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Während die Völker im schwersten Kampfe gegeneinander stehen, während
die „Deutschen“ Großlogen wissen, daß namentlich die Großlogen in den Feindländern
den Krieg hervorgerufen haben und jetzt die Propaganda gegen den
Deutschen Siegeswillen leiten, unterhalten sie amtliche und brüderliche Verbindungen
mit den Großlogen der Feindstaaten — eine echt freimaurerische Unmoral
und eine unerhörte Versündigung am Deutschen Volk, die nur noch durch
den unmittelbaren brüderlichen Verkehr der Brr. im Deutschen Heere mit den
Brrn. der Feindstaaten außerhalb und in Logen und Feldlogen überboten wird!
Nun haben die Großlogen in Deutschland in auffallender „Stille“ am Jahwehtage,
den 10. 1. 1915, in Eisenach beschlossen*), „den amtlichen Verkehr mit
den freimaurerischen Körperschaften in den Feindstaaten ruhen zu lassen“, was
an sich natürlich gar nichts besagt, denn der amtliche Verkehr konnte auch durch
jede Großloge der neutralen Staaten und durch Hochgrade „in aller Stille“ vermittelt
werden, durch die die Bruderkette voll erhalten blieb. Auch hatten Großlogen
in Deutschland ihre Beteiligung an der freimaurerischen Weltgeschäftsstelle
in der Schweiz nicht abgebrochen. Es wurde ihnen nur empfohlen, sie zurückzuziehen.
„Vorsicht“ der profanen Welt gegenüber ist immer nützlich, „Vorsichtig“
war aber auch am gleichen Tage ein „freimaurerischer Ausschuß für Kriegsgefangene“
in Berlin geschaffen, dem sämtliche Großlogen angehörten. Er hatte durch
„maßgebende Persönlichkeiten im neutralen Auslande“ — d. h. durch Brr. Freimaurer
— „ausgezeichnete indirekte Beziehungen zu den feindlichen Ländern“).
Endlich war der gegenseitige brüderliche Verkehr in den Logen der miteinander
kriegführenden Staaten von den Großlogen in Deutschland erlaubt. So hatten
z. B. — nach der Bauhütte —, Brr. der Feldloge „zum aufgehenden Licht an
der Somme“ in St. Quentin im März 1915 Brr. Franzosen zur Teilnahme
an den „Arbeiten“ aufgefordert. Wenn in diesem Falle in St. Quentin die Brr.
der Großlogen in Frankreich nicht zu den „Arbeiten“ kamen, so lag das daran,
daß die freimaurerischen Körperschaften in Frankreich die Beziehungen zu den
freimaurerischen Körperschaften in Deutschland einseitig abgebrochen hatten, also
mehr „Nationalkolorit“ besaßen als die Brr. in Deutschland. Auch schmollten
sie den Brrn. in Deutschland, weil diese sich durch das Deutsche Volk, entgegen
den Vorkriegserwartungen, zur Landesverteidigung gezwungen sahen.
Das freimaurerische Treiben bei der Kriegserklärung Italiens zwang nun
die neun Großlogen in Deutschland auf dem 40. „Deutschen“ Großlogentage
Ende Mai 1915 zu neuem Beschluß.
Dieser wurde nicht etwa aus innerer Entrüstung gegenüber den Brrn. der
Feindmächte über ihr Treiben gefaßt, sondern weil in den Großlogen
die nur zu begründete Sorge bestand, daß sich das profane Deutsche Volk mit
wachsender Empörung gegen das unverantwortliche Verhalten der „Deutschen“
Freimaurerei wandte, und „das Ansehen der Freimaurerei im allgemeinen wie
im besonderen der Deutschen Brr. empfindlich geschädigt“ werden könnte. Hatte
doch namentlich die katholische Presse auf die Deutschfeindliche und kriegshetzerische
Tätigkeit der Freimaurerei Italiens, allerdings allein, weil sie diese für papstfeindlich
hielt, hingewiesen. Es blieb den Großlogen in Deutschland nichts an-*)
Quersumme von 10. 1. 1915 ist 3 X 15 also besonders schützend!
Der Beschluß am 10. Januar 1915 über das Ruhen der amtlichen Beziehungen
der freimaurerischen Körperschaften in Deutschland und denen in der Feindländern wird
nur in wenigen freimaurerischen Geheimschriften wiedergegeben, scheint also ein Beschluß
mehr „unter vier Augen“ gewesen zu sein.
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