Börse und Spartassen. 239
Die Bewegungen der Sparkassenguthaben, soweit sie in der monatlich
von dem amtlichen Fachblatt des deutschen Sparkassenverbandes veröffentlichten
Statistik enthalten sind, lassen ebenfalls auf eine normale
Geldmarktslage und eine zufriedenstellende Entwicklung der Spartätigkeit
schließen. Ee haben betragen:
in Millionen Mark
die Ein= die Nüc- die Zu- dzw.
zohlungen zahlungen # Anebme
Juli 11134S45 219,6 248,0 — 23,4
August 19444e. . . . ... 202.2 170,5 31,9
(August 191000))) (l64,0) (155,60) ( 8.4)
September 104 175,5 174,9 9,6
(September 1911)9)9) (17#0,8) (189,4) (— 900)
Oktober 11014 199,4 347,2 —147,8
(Oktober 191010) (233,2) (213,6) I19,0)
November 191400. 152,5 146,6 35,9
(Novrember 19190))) (173,9) (158,9) (-150,0)
Zu den Ziffern vom Oktober 1914 ist zu bemerken, daß die Rückzahlungen
sich aus den damale fälligen Einzahlungen auf die Zeichnungen
für die erste Kriegeanleihe erklären.
Die Gesamtsumme aller Einlagen bei deutschen Sparkassen aber war
am Schlusse des Kriegejahres 1914 um 900 Millionen Mark größer als
Ende 19153.
In der Folgezeit wuchsen, wenn man von den Abgängen für
die Kriegsanleihen absieht, die Einlagen immer weiter über die Rückzahlungen
hinaus. In einzelnen Monaten stellte sich das Berhältnis
fast wie 2:1. Die Zahl der Sparkassenbücher vermehrte sich während
der Kriegsjahre in einer in Friedenszeiten noch niemals erreichten Weise.
Neue Kunden kamen namentlich aus den unteren und mittleren Schichten,
da auch die Industriearbeiterschaft durch die hohen Kriegslöhne vermehrte
Gelegenheit zur Anlage von Spargeldern fand. Insbesondere konnte in
den Industriegroßstädten Mitteldeutschlands ein gesteigerter Sparsinn
auch unter der Albeiterschaft festgestellt werden. Es kam hinzu, daß durch
Maßnahmen militärischer Stellen der Sparzwang für jugendliche Arbeiter
eingeführt wurde.
Die Sparkassen hatten auch großen Anteil an der Förderung des
bargeldlosen Zahlungsverkehre.
Eine ähnlich erfreuliche Entwicklung weist der Postscheckverkehr
auf. Die Zahl der an ihm beteiligten Kontoinhaber ist im Jahre 1914
um 18 600 gestiegen. Die Gesamtguthaben der Kontoinhaber, die sich