Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

ummer  1

Samstag,  1.  Januar  1910

 

-  .!·x·-———

14.  Srohes  DSaupty  nartien,  ben
t,  vormittags.  Amtlich.
E  TKriegsschauplass.

Nach  erfolgreicher  Sprengung  wurde  den  Engl#dern
  wordpestsich  don  Hulluch  ein  vorgeschobener
  Graben  entrissen.  Zwei  Maschinengewehre
  und  einige  Gefangene  fielen  in  unsere

Ein  feindlicher  Fliegerangriff  auf  Ostende  richtete
  in  der  Stadt  erheblichen  Gebäudeschaden
an,  besonders  hat  das  Kloster  vom  Heiligen
Herzen  gelitten.  19  belgische  Einwohner  sind
verletzt,  einer  getötet.  Militärischer  Schaden  ist
nicht  entstanden.

OHDPestlicher  Kriegsschauplas.
½„  und
Balkan-Kriegsschauplat.
Keine  Ereignisse  von  besonderer  Bedeutung.
Oberste  Heeresleitung.

##  amtiche  ssterreichische  Vericht.
MIB.Wien,  30.  Dez.  Amtlich  wird  gemelbet:


Nuflis#####Kriegs###pns.

Die  Kämpfe  in  Ostgalizien  nehmen  an  Umlang
  und  an  Heftigkeit  zu.

Der  Feind  richtete  gestern  seine  Angriffe  nicht
mu  gegen  die  bessarabische  Front,  sondern  auch
gegen  unsere  Stellung  östlich  der  unteren  und
mittleren  Strypa.  Sein  Vordringen  scheiterte
meist  schon  unter  dem  Feuer  unserer  Batterien.
Wo  dbies  nicht  geschah,  brachen  die  russischen
Sturmkolonnen  in  unserem  Infanterie-  und
Maschinengewehrfeuer  zusammen.  Im  nördlichsten
  Teil  seines  gestrigen  Angriffsfeldes,  vor
dem  Brückenkopf  von  Burkanow,  ließ  der  Gegner
  900  Tote  und  Schwerverwundete  zurück.
Es  ergaben  sich  hier  3  Fähnriche  und  870  Mann.
Die  Gesamtzahl  der  gestern  in  Ostgalizien  ein-Lebrachten
  Gefangenen  übersteigt  1200.

An  der  Ikwa  und  an  der  Putilowka  kam
es  stellenweise  zu  Geschützkämpfen.  Am  Korminbach
  und  am  Stur  wiesen  österreichisch-ungarische
  und  deutsche  Truppen  mehrere  russische

he  ab.

It#lenischer  Kriegsschauplo#.

An  der  Tiroler  Front  wurden  feindliche  Angriffsversuche
  auf  Torbole  und  gegen  den  Monte
Carbonile  durch  unser  Feuer  zum  Stehen  gebracht.
  Auf  den  Hängen  nördlich  des  Tonalepasses
  versuchten  die  Italiener  unter  Mißbrauch

nfer  Flagge  ihre  Drahtverhaue  auszubauen,
  sie  wurden  beschossen.  Auf  der  Hochfläche
  von  Doberdo  fanden  lebhafte  Minen-Werferkämpfe
  statt,  die  bis  in  die  Nacht  hinein
  anhielten.

.  WGEUTIMGMHE
Reine  besonderen  Ereignisse.

Dur  Stellvertreter  des  Chefs  des  Generalstabes:

P.  Hfer,  Feldmarschalleutnant.

Ereignisse  zur  See.
Am  29.  Dezember  früh  hat  eine  Flotille  von
#änf  Zerstörern  und  Kreuzer  „Helgoland“  das

der  Soat  der  Sahler.

#####d#  C.  Teaeh.
Nachdruck  vorhem.
„NMeme  ang  war  voruver,  als  oie  S#-norina
  von  Sylvaonder  den  en  wiedergegeben
war,“  sagte  sie.  „Die  Verschleppung  meiner
eundin  war  allerdings  schrecklich  —  ich  geehe,
  daß  mich  kaum  je  in  meinem  Leben  ein
Seschehnis  so  erregt  hat  wie  diele  verbrecherische
Entführung.  Wer  weiß,  was  geschehen  wäre,
wenn  ein  Sese  nicht  *  viel  Mut  und
Tatkraft  gedesat  ee.  Ich  vermag  die  Folgen
nicht  auszu
Sle  zuden!  -  alles,  als  spräche  sie  zu
völlig  unbeteiligten  Personen.  Und  Signor
Marchetti  gerlet  in  einige  Verlegenheit,  wie  er
ihr  antworten  sollte.  Er  hatte  sich  auf  direkte
klagen  und  Vorwürfe  7m  gemacht,  und
er  hätte  wahrscheinlich  leichter  eine  Antwort
darauf  gefunden,  als  auf  diese  unpersönlichen
—l
aben  Sie  die  Signorina  im  Hotel  ge-Frochen
  7“  fragte  er,  um  seine  Unsicherheit  zu

bemräntetg.
„Nein  —  ich  hielt  es  zür-  besser,  direkt
von  der  Hocht  pierherzukommen
„So  versich  ch  Ihnen,  Meeine  Gnädigste,
daß  *  die  —  snse  dargestellt  wonher
ach  meinen  zuverlassigen  wfermasfonen
banden  es  sich  tatsächl  4  nur  um  eine  Bagatelle
irklich  eine  Bagatelle.  Von  einer  ver-Prrhriche
  Enifühlabeage  wie  Gnädigste  es  zu
2—  uebten,  kann  wohl  nicht  die  Nete
besteht,  wenn  ich  so  sagen  darf,
1.  eke  Mißstimmung  zwilchen  Ihnen.

 

 

französische  Unterseeboot  „Monge“  vernichtet,
den  Zweiten  Osfizier  und  15  Mann  gefangen
genommen,  darauf  im  Hafen  von  Durazzo  einen
Dampfer  uund  einen  Segler  durch  Geschützfeuer
versenkt  und  das  Feuer  mehrerer  Landbatterien
  zum  Schweigen  gebracht.  Dabei  stießen
zwei  Zerstörer  auf  Minen.  „Lika“  ist  gesunken,
  „Triglav“  ist  schwer  beschädigt.  Der
größte  Teil  der  Mannschaft  wurde  gerettet.
„Triglav“  wurde  ins  Schlepp  genommen,  mußte
jedoch  nach  einigen  Stunden  versenkt  werden,
da  mehrere  überlegene  feindliche  Kreuzer  und
Zerstörer  den  Rückzug  der  ganzen  Flotille  bedrohten.
  Unsere  Flotille  ist  in  den  Basishafen
zurückgekehrt.  Unter  den  feindlichen  Schiffen
wurden  nur  englische  Kreuzer,  Typ  „Bristol“
und  „Falmouth“,  sowie  französische  Jerstörer,
Typ  „Bouelier“,  deutlich  erkannt.

Rottenkommand#-Die

  neue  Offensive  in  Mazedonien.

Saloniki,  31.  Dez.  Der  französische  Generalstab
  gab  folgende  Mitteilung  heraus:  Die
Verbündeten  beginnen  neuerlich  die  Offensioe
in  Mazedonien,  die  nicht  nur  Verteidigungszwecken
  dient,  sondern  die  Durchführung  einer
großen  Aktion,  die  der  Generalstab  der  Verbündeten
  in  London  ausgearbeitet  hat,  bedeutet.
Die  hiesigen  Militärkreise  behaupten,  daß  Joffre
die  Operationen  in  Mazedonien  selbst  führen
wird,  wenn  der  Rest  des  serbischen  Heeres  hier
eingetroffen  ist.  Große  Schwierigkeiten  bereitet
die  Tatsache,  daß  nicht  genügend  Eisenbahnwagen
  zur  Verfügung  stehen.  Von  heute  an  bringen
  die  Transportschiffe  auch  Lokomotiven  und
Waggons  mit.  (3.)

Ver  einer  neuen  Entscheidung.

Wir  leben  in  einer  Zeit  gespannter  Erwarbngen.
  Irgend  etwas  Grohes  bereitet  sich  vor.
Das  fühlen  wir  Ve,  das  mnacht  grbg  Gegner
täglich  snerober,  e  sich  in  höchst  possierlicher.
Weise  den  Kopf  un  erer  milttärischen  Leitung
darüber  zerbrechen,  was  diese  wohl  beabsichtigt.
Dab  dabei  auch  die  Angst  eine  gewisse  Nolle
seiat,  erkennt  man  aus  der  Art,  wie  ausländische
  Preßorgane  orakeln.  „Formidable“
„terrible“,  das  sind  so  Ausdrücke  des  „Man- 



hester  Guardian'“.  Dieses  Tory-Blatt  sucht  unserer

  Heeresleitung  vorzureden,  daß  es  gar  keinen
  Sinn  hätte,  jetzt  nach  Aegypten  zu  gehen,
daß  es  viel  richtiger  sei,  #nächst  einmal  —  Indien
  in  Angriff  zu  nehmen.

Der  „Matin“  beunruhigt  sich  wegen  einer
drohenden  großen  deutschen  Offensive  im  Westen,
  die  in  der  Stille  vorbereitet  werde  und  die
den  Gürtel  der  feindlichen  Truppen  im  Westen
geschwächt  finden  würde,  da  diese  zum  Teil  nach
—  Saloniki  und  dem  Süd-Osten  abtransportiert
werden  müßten,  wo  sie  nötig  gebraucht  werden.
Am  angenehmsten  würde  es  wohl  unseren  Feinden
  sein,  wenn  wir  den  griechischen  Knoten  durchhauen
  und  unsere  Kräfte  auf  Saloniki  ansetzen
würden,  um  die  Ententetruppen  von  dort  wegzujagen.
  Allein  wir  werden  ihnen  diesen  Gefallen
  wohl  nicht  tun,  schon  aus  dem  einfachen
Erunde,  da  dies  eine  unnütze  Kraftverschwendung
  bedeuten  würde.  Denn  es  wird  die  Zeit
kommen,  da  die  Entente-Truppen  ganz  von  selbst
in  ihrer  Mehrzahl  aus  Salonili  verschwinden
werden,  weil  sie  —  anderswo  wahrhaftig  nöti-Aaosgue

  Signora,  und  Verrn  unnert.  Lab  die
Signorina  di  Solvander  in  Mitleidenschaft  geoh#n
  worden  ist,  beruhte  lediglich  auf  einem
rrtum,  der  auch  obne  die  Hilfe  jenes  Offiziers,
dessen  Verdienst  ich  durchaus  nicht  verkleinern
will,  durch  mich  aufgeklärt  worden  wäre.

„Ich  weiß  nicht,  wie  man  derartige  Geschehmssse
  hierzüland,  aufsaßt,“  entgegnete  Frau
von  Leven,  und  sie  lächelte  noch  immer.  „Vei
uns  in  utschl  and  Kichette  n  pilegt  man  die
Emführung"  eines  jungen  Mädchens,  bei  der
die  brutalste  Gewalt  zur  Anwendung  gelangt
ist,  nich  als  eine  Bagatelle  anzusehen.“

r  Gouverneur  räusperte  sich.

Vie  „wissen.  wie  lehr  Cerüchte  und  unerden,“

*7  er.  „Es  ist  niemals  Verlaß  auf  #e  Bericht
  vierter  und  ünkter  Personen.  Und  in
diesem  Fall  kann  ich  mich  dafür  verbürgen,
daß  die  Tatsachen  eine  so  schlinime  Auffassung

der  Angelegenheit-  nich  rechtfertigen.

„Nun  —  Auffassung,  Exzellenz,  erscheint
  auch  mir  9  dle  durchaus  richtige  und
vernunstgemäße.“  Lydia  von  Peoden  nickte
ihm  freundlich  zu.  „Und  es  wird  das  beste  für
#uls  e  Parteien  sein,  sich  dleser  Auffassang  anzugaschet#r

  atmete  erleichtert  auf.  So  bequem
  und  leicht  hatte  er  den  Sieg  allerdings
nicht  zu  erringen  gehofft,  und  auf  ganz  anden
hatte  er  sich  von  dieser  Vrau  esoßt
Er  warf  einen  krlunnoperenden
der  aber  läche  mitleldig  zurück.
denn  der  Glchelie  d  mahrhasst  ein  berarliger
Tölpel  sein,  die  Worte  der  gefährlichen  Frau
für  bare  Münze  zu  nehmen  7  dachte  er.  Run,
er  wenigstens  wollte  auf  seiner  Hut  sein.
„Das  wäre  allo  in  Ordnung  —  vollkommen

 

ger  gebraucht  werden.  Mit  dem  Festsetzen  in
Salonili,  mit  den  Verschanzungen  und  sonstigen
Vorbereitungen  auf  eine  längere  Verteidigung
arbeiten  unsere  Feinde  uns  nur  in  die  Hände.
Die  Franzosen  beginnen  das  schon  einzusehen,
Trotzdem  folgen  sie  dem  englischen  Willen.

Dieser  will  zunächst  die  bulgarischen  Kräfte
felleig,  und  es  ist  klar,  daß  die  Bulgaren  auf
Hut  sein  müssen,  um  nicht  abermals  um  die
dndt  ihrer  frischen  Siege  betrogen  zu  werden.
Die  Engländer  aber  verlassen  sich  den  Eingeborenen
  in  Aegypten  gegenüber  auf  deren  Nazel
an  modernen  Machtmitteln  und  auf  ihre  bewährten
  Bestechungskünste.  Wir  werden  sehen,  ob
die  deutsche  Eisenfaust  nicht  auch  durch  diese
Berechnungen  einen  kernigen  Strich  machen
werde

Die  österreichisch  ungaeische
Ankwortuole.

Wien,  30.  Dez.  Der  k.  u.  k.  Minister  des
Aeußeem  hat  an  des  Botschafter  der  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  Frederik  C.  Penfield
unter  dem  29.  Dezember  1915  nachstehende
Note  gerichtet:

Die  k.  u.  k.  Regierung  stimmt  mit  dem  Woshingtoner
  Kabinett  durchaus  darin  überein,
daß  den  geheiligten  Geboten  der  Menschlichkeit
auch  im  Krieg  Rechnung  getragen  werden  muß.
Wie  sie  schon  bisher  niemals  und  niemandem
Anlaß  gegeben  hat,  an  ihrer  Achtung  vor  die
sen  Geboten  zu  zweifeln,  hat  sie  auch  im  ga
Laufe  dieses  Krieges,  der  so  erschütternde  24
der  sittlicher  Begriffsverwirrung  darbietet,  den
Feinden  sowohl  als  den  Neutralen  zahlreiche
Beweise  menschenfreundlicher  Gesinnung  gegeben,
  und  es  lag  nicht  an  ihr,  wenn  sie  mit  dem
Washingtoner  Kabinett  vor  nicht  langer  Zeit
gerade  in  einer  Fräge  nicht  einig  wurde.  die
sie  im  Einklang  mit  der  ganzen  öffentlichen
Meinung  in  Oesterreich-Ungarn  hauptsächlich
als  eine  Frage  der  Menschlichkeit  betrachtet.
Auch  dem  in  der  sehr  geschätzten  Note  zum  Ausdruck
  gelangten  Grundsatz,  daß  feindliche  Privatschiffe,
  soweit  sie  nicht  fliehen  oder  Widerstand
  leisten,  nicht  vernichtet  werden  dürfen,
ohne  daß  die  an  Bord  befindlichen  Personen
in  Sicherheit  gebracht  werden,  kann  die  k.  u.  k.
Regierung  im  wesentlichen  beipflichten.

Für  die  Versicherung,  daß  die  Bundesregierung
  Wert  darauf  legt,  die  guten  Beziehunen,
  die  glücklicherweise  zwischen  Oesterreichugarn
  und  den  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  bestehen,  aufrecht  erhalten  zu  sehen,
ist  die  k.  u.  k.  Regierung  sehr  empfänglich.  Sie
erwidert  diese  Versicherung  auf  das  wärmste
und  ist  nach  wie  vor  bestrebt,  diese  Beziehungen,
  soweit  es  an  ihr  liegt,  noch  herzlicher  zu
gestalten.  Von  dem  gleichen  Geiste  der  Offenheit
  geleitet  wie  die  Regierung  der  Union,  ist
die  k.  u.  k.  Regierung,  wiewohl  sie  in  der  mehrerwähnten
  Note  nicht  die  Antwort  auf  alle
von  ihr  aufgeworfenen  berechtigten  Fragen  findet,
  bereit,  der  Bundesregierung  das  Resultat
der  Untersuchung  mitzuteilen,  welche  auf  Grund
der  bestehenden  internen  Vorschriften  sofort  nach
Einlangen  des  Flottenberichtes  über  die  Versenkung
  der  „Ancona“  eingeleitet  wurde  und
undi  der  allerjüngsten  Zeit  zum  Abschluß  gedieen
  ist.

Das  Ergebnis  dieser  Untersuchung  läßt  sich
in  folgendem  zusammenfassen:

Am  7.  November  1915,  11  Uhr  40  Min.
vormittags,  bemerkte  der  Kommandant  des
Unterseebootes  auf  38  Grad  40“  Nord  und
10  Grad  08“  Ost  bei  unsichtigem  Wetter,  wie
piohich  in  Entfernung  von  rund  3000  Metern
aus  dem  Nebel  ein  Strich  Steuerbord  die  Umrisse
  eines  großen  italienischen  Dampfers  aufim

  Drdnung,“

 

lagte  der  Gouvermeente  und  rieb

ch  vergnügt  die  Händ  „Vei  1  Herrn
Geheimrat  habe  ich  mic-  bereils  7  entchuldigt.
  Und  wenn  wirklich  noch  eine  Miß—
timmung  zurückgeblieben  sein  sollte,  so  hoffe
ich  sie  doch  morgen  durch  eine  persönliche  Erklärung
  des  Vorfalles  zu  beseitigen.  Außerdem
werde  ich  dem  Herrn  Geheimrat  noch  einmal
mein  Bedauern  aussprechen.“

„  Sie  das.  d  ich  glaube,
daß  es  nicht  schwerfallen  wird,  un  freundschaftliches
  Einvernehmen  zu  erzielen.  Unter
Vorausseung  allerdings,  daß  Sie  auf  den
Vorschlag  eingehen,  der  mich  hergeführt  hat.“

Alfierl  machte  eine  ungestüme  Bewegung,
und  auch  der  Gourerneur  soh  beunruhigt  auf.
Aber  er  war  seiner  Sache  jetzt  zu  sicher,  als
daß  ihn  die  Ankündigung  irgendeines  unbequemen
  Verlangens  noch  hätte  sonderlich  erchrecken
  sollen.  Mit  dieser  Frau  ist  leicht  sertia
zu  werden,  dachte  er;  und  es  wird  im  Notsah.

enügen,  wenn  ich  sie  dureh  einen  amtlichen
on  Michüchters

„  nädigste  Signora  —2“  sagte  er
welt  ube:  und  zurückhaltender,  als  er  sich
beer  Gegelgt  hatte.  „Darf  man  wissen,  welchen

orschlag  Sie  mir  zu  machen  Hedalbten

„Da  err  Baron  de  erte  noch
beutef  freigelassen  waird.

 

—

Alfieri  aber  verlor  jetzt  seine  Selbsft
Shprenh  Wohl  hatte  er  sich  sagen  müssen,
etwas  Derartiges  kommen  würde;  aber  die
Dreistigkelt  im  Auftreten  ken  Frau  und  ihre
cheinbare  Gelassenhelt  brachten  ihn  zum  Rasen.
Er  bebte  am  ganzen  Körper,  und  seine  Augen
alübten  wie  im  Lieber.  .

 

 

tauchten.  Er  hielt  ihn  anfangs  für  einen  Transportdampfer,
  drehte  ab  und  schoß  dann  aus
dem  achtehen  Geschütz  einen  weitliegenden  Warst
  Gleichett  segte,  er  das  Sienal
„Verlassen  Sie  iff!“  Der  Dampfer
stoppte  nicht,  senden  wendete  vielmehr  und  ?„
versuchte  zu  entkommen.  Der  Kommandant
blieb  zunächst  einige  Minuten  gestoppt  liegen,
um  die  Entfernung  zu  vergrößern,  da  er  befürchtete,
  daß  der  La###er.  ein  Hedeschütz  habe
und  mit  demselben  gegen  das  Unterseeboot  feuern
  werde.  Als  die  Distanz  4500  Meter  betrug,
  ließ  er  mit  ganzer  Kraft  die  Verfolgung
aufnehmen  und  feuerte  mit  dem  vorderen  Geschütz
  bei  abnehmender  Entfernung  16  Granaten,
  unter  denen  er  drei  Treffer  beobachtete.

Während  der  Verfolgung  lief  der  Dampfer
im  Zickzack  und  stoppte  erst  nach  dem  dritten
Treffer.  Darauf  stellte  der  Kommandant  das
Feuer  ein.  un  während  der  Flucht  hatte
der  Dampfer  in  voller  Fahrt  einige  Boote  mit
Menschen  von  oben  fallen  gelassen,  die  sogleich
kenterten.  Nach  dem  Stoppen  begann  er  Boote
auszusetsen.  In  einer  Entfernung  von  etwa
2000  Metern  sah  der  Kommandant,  daß  sechs
Boote  voll  besetzt  und  schnell  vom  Damofer
wegruderten.  Ein  weiteres  Boot  war  gekentert
und  schwamm  kieloben.  Die  Leute  hielten  sich
an  herunterhängenden  Tauen  und  dem  gekenterten
  Boot  fest.  Während  der  weiteren  Annäherung
  des  Unterseebootes  sah  der  Kommandant,
  daß  an  Bord  große  Panik  herrschte
und  daß  er  es  mit  einem  Passagierdampser,
nämlich  der  „Ancona“  aus  Genua,  zu  tun  hatte.
Er  ließ  deshalb  den  Insassen  des  Dampfers
mehr  als  die  erforderliche  Zeit,  um  das  Schiff
auf  den  Rettungsbooten  zu  verlassen.  An  Bord
waren  noch  mindestens  zehn  Rettungsboote,  die
zur  Rettung  der  noch  an  Bord  befindlichen  Personen
  mehr  als  genügt  hätten.  Eines  von  diesen
  Booten  hing  voll  besetzt  und  hinausgedreht
an  den  Bootskranen.

Da  aber  im  übrigen  keine  weiteren  Anftalten
getroffen  wurden,  die  Voote  auszusetzen,  beschloß
  der  Kommandant  nach  Ablauf  von  45
Minuten,  das  Schiff  derart  zu  torpedieren,  daß
es  noch  längere  Zeit  über  Wasser  bleiben  mußte,
damit  einerseits  die  Ausbootung  beschleunigt
wurde  und  anderseits  hinreichend  Gelegenheit
blieb,  um  die  noch  an  Bord  befindlichen  Menschen
  zu  retten.  Kurz  darauf  wurde  ein  Dampker
  sichtbar,  der  mit  großer  Nauchentwicklung
auf  die  „Ancona“  zuhielt  und  anscheinend  durch
Funkspruch  der  „Ancona“  herbeigerufen  worden
war.  Da  der  Unterseebootskommandant  mit
einem  Angriff  des  Dampfers,  den  er  für  einen
feindlichen  Kreuzer  hielt,  chnn  mußte,  tauchto
er,  nachdem  er  um  12  Uhr  35  Min.  nachmittags
aus  800  Meter  Entfernung  einen  Torpedoschuß
  in  den  vorderen  Laderaum  der  „Ancona“
hatte  abfeuern  lassen.
Schusse  eine  Krängung  von  etwa  10  Grad  nach
Steuerbord.  Dabei  wurde  versucht,  das  halb
ausgedrehte  Rettungsboot  vollends  auszusetzen;
es  riß  jedoch  ab  und  fiel  ins  Wasser.  Das  Boot
schwamm  kielunten  weiter  und  die  Leute  Hielten
sich  am  Bordrand  fest.

Von  den  übrigen  Booten  wurde  keines  mehr
ins  Wasser  gelassen,  obwohl  noch  Personen  an
Bord  bemerkbar  waren.  Der  Dampfer  richtete
sich  allmählich  auf  geraden  Kiel  auf  und  ging
so  langsam  tiefer,  daß  der  Kommandant  des
Unterseebootes  anfänglich  bezweiselte,  ob  der
Dampfer  versinken  würde.  Erst  um  1  Uhr  20
Min.  sank  er  nach  längerem  parallelen  Tiefertauchen
  mit  dem  Bug  zuerst.  Während  dieser
weiteren  45  Minuten  hätten  alle  noch  an  Bord
besindlichen  Personen  ohne  Mühe  mit  den  vorhandenen
  Booten  gerettet  werden  können.  Aus
dem  Umstande,  daß  dies  wider  Erwarten  nicht
geschah,  schloß  der  Kommandant,  daß  die  Mannschaft
  wider  allen  Seemannsbrauch  auf  den

Mir  emem  befirgen  Wort  *  ie  er  sich  an
Frau  von  Heyden  wenden,  er  noch  einmal
gebot  ihm  Marchetti.  der  sebs  ein  wenig  blaß
geworden  war,  zu  schweigen.  Und  kühl,  aber
noch  immer  burchaus  liebenswürdig,  wandte
er  sich  gn  Lydla

f  lift,  meine  Gnädigste,  werden  am
besten  Veukeilen  können,  wie  unmöglich  nr
Ansinnen  ist.  Es  steht  nicht  einmal  in  mein
Macht,  Ihrem  Berlangen  nachzukommen.“

ie  halten  meinen  Vorschlag  also  nicht
einmal  einer  Diskussion  w

Marchetti  zuckte  die  *  i

„Ich  muß  bedauern  —  nein

Er  erschrak  5  5  dem  funesue  Blick,  mit
dem  ihm  die  mne  Frau  in  die  Augen  sah.
Noch  inimer  ehr-  bewahrte  sie  ihre  Fassung,
und  noch  immer  klang  es  liebenswürdig  und
verbindlich,  was  sie  sag

„Das  ist  —  he  Entgegnete  sie.  „Meine
llerdinge  geringe  Erfahrung  hat  mich  gelehrt.
da  immer  am  vogtellhestesten“  ist,  einen
Wenoeih,  zu  schließen.  Das  Leben  zwingt  leider
dazu,  Kompromisse  zu  schließen.  Und  wen
zwei  oder  deen,  Leuue  verschiedener  Ansicht  sind  —
vernünftige  L  hat  am  Ende  jeder
etwas  für  seine  Meinurg  borgubringes,  das
der  *  wert  ist.

„Gew  grnin  —  des  würde  durthaus
—  es  sich  wirklich  nur  um  eine

uoesiseeschlewenhel!  bendeie  dle  durch  eine
Aussprache  beltze  legt  werden  könnte.“  Sie
täuschte  ihn  vollkommen;  er  melnt  nun  wirk.
lich,  sie  durch  einige  Pbrasen  und  bestimme
Erklärungen  einschüchten  zu  können.,
aber  hobe  ich  es  mit  amtlichen  Imstruntso#e
*  Tatlachen  zu  tun,  die  keine  Deutelelen  zu-—



 

Diese  nahm  nach  dem  t

—  —  —  —

 

 

 
                        
(1— b 7 assien # Samstäg, 1. Jannar 1614 ersten Booten die eigene Rettung bewerkstenigt die ihrem Schutze anvertrauten Passagiere 1n selbst überlassen hatte. Das Wetter war zur Zeit des Vorfalles gut und die See ruhig, so daß die Rettungsboote ohne Gefahr die nächste Küfte hätten erreichen bönnen, wie denn auch tatsächlich die Rettungsboote nur bei unsachgemäßem Aussetzen, nicht aber erst nach dem Streichen im Wasser, zu Schaden gekommen sind. Der Verlust an Menschenleben ist leineswegs in erster Linie auf das Sinlken des Schiffes zurückzuführen, sondern — und aller Wahrscheinlichkeit nach in viel höherem Maße — auf das Hinunterwersen der ersten Boote in voller Fabrt.! owie darauf, daß die Besatzung nur auf sich bedacht war und die Passagiere der gekenterten Boote nicht rettete, wohl auch auf die Geschosse, die das neiehende Schiff trafen; aber auch der Tod der Personen, die mit dem Dampfer versanken, ist vor allem dem pflichtwidrigen Verhalten der Mannschaft zuzuschreiben. ie aus dem vorangeführten Sachverhalt erhellt, geht die sehr geschätzte Note vom 9. Dezember in mehreren Punkten von unzutreffenden Voraussetzungen aus. Unrichtig ist die der Regierung der Vereinigten Staaten zugegangene Information, daß auf den Dam#-fer sogleich ein scharfer Schuß abgegeben wurde; unrichtig ist, daß das Unterseeboot den Dampfer während der Verfolgung überholt habe; unrichtig ist, daß zur Ausbootung der Personen nur eine kurze Frist gewährt wurde; vielmehr ist gerade der „Ancona“ eine ungewöhnlich lange Zeit zur Ausschiffung der Passagiere gelassen worden; unrichtig ist endlicht daß ausf den Dampfer, nachdem er gestoppt hatte, noch mehrere Schüsse abgegeben wurden. Der Sachverhalt läßt weiter erkennen, daß der Kommandant des Unmeerseebootes dem Dampfer volle 45 Minuten, also mehr als binreichend Zeit gelassen hat, um den an Bord befindlichen Personen Gelegenheit zur Auslootung zu geben. Sodann bewerkstelligte er, als die Leute noch immer nicht geborgen waren, die Torpedierung auf eine solche Art, daß das Schiff möglichst lange Zeit über dem Wasser bleiben lonnte, dies in der Absicht, die Ausschiffung auf den noch vorhandenen Booten zu ermöglichen. Er hätte, da der Dampfer noch weitere 45 Minuten über Wasser blieb, diesen Zweck auch erreicht, wenn die Besatzung der „Ancona“ die Passagiere nicht in pflichtwidriger Weise im Stich gelassen hätte. Bei aller Würdigung dieses auf die Rettung der Besatzung und der Passagiere hinzielenden Vorgehens des Kommandanten kam die k. u. L. Marinebehörde aber zu dem Schluß, daß er es unterlassen habe, auf die unter den Passagieren entstandene und das Ausbooten erschwerende Panik sowie auf den Eeist der Vorschrift, daß die k. u. k. Seceoffiziere in der Rot niemandem, auch dem Feinde nicht, ihre Hilfe versagen sollen, hinreichend Bedacht zu nehmen. Sohin wurde der Offizier wegen Uebenschreitang seiner Instruktionen gemäß den hierfür geltenden Normen bestraft. Die k. u. k. Regierung steht bei dieser Sachlage nicht an, bezüglich einer Schadloshaltung der durch die Versenkung der Prise betroffenen amerikanischen Bürger die entsprechenden Folgerungen zu ziehen; sie muß jedoch in dieser Hinsicht folgendes bemerlen: Die Untersuchung über die Versenlung der „Ancona“ konnte selbstverständlich keinen Anhaltspunkt dafür liefern, inwieweit amerikanischen Bürgern ein Anspruch auf Ersatz zuzusprechen ist. Für den Schaden, welcher durch die zweifellos gerechtfertigte Beschießung des fliehenden Schiffes entstanden ist, kann die k. u. k. Regierung wohl auch nach der Ansicht des Washingtoner Kabinetts nicht haflbar gemacht werden. Ebensowenig dürfte sie für den Schaden einzustehen haben, welcher vor der Torpedierung durch fehlerhaftes Ausbooten oder durch Kentern der ausgesetzten Boote sich ergab. Die k. u. k. Regierung muß annehmen, daß das Walhingtoner Kabinett in der Lage und gewillt ist, ihr in dieser Hinsicht die erforderlichen und gewiß nicht unwesentlichen Informationen zukommen zu lassen. Sollten der Regierung der Vereinigten Staaten jedoch bei etwaigem Fehlen entsprechenden Beweiematerials die näheren Umstände nicht bekannt geworden sein, unter welchen die amerikanischen Angehörigen zu Schaden kamen, wäre die k. u. k. Regierung in der Berücksichtigung des monschlich tief bedauerlichen Vorfalles und von dem Wunsche geleitet, der Bunderregierung neuerlich ihre freundschoftlichen Gesinnungen zu bekunden, gerne bereit, über diese Lücke der Beweisführung hinwegzugehen und Ersatz auch auf jene Schäden zu erstrecken, deren unmittelbare lraach nicht Estgestent werden konnte. Indem die k. u. k. Regierung mit den vorstehenden Auefahrungen die Ungelegenheit der „Ancona“ wohl als gereinigt ansehen behält sie sich gleichzeitig hdvor, die schwierigen oölkerrechtlichen Fragen, die mit dem Unterseebootskrieg zusammenhängen, in einem späteren Zeitpuntt aur Erdrterung zu bringen. ses———.—“sess. De Atise in England. London, 30. Dez. Nach der „Westminster Gazetie“ ist es unwahrscheinlich, daß Henderson zurücktritt, wohl aber andere Minister. Balsour ist, wie gemeldet wird, nicht mehr länger gegen die Dienstpflicht. Die „Westminster Gazette“ schreibt: Die Zahl der Unverheirateten, die sich nicht zum Militärdienst gemeldet haben, lei viel gröher, als man erwartete. Nur wenige davon seien nach Ansicht der Regierung unabkömmlich. Es sei möglich, daß ein oder zwei Minister zurücktreten, wahrscheinlicher aber sei, daß es Asquith gelinge, seine Kollegen von der Notwendigleit der in Aussicht genommenen Maßregel zu überzeugen. Es werden nicht, wie man in einigen Kreisen glaube, etwa 200 Mitglieder des Unterhauses und ein großer Teil der rkeiterparte! sich den Zwangsmaßregeln wideretzen. Ueber Lloyd George schreibt die „Westminster Gazette", daß Asquith sein Versprechen, die Verheirateten nicht aufzurufen, ehe die Unverheirateten ihre Pflicht getan haben, halte, wurde nie bezweifelt. Lloynd George widerfetze sich mit aller Energie jeder weiteren Verzögerung. Seine Ueberzeugung, daß ein sofortiges Kandeln notwendig sei, habe in weitgehendem Maße beigetragen, daß das Kabinett den Beschluß faßte, der ohne Zaudern von der Mehrheit der Minister gebilligt wurde. Lloyd George wird für seine Fabriken keine gelernten Arbeiter mehr brauchen, vorausgesetzt, daß er die Gewerkschaften dazu bringen kann, mehr ungelernie Arbeitskräfte zuzulassen. Lloyd George brauche nämlich noch 150 000 Arbeiterinnen. Der Beschluß des Kabinetts, zum Dienstzwang überzugehen, wird möglichst schnell durchgeführt werden, denn man braucht viele Rekruten. In einem Artikel über den Beschluß der Regierung, die Dienstpflicht einzuführen, schreibt die „Westminster Gazette“: Wir betrachten es als einen besonders großen Vorteil und etwas, worauf das Land stolz sein kann, daß wir drei Vierlel unserer großen Armeen, das größte Freiwilligenheer, das jemals eristierte, ohne Zmang (2) aufstellten. Es ist gut, daß wir leine Minute früher zum Zwang übergehen, als notwendig. Aber kein Anwalt des Freiwilligensystems, als des normalen für dieses Land, lann die Augen vor der Tatsache verschließen, daß der Krieg, in dem wir gezwungen sind, uns mit den Konfkriptionsarmeen der größten militärischen Staaten zu messen, uns zwingen kann, ibre Relrutirungemethode anzunehmen, ehe der Krieg beendet ist. Das Uebergreisen des Krieges auf den Balkan und die Notwendigleit, unser Reich im fernen und nahen Osten zu verteidigen, ohne unsere Streitlräfte an der westlichen Front zu schwächen, eröffnete für uns ein neues Kapitel und machte die Mufsstellung neuer Streitkräfte notwendig. (3. Das ist ein sehr weitgehendes Eingeständnis englischer Schwäche. Die englische Arbeiterschaft und die Wehrpflicht. London, 830. Dez. (Neuter.) Es wurde eilig eine Versammlung von Arbeiterführern einlerufen, um die Rekrutierungsfrage zu beprechen. Das vereinige Arbeiter-Rekrutierungslomitee hielt heute eine Versammlung ab, in der, wie verlautet, die rerschiedenen Komiteemitglieder die Einderufung einer nationalen Konferenz der Gewerkschaften verlangten, ehe das Unterhaus zusammentritt. Man sprach auch die Ansicht aus, daß keine Notwendigleit für die vom Kabinett angenommene Entscheidung bestand. Das Kabinett erklärte, daß 60 Prozent der nicht angeworbenen Männer untauglich und 20 Prozent bereits anderweitig für die Regierung beschäftigt seien. Die Arbeitervertreier unternehmen nichts, bis Henderson über die Lage Bericht erstattet hat. n Ateneiies den aties. Dieneuen Balkanzüge. Breslau, 30. Dez. Die königliche Eisenbahndirektion teilt mit: Der erfte Balkanzug Verlin= Lonstantinopel verkehrt ab 1. Jaonuar noch nicht. Der Zeitpunkt, wann die Züge in Verlehr gesetzt werden, wird jedoch binmen kurzem bekanntgegeben. Eine Millionenstrafe für die belgische Nationalbank. Brüssel, 30. Dez. Man bestätigt, daß der Generalgouverneur von Belgien, Generaloberst v. Bissing, eine Geldstrafe von drei Millionen Francs über die belgische Nationalbank verhängte, weil ihr Generalrat sich den finan-7* en der deutschen Verwaltung Beschaffung der belgischen Kriegskontribulon widersetzte. (Z.) Englische Schiffsverluste. London, 30. Dez. Die „Times“ meldet folgende, durch den ien Süweststurm ver-** Schiffsverluste: Der irische Schooner ary Jane“, nach einer anderen Version EW# Ann- sank in der Swansea-Bay. Wache in Pengange sichtete am Man-— lagsrüh vier Meilen von der Küste einen unbekannten Damxfer, welcher plötzlich unterging. Man glaubt, daß der Fischdampfer, welcher letzte Woche bei Aberdeen scheiterte, die „Empreß of Aberdeen“ ist. Ein unbekannter Küsiendampser scheiterte bei der Einfahrt von Milford-Haven. Die Besatzung des norwegischen Dampsers „Flandre“, der bei Whitby gestrandet ist, landete in Harktlepool. (3.) Ein Verräter. Innsbruck, 30. Dez. Wie die hiesigen Blätter melden, wurde del Bezirksschul-Inspektor von Tione, Felir Morandi, vom Feldgericht des Rayonkommandos von Süd--Tirol wegen Verbrechens des Hochverrats zum Tode verurteilt, jedoch zu 15 jährigem Kerker begacdigt. ) In Indien. Bombay, 30. Dez. (Reuter.) Der indische Nationalkongreß sprach die Erwartung aus, daß die Amtsdauer des B#zekönigs Hardinge verlängert werden möge und daß Indier Offizierspatente im Heer und in der Flotte erhalten. . " Auhland. Die russischen Massenopfer in Bessarabien. Czernowitz, 30. Dez. Die Wirkungen der letzten mißlungenen russischen Angriffe sind jetzt übersehbar. Vor den österreichischen Drahtverhauen sind Haufen russischer Leichen bis zur Höhe des Verhaues. Eine Unzahl Leichen sind in den Stacheldrähten hängen geblieben. Stellenweise sind sogar 20 Reihenangriffe gemacht worden. Die österreichischen M aschlnengemeyr abteilungen hatten besonders hervorragend zum Erfolge beigetragen. Zum Angriff angesetzt waren auf russischer Seite die Mannschaften mehrerer Reichswehrregimenter, Tscherkessen, blutjunge % -- neben ii en. ) Die — in Neiriies. Der türkische Bericht. WTB. Konstantinopel, 50. Dez. Das Hauptquartier teilt mit: An der Irakfront dauert die Schlacht bei Kut el A#nara mit längeren Pausen fort. Bei der Einnahme von Schaik Said erbeuteten wir 450 Kannen Petroleum, die den Engländern gehörten. An der Kaukasusfront ereignete sich außer Patrouillengefechten nichts. In der Nacht vom 27. zum 28. Dezember und am 28. Dezember brachte unsere Artillerie in Erwiderung des Feuers eines feindlichen Kreuzers und eines Torpedobootes die Geschütze dieser beiden Kriegsschisfse, welche ein wirkungsloses Feuer gegen Anaforta und Ari Burun richteten, zum Schweigen und zwang ke. saech zu entfernen. Bei Feddul Bahr fand der Nacht vom 27. zum 28. d. M. ein hefsiges Kampf mit Bomben “ Lufttorpedos auf dem rechten und linken Flügel statt. Im Zentrum Ariillerielampf. Nachmittags beschossen zmei Kreuzer kurze Zeit den rechten Flügel, stellten aber infolge Gegenwirkung unserer Artillerie das Feuer ein und entfernten sich. Ein Kreuzer wurde von einem Geschoß getroffen. Vormittags holte unsere Artillerie einen Zweidecker herunter, welcher Yeni Chehir und Kunkale überflog. Er siel auf der Höhe von Tekke Burun ins Meer und wurde auf Imtros zu abgeschleppt. Unsere anatolischen Küstenbatterien beschossen wirtungsvoll die Landungsstellen von Teile Burun, Seddul Bahr und Umgebung. Am 27. Dezember unternahm eines unserer Wasserflugzeuge Erkundungsflüge über Lemnos und Mavro und warf erfolgreich Bomben auf die Hafenspeicher von Mudros, wo ein Brand hervorgerusen wurde. Künchener Neulgkeilen. München, 30. Dez. Die sozialdemokratische Rathausfraltion hat folgenden Dringlichkeitsantrag eingebracht: as Gemeindekollegium wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, sofort zu der Bekanntgabe der Kreieregierung. von Oberbayern über die Bierpreisregelung Stellung zu nehmen und 1. zu prüfen, ob der Gutachter Prof. Dr. Doger. Weihenstephan nicht als befangen im Sinne des Gesetzes zu betrachten ist, 2. festzustellen, ob die Gestehungslosten des hellen Bieres tatsächlich höher sind wie die des Schankbieres. Iit letzteres nicht der Fall, so wäre bewiesen, daß eine Preissteigerung von 4 Mk. per Hektoliter durchaus ungerechtfertigt ist. Uowerische Nachrichlen. eumarkt a. R., 29. Dez. Als eine aus sechs Köpfen bestehende Bauernfamilie in Apertsham abends beim Kerzenlicht am Tische saß, fiel das Licht plötzlich um und entzündete ein Häufchen Sprengpulver, das man nach dem Stodsprengen achtlos auf den Tisch gelegt haite. urch die Explosion wurden alle sechs Perr————————— Augsburg, 30. Dez. Von einer hochherzigen Tat aus dem Felde machte Oberbürgermeister v. Wolfram in der Magistratssi in Mitteilung. Danach hat das unter dem mando des Generals v. Faßbender, des früheren Kommandeurs der Militär-Schießschule und des 3. Inf.-Regts. stehende 1. bayer. Reserve-Armeekorps zu Weihnachten unter den wohlhabenderen Korpsangehörigen eine Geldsammlung veranstaltet, deren Erträgnis den Kindern gefallener Korpsangehöriger in der Weise zugute lommen soll, daß für dielelben Sparbücher auf je 100 Mk. lautend bei verschiedenen Sparlassen deponiert wurden. Auf Augsburg entfielen allein 25 solcher Sparbücher mit einem Gesamtbetrag von 2500 Mk. In manche des Ernährers beraubte Familie fielen mehrere solcher Sparbücher, so daß die Unterstützung mitunter eine recht nennenswerte ist, Miesbach, 30. Dez. Traurige Weihnachten erlebte der zum zweiten Mal verwundete Reservist Johann Kreitner in Miesbach, der seit Kriegebeginn im Felde steht; als er auf Urlaub heimkam, lag seine Mutter in den letzten Zügen; tags nachher hatte man seine Frau ins Spital gebracht. Tegernsee, 30. Dez. In Reitrain bei Tegernsee reinigte der auf Weihnachtsurlaub dort besindliche verbeiratete Taglöhner Joseph Brunner einen Scheibenstutzen, in dem eine Patrone sleckte. Plöslich krachte ein Schuß und Brunner sank, in die Brust getroffen, tödlich perletzt zu Voden. Bad Reichenhall, 30. Dez. Wie berichtek, ist am hl. Abend nachmittags halb 2 Uhs insolge schwerer Betriebsflörung im Saalachkraftwerk die gesamte Stromlieferung für die Stadt und die an den elektrischen Ueberlandbezirk angeschlossene Umgebung einschließlich Freilassing und Laufen eingestellt worden. Dis Beschädigungen der Turbinen waren derart, daß während fünf Tagen Licht und Kraft ausblieb. Nach einer Unterbrechung von 101 Stunden ist am Dienstag abend halb 7 Uhr endlich der Betrieb wieder ausgenommen worden. Verschiedene Gewerbsbetriebe, wie Mühlen, Brauereien, Bäclereien, Meygereien usw. mußten die Lieferung einnellen, auch im Salinenbetrieb machte sich der Mangel an Licht und elektrischer Kraft füblbar. Heute mittag von 12 bis halb 2 Uhrn wurde die Stromlieferung neuerdings eingestellt. doch ist nun Vorforge getroffen, daß ähnlichs Zustände für die Zukunft unterbleiben. ommanales. Sihfung des MKollegkums der Weneinhe## Heollmächtigten in Rosenz#e## (Schluß.) Der Gemeinde-Etat 1915. Bis jetzt ist den städt. Kollegien der Gemeinde-Etat für 1915 noch nicht vorgelegt worden. In seiner Sigung vom 1. Dez. hat Kollegium der Gemeindebevollmächtigten auf dessen Vorlage wegen der vorgeschrittenen Zeit verzichtet und den Magistrat ersucht, den Voranschlag für 1914 auch für 1915 gelten zu lassen. Der Magistrat schloß sich diesem Antlag an und legte seinen Beschluß jetzt dem Kollegium vor; wir haben ihn im Wortlaut früher schon veröffentlicht. G.-B. Schmidt regte bei dieser Gelegenheit die rechtreitige Einhebung der Gemeindeumlagen an, damit die Siadl vor Zinsenveriust verschont bleibe. Es dürfe sich nicht wiederholen, daß die Umlagen fur das vierte Quartal erst im lexten Monat des Jahres eingehoben werden. G.-B. Dachs dringt darauf, daß der Eta#s für 1916 nunmehr bald in Vorlage komme. DZur Deckung aller Bedürfnisse werden die Umlagen wohl nicht ausreichen. Es sei ausgeschlofsen, daß man mit den Geldern, die jetzt der Stadtlasie zusließen, im nächsten Jahre auskomme. Man werde deshalb wohl an eine Erhöhung der Umlagen schon im kommenden Jahre denken müssen, damit die Steuerzahler nicht plötzlich von einer großen Erhöhung getroffen würden. Deshalb müsse der neue Voranschlag rechtzeitig vorgelegt werden. Der Vorsigende macht darauf aufmerksam, daß die nächste Sitzung des W wohl in Zusammenhang mit der Aufstellu des Elats für 1916 stehe-Dem Beschluß des Stadtmagistrates wurde dann zugestimmt. Das polizeiliche Meldewesen. Der Stadtmagistrat erliehr neue ortspolizelliche Vorschriften über das Meldewesen. Das Kollegium stimmte den neuen Vorschriften erinnerungslos zu. Sie treten mit dem 1. Januar 1916 in Krast. Ankauf von Futtermitteln Der Stadt wurde ein Angebot üben prei#-werten Ankauf von 200—300 Zentner Malzleime gemacht. Das Kollegium stimmte diesem Inlans pon Futtermitteln auf Vorrat bei. Geheime Sitzung. In geheimer Siung wurden perschiedemn Honalfrogen erledigt. — *