„NMeme ang war voruver, als oie S#-norina
von Sylvaonder den en wiedergegeben
war,“ sagte sie. „Die Verschleppung meiner
eundin war allerdings schrecklich — ich geehe,
daß mich kaum je in meinem Leben ein
Seschehnis so erregt hat wie diele verbrecherische
Entführung. Wer weiß, was geschehen wäre,
wenn ein Sese nicht * viel Mut und
Tatkraft gedesat ee. Ich vermag die Folgen
nicht auszu
Sle zuden! - alles, als spräche sie zu
völlig unbeteiligten Personen. Und Signor
Marchetti gerlet in einige Verlegenheit, wie er
ihr antworten sollte. Er hatte sich auf direkte
klagen und Vorwürfe 7m gemacht, und
er hätte wahrscheinlich leichter eine Antwort
darauf gefunden, als auf diese unpersönlichen
—l
aben Sie die Signorina im Hotel ge-Frochen
7“ fragte er, um seine Unsicherheit zu
bemräntetg.
„Nein — ich hielt es zür- besser, direkt
von der Hocht pierherzukommen
„So versich ch Ihnen, Meeine Gnädigste,
daß * die — snse dargestellt wonher
ach meinen zuverlassigen wfermasfonen
banden es sich tatsächl 4 nur um eine Bagatelle
irklich eine Bagatelle. Von einer ver-Prrhriche
Enifühlabeage wie Gnädigste es zu
2— uebten, kann wohl nicht die Nete
besteht, wenn ich so sagen darf,
1. eke Mißstimmung zwilchen Ihnen.
französische Unterseeboot „Monge“ vernichtet,
den Zweiten Osfizier und 15 Mann gefangen
genommen, darauf im Hafen von Durazzo einen
Dampfer uund einen Segler durch Geschützfeuer
versenkt und das Feuer mehrerer Landbatterien
zum Schweigen gebracht. Dabei stießen
zwei Zerstörer auf Minen. „Lika“ ist gesunken,
„Triglav“ ist schwer beschädigt. Der
größte Teil der Mannschaft wurde gerettet.
„Triglav“ wurde ins Schlepp genommen, mußte
jedoch nach einigen Stunden versenkt werden,
da mehrere überlegene feindliche Kreuzer und
Zerstörer den Rückzug der ganzen Flotille bedrohten.
Unsere Flotille ist in den Basishafen
zurückgekehrt. Unter den feindlichen Schiffen
wurden nur englische Kreuzer, Typ „Bristol“
und „Falmouth“, sowie französische Jerstörer,
Typ „Bouelier“, deutlich erkannt.
Rottenkommand#-Die
neue Offensive in Mazedonien.
Saloniki, 31. Dez. Der französische Generalstab
gab folgende Mitteilung heraus: Die
Verbündeten beginnen neuerlich die Offensioe
in Mazedonien, die nicht nur Verteidigungszwecken
dient, sondern die Durchführung einer
großen Aktion, die der Generalstab der Verbündeten
in London ausgearbeitet hat, bedeutet.
Die hiesigen Militärkreise behaupten, daß Joffre
die Operationen in Mazedonien selbst führen
wird, wenn der Rest des serbischen Heeres hier
eingetroffen ist. Große Schwierigkeiten bereitet
die Tatsache, daß nicht genügend Eisenbahnwagen
zur Verfügung stehen. Von heute an bringen
die Transportschiffe auch Lokomotiven und
Waggons mit. (3.)
Ver einer neuen Entscheidung.
Wir leben in einer Zeit gespannter Erwarbngen.
Irgend etwas Grohes bereitet sich vor.
Das fühlen wir Ve, das mnacht grbg Gegner
täglich snerober, e sich in höchst possierlicher.
Weise den Kopf un erer milttärischen Leitung
darüber zerbrechen, was diese wohl beabsichtigt.
Dab dabei auch die Angst eine gewisse Nolle
seiat, erkennt man aus der Art, wie ausländische
Preßorgane orakeln. „Formidable“
„terrible“, das sind so Ausdrücke des „Man-
hester Guardian'“. Dieses Tory-Blatt sucht unserer
Heeresleitung vorzureden, daß es gar keinen
Sinn hätte, jetzt nach Aegypten zu gehen,
daß es viel richtiger sei, #nächst einmal — Indien
in Angriff zu nehmen.
Der „Matin“ beunruhigt sich wegen einer
drohenden großen deutschen Offensive im Westen,
die in der Stille vorbereitet werde und die
den Gürtel der feindlichen Truppen im Westen
geschwächt finden würde, da diese zum Teil nach
— Saloniki und dem Süd-Osten abtransportiert
werden müßten, wo sie nötig gebraucht werden.
Am angenehmsten würde es wohl unseren Feinden
sein, wenn wir den griechischen Knoten durchhauen
und unsere Kräfte auf Saloniki ansetzen
würden, um die Ententetruppen von dort wegzujagen.
Allein wir werden ihnen diesen Gefallen
wohl nicht tun, schon aus dem einfachen
Erunde, da dies eine unnütze Kraftverschwendung
bedeuten würde. Denn es wird die Zeit
kommen, da die Entente-Truppen ganz von selbst
in ihrer Mehrzahl aus Salonili verschwinden
werden, weil sie — anderswo wahrhaftig nöti-Aaosgue
Signora, und Verrn unnert. Lab die
Signorina di Solvander in Mitleidenschaft geoh#n
worden ist, beruhte lediglich auf einem
rrtum, der auch obne die Hilfe jenes Offiziers,
dessen Verdienst ich durchaus nicht verkleinern
will, durch mich aufgeklärt worden wäre.
„Ich weiß nicht, wie man derartige Geschehmssse
hierzüland, aufsaßt,“ entgegnete Frau
von Leven, und sie lächelte noch immer. „Vei
uns in utschl and Kichette n pilegt man die
Emführung" eines jungen Mädchens, bei der
die brutalste Gewalt zur Anwendung gelangt
ist, nich als eine Bagatelle anzusehen.“
r Gouverneur räusperte sich.
Vie „wissen. wie lehr Cerüchte und unerden,“
*7 er. „Es ist niemals Verlaß auf #e Bericht
vierter und ünkter Personen. Und in
diesem Fall kann ich mich dafür verbürgen,
daß die Tatsachen eine so schlinime Auffassung
der Angelegenheit- nich rechtfertigen.
„Nun — Auffassung, Exzellenz, erscheint
auch mir 9 dle durchaus richtige und
vernunstgemäße.“ Lydia von Peoden nickte
ihm freundlich zu. „Und es wird das beste für
#uls e Parteien sein, sich dleser Auffassang anzugaschet#r
atmete erleichtert auf. So bequem
und leicht hatte er den Sieg allerdings
nicht zu erringen gehofft, und auf ganz anden
hatte er sich von dieser Vrau esoßt
Er warf einen krlunnoperenden
der aber läche mitleldig zurück.
denn der Glchelie d mahrhasst ein berarliger
Tölpel sein, die Worte der gefährlichen Frau
für bare Münze zu nehmen 7 dachte er. Run,
er wenigstens wollte auf seiner Hut sein.
„Das wäre allo in Ordnung — vollkommen
ger gebraucht werden. Mit dem Festsetzen in
Salonili, mit den Verschanzungen und sonstigen
Vorbereitungen auf eine längere Verteidigung
arbeiten unsere Feinde uns nur in die Hände.
Die Franzosen beginnen das schon einzusehen,
Trotzdem folgen sie dem englischen Willen.
Dieser will zunächst die bulgarischen Kräfte
felleig, und es ist klar, daß die Bulgaren auf
Hut sein müssen, um nicht abermals um die
dndt ihrer frischen Siege betrogen zu werden.
Die Engländer aber verlassen sich den Eingeborenen
in Aegypten gegenüber auf deren Nazel
an modernen Machtmitteln und auf ihre bewährten
Bestechungskünste. Wir werden sehen, ob
die deutsche Eisenfaust nicht auch durch diese
Berechnungen einen kernigen Strich machen
werde
Die österreichisch ungaeische
Ankwortuole.
Wien, 30. Dez. Der k. u. k. Minister des
Aeußeem hat an des Botschafter der Vereinigten
Staaten von Amerika Frederik C. Penfield
unter dem 29. Dezember 1915 nachstehende
Note gerichtet:
Die k. u. k. Regierung stimmt mit dem Woshingtoner
Kabinett durchaus darin überein,
daß den geheiligten Geboten der Menschlichkeit
auch im Krieg Rechnung getragen werden muß.
Wie sie schon bisher niemals und niemandem
Anlaß gegeben hat, an ihrer Achtung vor die
sen Geboten zu zweifeln, hat sie auch im ga
Laufe dieses Krieges, der so erschütternde 24
der sittlicher Begriffsverwirrung darbietet, den
Feinden sowohl als den Neutralen zahlreiche
Beweise menschenfreundlicher Gesinnung gegeben,
und es lag nicht an ihr, wenn sie mit dem
Washingtoner Kabinett vor nicht langer Zeit
gerade in einer Fräge nicht einig wurde. die
sie im Einklang mit der ganzen öffentlichen
Meinung in Oesterreich-Ungarn hauptsächlich
als eine Frage der Menschlichkeit betrachtet.
Auch dem in der sehr geschätzten Note zum Ausdruck
gelangten Grundsatz, daß feindliche Privatschiffe,
soweit sie nicht fliehen oder Widerstand
leisten, nicht vernichtet werden dürfen,
ohne daß die an Bord befindlichen Personen
in Sicherheit gebracht werden, kann die k. u. k.
Regierung im wesentlichen beipflichten.
Für die Versicherung, daß die Bundesregierung
Wert darauf legt, die guten Beziehunen,
die glücklicherweise zwischen Oesterreichugarn
und den Vereinigten Staaten von
Amerika bestehen, aufrecht erhalten zu sehen,
ist die k. u. k. Regierung sehr empfänglich. Sie
erwidert diese Versicherung auf das wärmste
und ist nach wie vor bestrebt, diese Beziehungen,
soweit es an ihr liegt, noch herzlicher zu
gestalten. Von dem gleichen Geiste der Offenheit
geleitet wie die Regierung der Union, ist
die k. u. k. Regierung, wiewohl sie in der mehrerwähnten
Note nicht die Antwort auf alle
von ihr aufgeworfenen berechtigten Fragen findet,
bereit, der Bundesregierung das Resultat
der Untersuchung mitzuteilen, welche auf Grund
der bestehenden internen Vorschriften sofort nach
Einlangen des Flottenberichtes über die Versenkung
der „Ancona“ eingeleitet wurde und
undi der allerjüngsten Zeit zum Abschluß gedieen
ist.
Das Ergebnis dieser Untersuchung läßt sich
in folgendem zusammenfassen:
Am 7. November 1915, 11 Uhr 40 Min.
vormittags, bemerkte der Kommandant des
Unterseebootes auf 38 Grad 40“ Nord und
10 Grad 08“ Ost bei unsichtigem Wetter, wie
piohich in Entfernung von rund 3000 Metern
aus dem Nebel ein Strich Steuerbord die Umrisse
eines großen italienischen Dampfers aufim
Drdnung,“
lagte der Gouvermeente und rieb
ch vergnügt die Händ „Vei 1 Herrn
Geheimrat habe ich mic- bereils 7 entchuldigt.
Und wenn wirklich noch eine Miß—
timmung zurückgeblieben sein sollte, so hoffe
ich sie doch morgen durch eine persönliche Erklärung
des Vorfalles zu beseitigen. Außerdem
werde ich dem Herrn Geheimrat noch einmal
mein Bedauern aussprechen.“
„ Sie das. d ich glaube,
daß es nicht schwerfallen wird, un freundschaftliches
Einvernehmen zu erzielen. Unter
Vorausseung allerdings, daß Sie auf den
Vorschlag eingehen, der mich hergeführt hat.“
Alfierl machte eine ungestüme Bewegung,
und auch der Gourerneur soh beunruhigt auf.
Aber er war seiner Sache jetzt zu sicher, als
daß ihn die Ankündigung irgendeines unbequemen
Verlangens noch hätte sonderlich erchrecken
sollen. Mit dieser Frau ist leicht sertia
zu werden, dachte er; und es wird im Notsah.
enügen, wenn ich sie dureh einen amtlichen
on Michüchters
„ nädigste Signora —2“ sagte er
welt ube: und zurückhaltender, als er sich
beer Gegelgt hatte. „Darf man wissen, welchen
orschlag Sie mir zu machen Hedalbten
„Da err Baron de erte noch
beutef freigelassen waird.
—
Alfieri aber verlor jetzt seine Selbsft
Shprenh Wohl hatte er sich sagen müssen,
etwas Derartiges kommen würde; aber die
Dreistigkelt im Auftreten ken Frau und ihre
cheinbare Gelassenhelt brachten ihn zum Rasen.
Er bebte am ganzen Körper, und seine Augen
alübten wie im Lieber. .
tauchten. Er hielt ihn anfangs für einen Transportdampfer,
drehte ab und schoß dann aus
dem achtehen Geschütz einen weitliegenden Warst
Gleichett segte, er das Sienal
„Verlassen Sie iff!“ Der Dampfer
stoppte nicht, senden wendete vielmehr und ?„
versuchte zu entkommen. Der Kommandant
blieb zunächst einige Minuten gestoppt liegen,
um die Entfernung zu vergrößern, da er befürchtete,
daß der La###er. ein Hedeschütz habe
und mit demselben gegen das Unterseeboot feuern
werde. Als die Distanz 4500 Meter betrug,
ließ er mit ganzer Kraft die Verfolgung
aufnehmen und feuerte mit dem vorderen Geschütz
bei abnehmender Entfernung 16 Granaten,
unter denen er drei Treffer beobachtete.
Während der Verfolgung lief der Dampfer
im Zickzack und stoppte erst nach dem dritten
Treffer. Darauf stellte der Kommandant das
Feuer ein. un während der Flucht hatte
der Dampfer in voller Fahrt einige Boote mit
Menschen von oben fallen gelassen, die sogleich
kenterten. Nach dem Stoppen begann er Boote
auszusetsen. In einer Entfernung von etwa
2000 Metern sah der Kommandant, daß sechs
Boote voll besetzt und schnell vom Damofer
wegruderten. Ein weiteres Boot war gekentert
und schwamm kieloben. Die Leute hielten sich
an herunterhängenden Tauen und dem gekenterten
Boot fest. Während der weiteren Annäherung
des Unterseebootes sah der Kommandant,
daß an Bord große Panik herrschte
und daß er es mit einem Passagierdampser,
nämlich der „Ancona“ aus Genua, zu tun hatte.
Er ließ deshalb den Insassen des Dampfers
mehr als die erforderliche Zeit, um das Schiff
auf den Rettungsbooten zu verlassen. An Bord
waren noch mindestens zehn Rettungsboote, die
zur Rettung der noch an Bord befindlichen Personen
mehr als genügt hätten. Eines von diesen
Booten hing voll besetzt und hinausgedreht
an den Bootskranen.
Da aber im übrigen keine weiteren Anftalten
getroffen wurden, die Voote auszusetzen, beschloß
der Kommandant nach Ablauf von 45
Minuten, das Schiff derart zu torpedieren, daß
es noch längere Zeit über Wasser bleiben mußte,
damit einerseits die Ausbootung beschleunigt
wurde und anderseits hinreichend Gelegenheit
blieb, um die noch an Bord befindlichen Menschen
zu retten. Kurz darauf wurde ein Dampker
sichtbar, der mit großer Nauchentwicklung
auf die „Ancona“ zuhielt und anscheinend durch
Funkspruch der „Ancona“ herbeigerufen worden
war. Da der Unterseebootskommandant mit
einem Angriff des Dampfers, den er für einen
feindlichen Kreuzer hielt, chnn mußte, tauchto
er, nachdem er um 12 Uhr 35 Min. nachmittags
aus 800 Meter Entfernung einen Torpedoschuß
in den vorderen Laderaum der „Ancona“
hatte abfeuern lassen.
Schusse eine Krängung von etwa 10 Grad nach
Steuerbord. Dabei wurde versucht, das halb
ausgedrehte Rettungsboot vollends auszusetzen;
es riß jedoch ab und fiel ins Wasser. Das Boot
schwamm kielunten weiter und die Leute Hielten
sich am Bordrand fest.
Von den übrigen Booten wurde keines mehr
ins Wasser gelassen, obwohl noch Personen an
Bord bemerkbar waren. Der Dampfer richtete
sich allmählich auf geraden Kiel auf und ging
so langsam tiefer, daß der Kommandant des
Unterseebootes anfänglich bezweiselte, ob der
Dampfer versinken würde. Erst um 1 Uhr 20
Min. sank er nach längerem parallelen Tiefertauchen
mit dem Bug zuerst. Während dieser
weiteren 45 Minuten hätten alle noch an Bord
besindlichen Personen ohne Mühe mit den vorhandenen
Booten gerettet werden können. Aus
dem Umstande, daß dies wider Erwarten nicht
geschah, schloß der Kommandant, daß die Mannschaft
wider allen Seemannsbrauch auf den
Mir emem befirgen Wort * ie er sich an
Frau von Heyden wenden, er noch einmal
gebot ihm Marchetti. der sebs ein wenig blaß
geworden war, zu schweigen. Und kühl, aber
noch immer burchaus liebenswürdig, wandte
er sich gn Lydla
f lift, meine Gnädigste, werden am
besten Veukeilen können, wie unmöglich nr
Ansinnen ist. Es steht nicht einmal in mein
Macht, Ihrem Berlangen nachzukommen.“
ie halten meinen Vorschlag also nicht
einmal einer Diskussion w
Marchetti zuckte die * i
„Ich muß bedauern — nein
Er erschrak 5 5 dem funesue Blick, mit
dem ihm die mne Frau in die Augen sah.
Noch inimer ehr- bewahrte sie ihre Fassung,
und noch immer klang es liebenswürdig und
verbindlich, was sie sag
„Das ist — he Entgegnete sie. „Meine
llerdinge geringe Erfahrung hat mich gelehrt.
da immer am vogtellhestesten“ ist, einen
Wenoeih, zu schließen. Das Leben zwingt leider
dazu, Kompromisse zu schließen. Und wen
zwei oder deen, Leuue verschiedener Ansicht sind —
vernünftige L hat am Ende jeder
etwas für seine Meinurg borgubringes, das
der * wert ist.
„Gew grnin — des würde durthaus
— es sich wirklich nur um eine
uoesiseeschlewenhel! bendeie dle durch eine
Aussprache beltze legt werden könnte.“ Sie
täuschte ihn vollkommen; er melnt nun wirk.
lich, sie durch einige Pbrasen und bestimme
Erklärungen einschüchten zu können.,
aber hobe ich es mit amtlichen Imstruntso#e
* Tatlachen zu tun, die keine Deutelelen zu-—
Diese nahm nach dem t
— — — —
(1—
b
7
assien #
Samstäg, 1. Jannar 1614
ersten Booten die eigene Rettung bewerkstenigt
die ihrem Schutze anvertrauten Passagiere
1n selbst überlassen hatte.
Das Wetter war zur Zeit des Vorfalles gut
und die See ruhig, so daß die Rettungsboote
ohne Gefahr die nächste Küfte hätten erreichen
bönnen, wie denn auch tatsächlich die Rettungsboote
nur bei unsachgemäßem Aussetzen, nicht
aber erst nach dem Streichen im Wasser, zu
Schaden gekommen sind. Der Verlust an Menschenleben
ist leineswegs in erster Linie auf das
Sinlken des Schiffes zurückzuführen, sondern —
und aller Wahrscheinlichkeit nach in viel höherem
Maße — auf das Hinunterwersen der
ersten Boote in voller Fabrt.! owie darauf,
daß die Besatzung nur auf sich bedacht war und
die Passagiere der gekenterten Boote nicht rettete,
wohl auch auf die Geschosse, die das neiehende
Schiff trafen; aber auch der Tod der
Personen, die mit dem Dampfer versanken, ist
vor allem dem pflichtwidrigen Verhalten der
Mannschaft zuzuschreiben.
ie aus dem vorangeführten Sachverhalt
erhellt, geht die sehr geschätzte Note vom 9.
Dezember in mehreren Punkten von unzutreffenden
Voraussetzungen aus. Unrichtig ist die
der Regierung der Vereinigten Staaten zugegangene
Information, daß auf den Dam#-fer
sogleich ein scharfer Schuß abgegeben wurde;
unrichtig ist, daß das Unterseeboot den Dampfer
während der Verfolgung überholt habe;
unrichtig ist, daß zur Ausbootung der Personen
nur eine kurze Frist gewährt wurde;
vielmehr ist gerade der „Ancona“ eine ungewöhnlich
lange Zeit zur Ausschiffung der Passagiere
gelassen worden; unrichtig ist endlicht
daß ausf den Dampfer, nachdem er gestoppt
hatte, noch mehrere Schüsse abgegeben wurden.
Der Sachverhalt läßt weiter erkennen, daß
der Kommandant des Unmeerseebootes dem
Dampfer volle 45 Minuten, also mehr als
binreichend Zeit gelassen hat, um den an Bord
befindlichen Personen Gelegenheit zur Auslootung
zu geben. Sodann bewerkstelligte er,
als die Leute noch immer nicht geborgen waren,
die Torpedierung auf eine solche Art, daß das
Schiff möglichst lange Zeit über dem Wasser
bleiben lonnte, dies in der Absicht, die Ausschiffung
auf den noch vorhandenen Booten zu
ermöglichen. Er hätte, da der Dampfer noch
weitere 45 Minuten über Wasser blieb, diesen
Zweck auch erreicht, wenn die Besatzung der
„Ancona“ die Passagiere nicht in pflichtwidriger
Weise im Stich gelassen hätte.
Bei aller Würdigung dieses auf die Rettung
der Besatzung und der Passagiere hinzielenden
Vorgehens des Kommandanten kam die
k. u. L. Marinebehörde aber zu dem Schluß,
daß er es unterlassen habe, auf die unter den
Passagieren entstandene und das Ausbooten
erschwerende Panik sowie auf den Eeist der
Vorschrift, daß die k. u. k. Seceoffiziere in der
Rot niemandem, auch dem Feinde nicht, ihre
Hilfe versagen sollen, hinreichend Bedacht zu
nehmen. Sohin wurde der Offizier wegen
Uebenschreitang seiner Instruktionen gemäß den
hierfür geltenden Normen bestraft. Die k. u. k.
Regierung steht bei dieser Sachlage nicht an,
bezüglich einer Schadloshaltung der durch die
Versenkung der Prise betroffenen amerikanischen
Bürger die entsprechenden Folgerungen zu ziehen;
sie muß jedoch in dieser Hinsicht folgendes
bemerlen: Die Untersuchung über die Versenlung
der „Ancona“ konnte selbstverständlich
keinen Anhaltspunkt dafür liefern, inwieweit
amerikanischen Bürgern ein Anspruch auf Ersatz
zuzusprechen ist. Für den Schaden, welcher
durch die zweifellos gerechtfertigte Beschießung
des fliehenden Schiffes entstanden ist, kann die
k. u. k. Regierung wohl auch nach der Ansicht
des Washingtoner Kabinetts nicht haflbar gemacht
werden. Ebensowenig dürfte sie für den
Schaden einzustehen haben, welcher vor der
Torpedierung durch fehlerhaftes Ausbooten
oder durch Kentern der ausgesetzten Boote sich
ergab.
Die k. u. k. Regierung muß annehmen, daß
das Walhingtoner Kabinett in der Lage und
gewillt ist, ihr in dieser Hinsicht die erforderlichen
und gewiß nicht unwesentlichen Informationen
zukommen zu lassen. Sollten der Regierung
der Vereinigten Staaten jedoch bei etwaigem
Fehlen entsprechenden Beweiematerials
die näheren Umstände nicht bekannt geworden
sein, unter welchen die amerikanischen
Angehörigen zu Schaden kamen, wäre die k.
u. k. Regierung in der Berücksichtigung des
monschlich tief bedauerlichen Vorfalles und von
dem Wunsche geleitet, der Bunderregierung neuerlich
ihre freundschoftlichen Gesinnungen zu bekunden,
gerne bereit, über diese Lücke der Beweisführung
hinwegzugehen und Ersatz auch auf
jene Schäden zu erstrecken, deren unmittelbare
lraach nicht Estgestent werden konnte.
Indem die k. u. k. Regierung mit den vorstehenden
Auefahrungen die Ungelegenheit der
„Ancona“ wohl als gereinigt ansehen
behält sie sich gleichzeitig hdvor, die schwierigen
oölkerrechtlichen Fragen, die mit dem Unterseebootskrieg
zusammenhängen, in einem späteren
Zeitpuntt aur Erdrterung zu bringen.
ses———.—“sess.
De Atise in England.
London, 30. Dez. Nach der „Westminster
Gazetie“ ist es unwahrscheinlich, daß Henderson
zurücktritt, wohl aber andere Minister. Balsour
ist, wie gemeldet wird, nicht mehr länger
gegen die Dienstpflicht.
Die „Westminster Gazette“ schreibt: Die
Zahl der Unverheirateten, die sich nicht zum
Militärdienst gemeldet haben, lei viel gröher,
als man erwartete. Nur wenige davon seien
nach Ansicht der Regierung unabkömmlich. Es
sei möglich, daß ein oder zwei Minister zurücktreten,
wahrscheinlicher aber sei, daß es Asquith
gelinge, seine Kollegen von der Notwendigleit
der in Aussicht genommenen Maßregel
zu überzeugen. Es werden nicht, wie man
in einigen Kreisen glaube, etwa 200 Mitglieder
des Unterhauses und ein großer Teil der
rkeiterparte! sich den Zwangsmaßregeln wideretzen.
Ueber Lloyd George schreibt die „Westminster
Gazette", daß Asquith sein Versprechen,
die Verheirateten nicht aufzurufen, ehe die Unverheirateten
ihre Pflicht getan haben, halte,
wurde nie bezweifelt. Lloynd George widerfetze
sich mit aller Energie jeder weiteren Verzögerung.
Seine Ueberzeugung, daß ein sofortiges
Kandeln notwendig sei, habe in weitgehendem
Maße beigetragen, daß das Kabinett den Beschluß
faßte, der ohne Zaudern von der Mehrheit
der Minister gebilligt wurde. Lloyd George
wird für seine Fabriken keine gelernten
Arbeiter mehr brauchen, vorausgesetzt, daß er
die Gewerkschaften dazu bringen kann, mehr
ungelernie Arbeitskräfte zuzulassen. Lloyd George
brauche nämlich noch 150 000 Arbeiterinnen.
Der Beschluß des Kabinetts, zum Dienstzwang
überzugehen, wird möglichst schnell durchgeführt
werden, denn man braucht viele Rekruten.
In einem Artikel über den Beschluß der Regierung,
die Dienstpflicht einzuführen, schreibt
die „Westminster Gazette“: Wir betrachten es
als einen besonders großen Vorteil und etwas,
worauf das Land stolz sein kann, daß wir drei
Vierlel unserer großen Armeen, das größte
Freiwilligenheer, das jemals eristierte, ohne
Zmang (2) aufstellten. Es ist gut, daß wir
leine Minute früher zum Zwang übergehen,
als notwendig. Aber kein Anwalt des Freiwilligensystems,
als des normalen für dieses
Land, lann die Augen vor der Tatsache verschließen,
daß der Krieg, in dem wir gezwungen
sind, uns mit den Konfkriptionsarmeen der
größten militärischen Staaten zu messen, uns
zwingen kann, ibre Relrutirungemethode anzunehmen,
ehe der Krieg beendet ist. Das Uebergreisen
des Krieges auf den Balkan und die
Notwendigleit, unser Reich im fernen und nahen
Osten zu verteidigen, ohne unsere Streitlräfte
an der westlichen Front zu schwächen,
eröffnete für uns ein neues Kapitel und machte
die Mufsstellung neuer Streitkräfte notwendig.
(3. Das ist ein sehr weitgehendes Eingeständnis
englischer Schwäche.
Die englische Arbeiterschaft und die
Wehrpflicht.
London, 830. Dez. (Neuter.) Es wurde
eilig eine Versammlung von Arbeiterführern
einlerufen, um die Rekrutierungsfrage zu beprechen.
Das vereinige Arbeiter-Rekrutierungslomitee
hielt heute eine Versammlung ab,
in der, wie verlautet, die rerschiedenen Komiteemitglieder
die Einderufung einer nationalen
Konferenz der Gewerkschaften verlangten, ehe
das Unterhaus zusammentritt. Man sprach auch
die Ansicht aus, daß keine Notwendigleit für
die vom Kabinett angenommene Entscheidung
bestand. Das Kabinett erklärte, daß 60 Prozent
der nicht angeworbenen Männer untauglich
und 20 Prozent bereits anderweitig für
die Regierung beschäftigt seien. Die Arbeitervertreier
unternehmen nichts, bis Henderson
über die Lage Bericht erstattet hat.
n
Ateneiies den aties.
Dieneuen Balkanzüge.
Breslau, 30. Dez. Die königliche Eisenbahndirektion
teilt mit: Der erfte Balkanzug
Verlin= Lonstantinopel verkehrt ab 1. Jaonuar
noch nicht. Der Zeitpunkt, wann die Züge in
Verlehr gesetzt werden, wird jedoch binmen kurzem
bekanntgegeben.
Eine Millionenstrafe für die belgische
Nationalbank.
Brüssel, 30. Dez. Man bestätigt, daß
der Generalgouverneur von Belgien, Generaloberst
v. Bissing, eine Geldstrafe von drei Millionen
Francs über die belgische Nationalbank
verhängte, weil ihr Generalrat sich den finan-7*
en der deutschen Verwaltung
Beschaffung der belgischen Kriegskontribulon
widersetzte. (Z.)
Englische Schiffsverluste.
London, 30. Dez. Die „Times“ meldet
folgende, durch den ien Süweststurm ver-**
Schiffsverluste: Der irische Schooner
ary Jane“, nach einer anderen Version
EW# Ann- sank in der Swansea-Bay.
Wache in Pengange sichtete am Man-—
lagsrüh vier Meilen von der Küste einen unbekannten
Damxfer, welcher plötzlich unterging.
Man glaubt, daß der Fischdampfer, welcher letzte
Woche bei Aberdeen scheiterte, die „Empreß
of Aberdeen“ ist. Ein unbekannter Küsiendampser
scheiterte bei der Einfahrt von Milford-Haven.
Die Besatzung des norwegischen Dampsers
„Flandre“, der bei Whitby gestrandet ist,
landete in Harktlepool. (3.)
Ein Verräter.
Innsbruck, 30. Dez. Wie die hiesigen
Blätter melden, wurde del Bezirksschul-Inspektor
von Tione, Felir Morandi, vom Feldgericht
des Rayonkommandos von Süd--Tirol wegen
Verbrechens des Hochverrats zum Tode verurteilt,
jedoch zu 15 jährigem Kerker begacdigt.
)
In Indien.
Bombay, 30. Dez. (Reuter.) Der indische
Nationalkongreß sprach die Erwartung aus, daß
die Amtsdauer des B#zekönigs Hardinge verlängert
werden möge und daß Indier Offizierspatente
im Heer und in der Flotte erhalten.
. "
Auhland.
Die russischen Massenopfer in Bessarabien.
Czernowitz, 30. Dez. Die Wirkungen der
letzten mißlungenen russischen Angriffe sind jetzt
übersehbar. Vor den österreichischen Drahtverhauen
sind Haufen russischer Leichen bis zur
Höhe des Verhaues. Eine Unzahl Leichen sind
in den Stacheldrähten hängen geblieben. Stellenweise
sind sogar 20 Reihenangriffe gemacht
worden. Die österreichischen M aschlnengemeyr
abteilungen hatten besonders hervorragend zum
Erfolge beigetragen. Zum Angriff angesetzt
waren auf russischer Seite die Mannschaften
mehrerer Reichswehrregimenter, Tscherkessen,
blutjunge % -- neben ii en.
)
Die — in Neiriies.
Der türkische Bericht.
WTB. Konstantinopel, 50. Dez. Das
Hauptquartier teilt mit: An der Irakfront
dauert die Schlacht bei Kut el A#nara mit
längeren Pausen fort. Bei der Einnahme von
Schaik Said erbeuteten wir 450 Kannen Petroleum,
die den Engländern gehörten.
An der Kaukasusfront ereignete sich außer
Patrouillengefechten nichts.
In der Nacht vom 27. zum 28. Dezember
und am 28. Dezember brachte unsere Artillerie
in Erwiderung des Feuers eines feindlichen
Kreuzers und eines Torpedobootes die Geschütze
dieser beiden Kriegsschisfse, welche ein
wirkungsloses Feuer gegen Anaforta und Ari
Burun richteten, zum Schweigen und zwang
ke. saech zu entfernen. Bei Feddul Bahr fand
der Nacht vom 27. zum 28. d. M. ein hefsiges
Kampf mit Bomben “ Lufttorpedos
auf dem rechten und linken Flügel statt. Im
Zentrum Ariillerielampf. Nachmittags beschossen
zmei Kreuzer kurze Zeit den rechten
Flügel, stellten aber infolge Gegenwirkung
unserer Artillerie das Feuer ein und entfernten
sich. Ein Kreuzer wurde von einem Geschoß getroffen.
Vormittags holte unsere Artillerie
einen Zweidecker herunter, welcher Yeni Chehir
und Kunkale überflog. Er siel auf der Höhe
von Tekke Burun ins Meer und wurde auf
Imtros zu abgeschleppt. Unsere anatolischen
Küstenbatterien beschossen wirtungsvoll die Landungsstellen
von Teile Burun, Seddul Bahr
und Umgebung. Am 27. Dezember unternahm
eines unserer Wasserflugzeuge Erkundungsflüge
über Lemnos und Mavro und warf erfolgreich
Bomben auf die Hafenspeicher von
Mudros, wo ein Brand hervorgerusen wurde.
Künchener Neulgkeilen.
München, 30. Dez. Die sozialdemokratische
Rathausfraltion hat folgenden Dringlichkeitsantrag
eingebracht: as Gemeindekollegium
wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen,
sofort zu der Bekanntgabe der Kreieregierung.
von Oberbayern über die Bierpreisregelung
Stellung zu nehmen und 1. zu prüfen, ob der
Gutachter Prof. Dr. Doger. Weihenstephan nicht
als befangen im Sinne des Gesetzes zu betrachten
ist, 2. festzustellen, ob die Gestehungslosten
des hellen Bieres tatsächlich höher sind
wie die des Schankbieres. Iit letzteres nicht
der Fall, so wäre bewiesen, daß eine Preissteigerung
von 4 Mk. per Hektoliter durchaus
ungerechtfertigt ist.
Uowerische Nachrichlen.
eumarkt a. R., 29. Dez. Als eine aus
sechs Köpfen bestehende Bauernfamilie in
Apertsham abends beim Kerzenlicht am Tische
saß, fiel das Licht plötzlich um und entzündete
ein Häufchen Sprengpulver, das man nach dem
Stodsprengen achtlos auf den Tisch gelegt haite.
urch die Explosion wurden alle sechs Perr—————————
Augsburg, 30. Dez. Von einer hochherzigen
Tat aus dem Felde machte Oberbürgermeister
v. Wolfram in der Magistratssi in
Mitteilung. Danach hat das unter dem
mando des Generals v. Faßbender, des früheren
Kommandeurs der Militär-Schießschule und
des 3. Inf.-Regts. stehende 1. bayer. Reserve-Armeekorps
zu Weihnachten unter den wohlhabenderen
Korpsangehörigen eine Geldsammlung
veranstaltet, deren Erträgnis den Kindern
gefallener Korpsangehöriger in der Weise zugute
lommen soll, daß für dielelben Sparbücher
auf je 100 Mk. lautend bei verschiedenen
Sparlassen deponiert wurden. Auf
Augsburg entfielen allein 25 solcher Sparbücher
mit einem Gesamtbetrag von 2500 Mk. In
manche des Ernährers beraubte Familie fielen
mehrere solcher Sparbücher, so daß die Unterstützung
mitunter eine recht nennenswerte ist,
Miesbach, 30. Dez. Traurige Weihnachten
erlebte der zum zweiten Mal verwundete
Reservist Johann Kreitner in Miesbach, der
seit Kriegebeginn im Felde steht; als er auf
Urlaub heimkam, lag seine Mutter in den letzten
Zügen; tags nachher hatte man seine Frau
ins Spital gebracht.
Tegernsee, 30. Dez. In Reitrain bei Tegernsee
reinigte der auf Weihnachtsurlaub dort
besindliche verbeiratete Taglöhner Joseph Brunner
einen Scheibenstutzen, in dem eine Patrone
sleckte. Plöslich krachte ein Schuß und Brunner
sank, in die Brust getroffen, tödlich perletzt
zu Voden.
Bad Reichenhall, 30. Dez. Wie berichtek,
ist am hl. Abend nachmittags halb 2 Uhs
insolge schwerer Betriebsflörung im Saalachkraftwerk
die gesamte Stromlieferung für die
Stadt und die an den elektrischen Ueberlandbezirk
angeschlossene Umgebung einschließlich
Freilassing und Laufen eingestellt worden. Dis
Beschädigungen der Turbinen waren derart, daß
während fünf Tagen Licht und Kraft ausblieb.
Nach einer Unterbrechung von 101 Stunden
ist am Dienstag abend halb 7 Uhr endlich der
Betrieb wieder ausgenommen worden. Verschiedene
Gewerbsbetriebe, wie Mühlen, Brauereien,
Bäclereien, Meygereien usw. mußten die Lieferung
einnellen, auch im Salinenbetrieb machte
sich der Mangel an Licht und elektrischer Kraft
füblbar. Heute mittag von 12 bis halb 2 Uhrn
wurde die Stromlieferung neuerdings eingestellt.
doch ist nun Vorforge getroffen, daß ähnlichs
Zustände für die Zukunft unterbleiben.
ommanales.
Sihfung des MKollegkums der Weneinhe##
Heollmächtigten in Rosenz#e##
(Schluß.)
Der Gemeinde-Etat 1915.
Bis jetzt ist den städt. Kollegien der Gemeinde-Etat
für 1915 noch nicht vorgelegt worden.
In seiner Sigung vom 1. Dez. hat
Kollegium der Gemeindebevollmächtigten auf
dessen Vorlage wegen der vorgeschrittenen Zeit
verzichtet und den Magistrat ersucht, den Voranschlag
für 1914 auch für 1915 gelten zu
lassen. Der Magistrat schloß sich diesem Antlag
an und legte seinen Beschluß jetzt dem
Kollegium vor; wir haben ihn im Wortlaut
früher schon veröffentlicht.
G.-B. Schmidt regte bei dieser Gelegenheit die
rechtreitige Einhebung der Gemeindeumlagen an,
damit die Siadl vor Zinsenveriust verschont
bleibe. Es dürfe sich nicht wiederholen, daß
die Umlagen fur das vierte Quartal erst im
lexten Monat des Jahres eingehoben werden.
G.-B. Dachs dringt darauf, daß der Eta#s
für 1916 nunmehr bald in Vorlage komme.
DZur Deckung aller Bedürfnisse werden die Umlagen
wohl nicht ausreichen. Es sei ausgeschlofsen,
daß man mit den Geldern, die jetzt der
Stadtlasie zusließen, im nächsten Jahre auskomme.
Man werde deshalb wohl an eine Erhöhung
der Umlagen schon im kommenden Jahre
denken müssen, damit die Steuerzahler nicht
plötzlich von einer großen Erhöhung getroffen
würden. Deshalb müsse der neue Voranschlag
rechtzeitig vorgelegt werden.
Der Vorsigende macht darauf aufmerksam,
daß die nächste Sitzung des W
wohl in Zusammenhang mit der Aufstellu
des Elats für 1916 stehe-Dem
Beschluß des Stadtmagistrates wurde
dann zugestimmt.
Das polizeiliche Meldewesen.
Der Stadtmagistrat erliehr neue ortspolizelliche
Vorschriften über das Meldewesen. Das
Kollegium stimmte den neuen Vorschriften erinnerungslos
zu. Sie treten mit dem 1. Januar
1916 in Krast.
Ankauf von Futtermitteln
Der Stadt wurde ein Angebot üben prei#-werten
Ankauf von 200—300 Zentner Malzleime
gemacht. Das Kollegium stimmte diesem
Inlans pon Futtermitteln auf Vorrat bei.
Geheime Sitzung.
In geheimer Siung wurden perschiedemn
Honalfrogen erledigt. — *