Full text : Zentralblatt für das Deutsche Reich. Fünfundvierzigster Jahrgang. 1917. (45)

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Bahnhofsbriefe.

§  23.  1  Wünscht  ein  Empfänger  Briefe  eines  bestimmten  Absenders  am  Bahnhof  unmittelbar
nach  Ankunft  der  Eisenbahnzüge  in  Empfang  zu  nehmen  (Bahnhofsbriefe),  so  hat  er  dies  der  Postanstalt
  seines  Wohnorts  mitzuteilen,  die  ihm  gegen  die  festgesetzte  Gebühr  (l!V)  einen  Ausweis
aushändigt.

u.  Der  Empfänger  muß  den  Absender  veranlassen,  die  Bahnhofsbriefe  stets  zu  demselben  Zuge
aufzuliefern.

IIl  Sie  müssen  sich  nach  Form  und  Beschaffenheit  zur  Beförderung  als  Briefe  eignen;  sie  dürfen
nicht  eingeschrieben  werden  und  das  Gewicht  von  250  g  nicht  überschreiten.  Die  Umschläge  müssen
einen  breiten  roten  Rand  haben  und  am  Kopfe  in  großen  Buchstaben  die  Bezeichnung  „Bahnhofs-=brief“,
  auf  der  Rückseite  den  Namen  des  Absenders  tragen.

IV.  Sie  müssen  vom  Absender  freigemacht  werden.  Die  vom  Empfänger  vorauszuzahlende
Gebühr  für  die  tägliche  Aushändigung  je  eines  mit  einem  bestimmten  Eisenbahnzuge  beförderten
Briefes  desselben  Absenders  beträgt  12  K  für  den  Kalendermonat  oder,  wenn  die  Beförderung  für
kürzere  Fristen  erfolgen  soll,  4  KX  für  die  Woche  oder  den  Teil  einer  Woche.

V  Bahnhofsbriefe  werden  nur  gegen  Vorzeigung  des  Ausweises  ausgehändigt.  Meldet  sich
der  Abholer  nicht  rechtzeitig,  so  werden  die  Briefe  gegen  die  im  §  22,  V  B  festgesetzte  Gebühr  durch
Eilboten  bestellt.

Dringende  Pakete.
8  24.  1  Auf  Verlangen  des  Absenders  werden  Pakete  als  „dringend“  mit  den  schnellsten  Postgelegenheiten
  befördert.  Einschreiben  und  Wertangabe  sind  dabei  nicht  zulässig.

II  Sie  müssen  augenfällig  durch  einen  farbigen  Zettel  gekennzeichnet  sein,  der  in  fettem  schwarzem
Druck  oder  deutlich  und  groß  geschrieben  die  Bezeichnung  „Dringend“  trägt.  Die  Paketkarten  sind
mit  demselben  Vermerk  zu  versehen.

Ill  Sie  werden  durch  Eilboten  abgetragen  (5  22),  wenn  sie  nicht  mit  dem  Vermerk  „Postlagernd“
  versehen  sind.

IV  Der  Absender  hat  bei  der  Einlieferung  vorauszuentrichten:

1.  das  Paketporto  nebst  der  Reichsabgabe,
2.  eine  besondere  Gebühr  von  1  X#,
3.  u.  U.  (III)  die  Eilbestellgebühr  (§  22).

Briefe  mit  Zustellungsurkunde.

§  25.  1  Die  Zustellung  von  Briefen  wird  auf  Verlangen  des  Absenders  nach  den  Vorschriften
  der  Zivilprozeßordnung  beurkundet.  Die  Urkunde  wird  dem  Absender  übersandt.

11  Die  Zustellung  kann  «

a)  gewöhnlich  oder  b)  vereinfacht  sein.

Bei  der  gewöhnlichen  Zustellung  erhält  der  Empfänger  eine  beglaubigte  Abschrift  der  Urkunde,
bei  der  vereinfachten  wird  nur  der  Tag  der  Zustellung  auf  dem  Briefe  vermerkt.  Über  die  Bestellung
  s.  §  40.

111  Briefe  mit  Zustellungsurkunde  müssen  verschlossen  sein,  auf  der  Aufschriftseite  Namen  und
Wohnort  des  Absenders  tragen  und  im  übrigen  den  Vorschriften  der  Postordnung  entsprechen.  Der
Absender  hat  für  die  gewöhnliche  Zustellung  (na)  zwei  Vordrucke  von  weißem  Papier  (urschrift  und
Abschrift),  für  die  vereinfachte  (Uub)  einen  graublauen  Vordruck  dem  Briefumschlage  haltbar  äußerlich
beizufügen  und  entsprechend  in  der  Aufschrift  ·

entweder  „Hierbei  ein  Vordruck  zur  Zustellungsurkunde  nebst  Abschrift“
oder  „Hierbei  ein  Vordruck  zur  Zustellungsurkunde.  Vereinfachte  Zustellung“
zu  vermerken.

IV  Der  Absender  muß  den  Kopf  des  Vordrucks  und  der  Abschrift  ausfüllen  und  den  Vordruck
mit  der  für  die  Rücksendung  erforderlichen  Aufschrift  versehen.