Full text: Central-Blatt für das Deutsche Reich. Achtundzwanzigster Jahrgang. 1900. (28)

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57. Die vorgenannten Personen unterliegen ohne Rücksicht auf die Art der                   Steuerentrichtung 
         der in Ziffer 50 Abs. 2 gedachten Verflichtung.   
       Die Beistimmung über die Prüfung ihres Geschäftsbetriebs und die Auswahl          der Beamten, von 
         denen die Prüfung zu bewirken ist, erfolgt durch die obersten                                   Landesfinanzbehörden. 
Zu §§. 25 und 26 des Gesetzes. 
58. Ausländische Loose und Ausweise über Spiel- oder Wetteinlagen sind der              zuständigen 
        Steuerstelle mit einer nach dem anliegenden Muster 7 doppelt                                    auszustellenden Anmeldung unter Einzahlung 
        des Abgabenbetrags innerhalb der im §. 25 des Gesetzes bezeichneten Frist         zur Abstempelung vorzulegen. 
        Wegen der Buchung der Abgabe, der Beläge und wegen der Abstempelung         der Loose gelten die Bestimmungen 
        unter Ziffer 49, 50. Stundung der Steuer findet nicht statt. 
Zu §. 28 des Gesetzes.  
59.  Für unabgesetzt gebliebene Loose 2c. einer zu Stande gekommenen                          Ausspielung wird die 
        Reichsstempelabgabe nicht erstattet. Tritt indessen eine Aenderung des                    Lotterieplans in der Art ein, daß 
        die unabgesetzten Loose oder ein Theil derselben von der Verloosung                    ausgeschlossen werden und der 
        Gesammtwerth der Gewinne dementsprechend ermäßigt wird, so kann mit            Genehmigung der obersten Landes- 
        finanzbehörde die Steuer für die von der Verloosung ausgeschlossenen                    Loose erstattet werden. 
        Das Gleiche gilt bezüglich der Steuer für Wettausweise, wenn ein Rennen            u. s. w., für welches 
        die Wette abgeschlossen ist, nicht zu Stande kommt. Dies ist beispielsweise         auch dann der Fall, wenn 
        das Pferd, auf welches die Wette sich bezieht, an dem Rennen nicht                    theilnimmt. 
Zu §. 29 des Gesetzes. 
60. Die Verwaltungen der Staatslotterien haben spätestens am fünfzehnten Tage         nach Ablauf 
        der Ziehung jeder Klasse dem Reichsschatzamte die Zahl der abgesetzten              Loose und den Preis der Loose 
        (Ziffer 43) anzuzeigen. Diese Anzeigen sind unter Benutzung eines von dem         Reichsschatzamte vorzuschreibenden 
        Musters doppelt zu erstatten. Das Reichsschatzamt setzt die zu entrichtende         Steuer fest. 
Zu §§. 32 bis 40 des Gesetzes. 
61. Zur Entrichtung der in der Tarifnummer 6 bezeichneten Abgabe werden                Reichsstempel- 
        marken zum Preise von 10 Pfennig und 1 Mark zum Verkauf gestellt.    
        Diese Marken haben eine Länge von 38 und eine Breite von 20 mm.                  Beide Werthe zeigen in 
        einem von einem Perlenrande umgebenen Kreise einen, bei den Marken zu         1 Mark nach links, bei 
        denjenigen zu 10 Pfennig nach rechts sehenden Merkurkopf, die Aufschrift            „Deutsches Reich“ „Frachtstempel“, 
        die Werthbezeichnung und am unteren Rande auf guillochirtem Grunde den         Vordruck „den“ für das 
        Datum der Verwendung. Die Marke zu 10 Pfennig ist in rother, diejenige            zu 1 Mark in rother und 
        grüner Farbe hergestellt. 
        Die Entwerthung erfolgt in der Weise, daß auf jeder Marke Tag, Monat                und Jahr der 
         Verwendung entsprechend den Bestimmungen in Ziffer 27 eingetragen wird. 
62. Ferner werden von den Steuerstellen auf Antrag Vordrucke zu                                     Konnossementen u. s. w. 
         gegen Einzahlung des Betrags mit einem Stempelaufdruck in Höhe von 10          Pfennig oder 1 Mark 
         versehen. Die Anmeldung zur Abstempelung erfolgt unter Benutzung des               Musters 5. 
         Die diesem Zwecke dienenden Druckstempel haben eine ausgezackte Form.          In der Mitte befindet sich 
         ein Kreis mit einem Merkurkopf im Umriß. Bei dem Stempel zu 1 Mark             blickt der Kopf nach links, bei demjenigen 
         zu 10 Pfennig nach rechts wie bei den gleichwerthigen Marken. Ueber                   dem Merkurkopfe befindet sich die 
         Kaiserkrone, darunter die Ausschrift „Deutscher Frachtstempel“ und die                    Unterscheidungsnummer, zu beiden 
        Seiten die Werthbezeichnung. Die Größe des Stempels zu 1 Mark beträgt              38, diejenige des Stempels 
        zu 10 Pfennig 25 mm in der Höhe. 
63. Stempelfrei sind die Frachturkunden über Sendungen zwischen inländischen            Häfen sowie 
        ferner im Binnenverkehre zwischen inländischen Flußhäfen und ausländischen         (z. B. österreichischen oder 
        holländischen) Flußhäfen, sofern die letzteren nicht als Seehäfen anzusehen         sind (Abs. 3). Den Flußhäfen 
        stehen in dieser Beziehung die Häfen von Binnenseen gleich. 
       Der Abgabe von 10 Pfennig unterliegen die Urkunden über Sendungen                  zwischen inländischen 
        See- oder Flußhäfen einerseits und ausländischen Seehäfen der Nord- und            Ostsee andererseits, einschließlich 
        der norwegischen Häfen und der englischen und französischen Häfen im              Kanale; zu den letzteren sind 
Muster 7. 
IV. Schif 
fracht- 
urkunden