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21. Johannes Müller, Geschichte der schweizerischen
Eidgenossenschaft. Erster Thl. Bern. 8. *)
Unter den vielen deutschen Provinzialgeschichten, welche
wir seit einiger Zeit erhalten haben, ist keine so ganz im
Geist des Landmanns und des Bürgers geschrieben, als diese
Geschichte der Schweizer, deren ersten Theil wir
vor uns haben. Es sey uns nämlich erlaubr, eine schweizerische
Geschichte als eine deutsche Provinzialgeschichte zu betrachten,
weil wir doch so lang zusammen Glieder eines
Reichs waren. Die kritische Bearbeitung der Geschichte setzt
Herr Mäller ganz voraus, und er glaubte mit gutem Grund,
unter dem schon kritisch-gesonderten Vorrath so viel zusammenpassende
Fragmente zu finden, daß sich eine Geschichte
schreiben lasse. Man sieht auch an der ganzen Art, wie der
Verfasser manchmal streitige Punkte vorübereilend berührt,
daß er die beiderseitigen Gründe sehr wohl kannte, und dieselben
nur um seines Hauptzwecks willen überging. Bisweilen
war das rasche Forkeilen des Verfassers der historischen
Genauigkeit nicht ganz vortheilhaft, das aber doch nicht sowohl
in der schweizerischen Geschichte selbst geschah, als vielmehr
bei Meldung einiger fremden Geschichten, welche auf
die schweizerische Einfluß hatten. Der historische Plan des
Ganzen ist mit vieler Kunst und Einsicht angelegt, und wir
bedauern sehr, daß uns die Kürze dieser Blätter nicht erlaubt,
denselben auch nur summarisch auszuziehen. Eben der feine
Beobachtungsgeist, der manchmal in einzelnen Beobachtungen
über gewisse Begebenheiten sich recht treffend auszudrücken
wußte, übersah auch das Ganze, und merkte sich die Fugen
sehr glücklich, wie so viele dem ersten Anschein nach gar nicht
*) Aus den Gött. Gel. Anz. 1781. Stück 1.