März 6.
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alles und dass ich von der union so ganz und gar wogen einer so
geringen summa verlassen sein solle, mir billich schmerzlich fürkombt.
Muess es also gleich Gott und der zeit befelchen. Und ist
sich wol billich zu verwunderen, dass ein cassa der anderen nit so
vil freundschaft erzeigen und eine dergleichen geringe summa gelds,
dardurch der ganzen catholischen liga schimpf, spott, mutination
des volks und dardurch entspringend unwiderbringlicher schaden
verhietet werden kunte, fürstrecken solle. Dass mir nun aber alle
hoffnung jetzt und inskünftig benommen sein solle, kann ich wiss
Gott also nit verschmerzen sonder protestier nochmal hiemit für
Gott, da auss diser missbezahlung und dass ich so ganz verlassen
werde, einiche mutination von dem in disem erzstift der union zugehörig
verpflichtem kriegsvolk erregt und disem armen stift einicher
schaden und gefahr (welches der allmechtig verhiete) erfolgen sollte:
dass ich hieran genzlich und zumal entschuldiget sein will, dann
wie oben und sonst mehrmahl von mir angedeitet, zu ferner underhalt
der soldaten nit allein gar kein mitel mehr vorhanden sonder
ich muess daneben noch in itzig vorstehender frankforteı fastenmess
an die achttausend reichstaler, so ich der union zum besten von
guten ehrlichen leuten uf meinen credit entlehnet, bezahlen. Das
kan aber uf kein andere weiss zugehen als dass ich letztlich meine
mobilia und was ich habe, angreifen und meinen biss daheer Gott
lob erhbaltnen glauben rette..e Wie wehe mir aber nun darbei geschechen
und zu wass grossem schaden mir diss unionwesen gereiche,
ja mich bald zur desperation bringe, gibe E. L. ich freundlich zu
erwegen und were mir bei so geschaffenen sachen besser, dass ich
disen erzstift, deme ich nunmehr etliche jahr lang ohne rhuemb
treulich vorgestanden, niemals gesechen noch darein kommen, Bitte
daher E.L. freund-brüederlich, Sie wollen doch diss alles der notturft
nach beherzigen und mich berichten, wess ich mich noch entlich zu
diser union zu getrösten, wiewols, wann cs sich nit anderst als
bishero beschechen anlast, mehr einer disunion geleich sechen will.!
Zu wass ruemb es nun aber diser liga, damit man in die zwei jahr
umbgangen, bei meniglich gereichen und wass es sowol bei den
Catholischen als Uncatholischen für ein seltzams nachdenken machen
wirdet, ist bei verstendigen leichtlich zu erwegen. Ich kann mir
aber je nicht einbilden, wann dio sambtliche stend bei kunftig
fülligem bundstag zusamenkommen, dass man dassjenige, welches biebevor
so reiflich und wol bedacht, von allen interessirten stenden
— m un
Kasse zur ungesäunten Einlieferung ihrer Quoten zu veranlassen. Der Kurfürst
wies auf die leero Kasse hin und erklärte sich einverstanden, die Säumigen,
besonders Speier, zu ermahnen; auch eine Zuwendung aus Jen päpstlichen
Hilfsgeldern wolle er unterstützen; wegen der Abdankung des Volkes und
der Rettung der Stiftslande handle man am besten beim bevorstehenden
Bundestag (Wmz., Religionsakten, Bd. 12, no. 46; Protokoll von Faber).
! Der Herzog bemerkt am Rand: „Diss ist der dankh“.