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fahren Lust hat, je genauer man den herrschenden Geschmack
des Publikums kennt.
Und da freilich noch so viele wichtige Punkte der uns
näher angehenden occidentalischen Geschichte im Dunklen liegen,
so wäre es sehr verkehrt gehandelk, diese nicht vorzichen
zu wollen, aus welchen oft ein so unmittelbarer Nutzen entspringt.
Der Verfasser hat hiernach Kürze und Weitläuftigkeit
mancher seiner Untersuchungen bestimmt, und diesen
Maaßstab um so beständiger beibehalten können, da er bloß
Geschichte derjenigen Gesetze schreiben wollte, welche die Kirche
sich selbst gab.
Es würde ein thbrichter Stolz seyn, durch angestellte
Vergleichungen mit Mastrichts und Pertschens Schriften sich
einigen Ruhm zu suchen. Diese beede Männer haben für
dasjenige, was sie nach ihren Zeiten leisteten, wirklichen
Dank verdient, und wenn sie auch schon nicht alles dasjenige
benutzt haben, was ihnen, besonders dem letztern, Marka
und Coustant vorgearbeitet hatten. Außer der Abhandlung
der Ballerini, welche vor dem dritten Theil ihrer Ausgabe
der Werke Leo des großen steht, muß besonders der elfte
Band der Fabriciusischen Bibliotheca Graeca als eines der
gebrauchten wichtigsten Hülfsmittel gerühmt werden, und
wie sich die erstere durch eine große Menge aus Vatikan'schen
Handschriften gezogener Anmerkungen sehr schätzbar macht,
so ist Fabricius noch viel mehr wegen der Vollständigkeit
und Zuverläßigkeit seiner Litteratur fast unentbehrlich.
Einige Unrichtigkeiten, sowohl dieser als anderer Gelehrten,
auf deren Bemerkung der Verfasser nothwendig gerathen
mußte, sind äufferst selten ausgezeichnet worden, weil dem
Leser, wenn er einmal seinen historischen Satz mit den ndthigen
Beweisen hat, sehr wenig daran liegen wird, ob auch
unterdeß jedermann diesen Satz und diese Beweise gesehen
habe. Nur etlichemal schien selbst der Nutzen des Lesers zu
erfordern, den Namen des Schriftstellers nicht zu verschwei-