Full text : Geschichte des Preußischen Staates

Rathenow.  —  Nauen.

w  schon  von  dem  Beginn
einer  vaterländischen  Gesinnung,
und  recht  treuherzig  war  der
Ausdruck,  den  ihr  Bauern  in
der  Altmark  gaben,  wenn  sie
auf  eine  noch  heut  vorhandene
Fahne  die  Inschrift  setzten:
„Wihr  Bauern  von  geringem
Guth  Dienen  unsern  gnädigen
Kurfürsten  und  Herrn  mit  unsern
Blut.“

Im  Mai  aber  war  der
Kurfürst  und  sein  Heer  vom
Main  aufgebrochen  und  führte
nun  jenen  wunderbaren  Ge-Hüsssb
  aus,  der  ihn  schon

am  20.  Juni  nach  Magdeburg
führte.  Am  23.  in  der  Frühe
brach  er  mit  der  Kavallerie,
mit  600  Dragonern  und  1350
Fußtruppen  auf,  erschien  vor
Nathenow,  dessen  Kommandant,
  Oberst  von  Wangelin,  von
seiner  Ankunft  nichts  ahnte.  Am
25.  morgens  erfolgte  der  Angriff,
die  Fußtruppen  erstürmten  eine
Stadtpforte  und  das  Mühlenthor,
die  Dragoner  unter  Derfflinger
drangen  durch  das  Havelthor
ein.  Die  Uberrumpelung  war
vollständig  gelungen,  und  die
Verbindung  der  schwedischen
Truppen  durchrissen,  der  geplante
Elbe-Ubergang  unmöglich  gemacht.
  Am  27.  erreichte  die
Kavallerie  die  Nachhut  des
Generals  von  Wrangel,  der  sich
von  Brandenburg  aus  schleunigst
mit  seinem  Bruder,  dem  Feldmarschall,
  zu  vereinigen  suchte.
Bei  Nauen  wurde  sie  verdrängt.
Am  nächsten  Morgen  —  Freitag
den  28.  Juni  —  hatte  der  Prinz
von  Homburg  mit  seinen  1500
bis  2000  Reitern  die  Schweden
kurz  vor  Fehrbellin  eingeholt,
zwang  Wrangel,  seine  Stellung

 

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Rathenow.
aus  M.  Zeitler  Topographin  Elcctoralus  Drandenburgici  etc.  Franlsurt  a.  M.  O.  J.  (eiwa  1652)  bei  Malh.  Merians  sel.  Erben.  Verkleinerung  auf  die  Hölfte.