Volltext : Das Buch von unsern Kolonien.

—  208  —

sind,  und  daß  darin  der  Grund  liegt,  warum  ihr  nicht  zu  jenen  ge—
hören  wollt.  Ich  weiß  auch  von  eurer  Verstimmung  gegen  Satupaitea,
aber  ich  weiß  auch,  daß  ihr  dorthin  gehört  von  alter  Zeit  her.  Als
der  alte  Häuptling  Aziata  starb,  da  hat  er  euch  vorher  noch  ermahnt,
immer  treu  zu  Satupaitea  zu  halten.  Ich  mache  euch  darauf  besonders
aufmerksam.  Wenn  ihr  unbedingt  die  alten  Samoa-Verhältnisse  aufrecht
  erhalten  wollt,  dann  solltet  ihr  nach  Satupaitea  gehören.  Nun
sagt  ihr  aber:  „Der  alte  Häuptling  ist  tot,  so  sind  auch  seine  Worte
tot!#  und  das  nennt  ihr  dann  samoanische  Sitte.  Ich  habe  die  Erfahrung
  gemacht,  daß  sich  die  Samoaner  immer  dann  auf  ihre  Samoasitte
  berufen,  wenn  sie  Wünsche  haben.  Indessen  will  ich  euch  dafür
nicht  tadeln  an  dem  heutigen  schönen  Tage.  Alles  in  allem  ersehe  ich,
daß  eure  Herzen  gegen  die  sämtlichen  drei  Bezirke  sind.  Da  wir  nun  in
einer  Lage  sind  ähnlich  der,  wenn  ein  Mann  und  ein  Weib  gezwungen
werden  sollen,  einander  zu  heiraten  und  miteinander  zu  leben,  obgleich
sie  sich  nicht  lieben  und  nicht  miteinander  leben  wollen,  so  will  ich  euch
auch  nicht  zwingen,  zusammenzugehören  mit  solchen,  die  ihr  nicht  liebt.
Ich  gebe  darum  den  folgenden  Befehl:  Tafu,  Neiafu  und  Falelima
sollen  ihre  eigenen  Angelegenheiten  selbst  regeln.  Kein  Bezirkshäuptling
soll  ihnen  darein  reden,  noch  soll  ein  Richter  eines  anderen  Gebiets  hier
Gericht  halten.  Toola  sei  euer  Richter.  Da  ich  euch  keinen  Bezirkshäuptling
  geben  will,  um  keinen  andern  Bezirk  zu  verletzen,  so  sollen
eure  Städte  regiert  werden  von  dem  Richter  und  den  Dorshäuptlingen
mit  den  Polizisten.  Wenn  ihr  einmal  nicht  fertig  werdet  mit  euren
Angelegenheiten,  dann  kommt  zu  mir,  ich  will  euch  Rat  geben;  oder
wendet  euch  an  den  Amtmann  Williams,  der  mich  hier  vertritt.  Somit
  habe  ich  euch  alles  gewährt,  was  ich  gewähren  konnte.  (Rufe:
Dank,  viel  Dankl)  Ihr  alle  ruft  euren  Dank,  aber  ich  will  abwarten,
bis  ihr  ihn  durch  die  Tat  beweiset.  Gehet  nicht  umher  in  anderen
Städten  und  brüstet  euch  mit  den  Vorrechten,  die  ihr  heute  erhalten
habt,  bleibt  ruhig  und  bescheiden  zu  Hause.  Dies  ist  meine  Rede,  mit
der  ich  Stab  und  Wedel  übernehme.“

Eingeborene:  „Obgleich  du  uns  keinen  eigenen  Bezirkshäuptling
eingesetzt  hast,  sind  unsere  Wünsche  doch  erfüllt.  Aber  der  Richter  Toola
ist  von  Waisigano  und  nicht  von  hier!“

Gouverneur:  „Darauf  lege  ich  keinen  Wert,  ihr  mögt  einen  andern
wählen.  (Rufe:  Uso.)  Diejenigen,  die  den  Uso  zum  Richter  wählen,