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des Pflanzers v. Busse in Ngomeni, der 100 ha Baum-
wolle, zum Teil als Zwischenkulmr. angebaut ban
Ebensogut standen die 65 hn des Pflangers Weber ie
Ngomeni. In Lewa waren 60 ha mit Baumwolkte be
stellt, die eine gute Ernte versprachen.
Migdalski beobachtete auf verschiedenen Pflanzun-
gen, daß beim Hacken der Baumwolle das Unkraut
zu einem Damm zwischen je zwei Reihen zusammen-
eschoben wurde, er hält dieses Reinigungssystem für
* alsch; denn der Grasdamm bietet dem Ungeziefer zu-
viel Schlupfwinkel, auch kann auf diese Weise die Ver-
mehrung der Baumwollschädlinge ungestört vor sich
Migdalen stattete auch dem Biologisch-Landwirt-
lichen Institut zu Amani einen längeren Besuch ab,
wo Herr Professor Ir. Zummermann ihm dankens-
werterweise die ausgedehnten Kulturversuche des In-
stituts vorführte. Bei einem Kulturversuch mit Cara-
vonica-Baumwolle quf der Institutsstation im Sigi-Tal
war ein großer ? des Samens nicht aufgegangen.
Die auflegabegene- Baum#wolll entwickelte sich zwar
kräftig, aber sehr ungleichmäßig. Die im Vorjahre
mit Caravonica-Saat gemachten Versuche ergaben eine
Baumwolle, deren Stapel recht kurz ausöill. Das In-
stitut Amani hat auch eingehende Düngungsversuche
bei der Baumwollkultur unternommen, Wer deren Er-
Cebnisse indessen Berichte noch nicht vorliegen.
Die Baumwollentkörnungsanlage in Mhao befand
sich in einer tadellosen Verfassung. Die mit zwei
Hins ausgestattete Anlage wird mit Wasserkraft be-
rieben. Die Kraft der Turbine reicht nach Ansicht
riuni- völlig aus, noch eine dritte Gin zu be-
trei
Bezirk Lindi.
In der Hauptsache werden im Lindi-Bezirk von den
großen Gesellschaften Agaven und Kantschuk gebaut.
Nur einige Pflanzer haben Versuche mit Baumwolle
macht.
ge Bei dem Pflanzer Hanisch steht die Baumwolle
(etwa 80 ha auf leichtem Boden) noch ganz gut, doch
ist, wohl infolge ungenügender Nährstoffe, Kräusel-
krankheit in die Baumwolle gekommen. Hanisch wird
aber noch eine ganz gute Ernte ergielen, da die Pflanzen
schon gut vorwärts gekommen waren. Der Pflanzer
Werneyer hat etwa 30 ha mit Baumwolle bestellt.
teilweise mit Kautschuk in Zwischenkultur. Die Baum-
wollernte verspricht, falls noch einige Regenschauer
kommen, 4ut zu werden. Der Boden ist hier für den
Baumwollbau äußerst üastig, Werneyers Pflanzung
liegt am Luknledy-Fluß, so daß hier, falls die Mittel
vorhanden, eine gute Vewasfeeungkankage geschaffen
werden kann. Obwohl der Boden im ganzen Tal
schwarzer Ton ist, so scheint er doch E aeis verkrusten,
und seine Bearbeitung ist nicht sehr sch
Das Südland-Syndikat am ’ hat in
diesem Jahre nur Caravonica-Baumwolle ausgesät
und einzelne Pflanzen haben sich bioher recht gut ent-
wickelt.
Eingeborene bauen bis #jetzt im Lindi-Begirk noch
keine Baumwolle
Bezirk Kilwa.
Es befinden sich 600 ha unter europäischer Kultur.
Die Baumwolle steht je nach dem Boden und dessen
Bearbeitung teilweise recht guta manchmal schlechter.
Den besten Eindruck macht sie bei Pflanzer Stein-
hagen, der etwa 100 ha angebaut hat. Der Boden
ist günstig für Baumwolle, ein guter, nahrhafter, etwas
sandiger Talboden, welcher sich leicht bearbeiten läßt.
Sehr gut steht die Baumwolle auf der neuen Plan-
tage der Kilwa-Pflanzungsgesellschaft, wo mit
dem Dampfpflug gearbeiter wird. Leider sind in dem
ersten Jahre nur etwa 80 ha mit Baumwolle bepflanzt
worden. Der Unterschied zwischen Pflug= und Hack-
Uubre läßt sich hier am besten sehen. Steinhagen ist
der einzige, welcher mit Gespannvieh pflügt, während
alle anderen kleineren europäischen Betriebe bis jetzt
mit Hackkultur arbeiten, zum Lroßen Zell. sweil das
nötige Fuovieh nicht a bescho haffen oden auf
der Pflanzung der Ki belchastenit. Der choder ist
ähnlich wie bei Steinhagen, jedoch etwas schwerer.
Der Ansiedler Jung hat etwa 40 ha, und der Ansiedler
Meyer etwa 90 hba recht gute Baumwolle. Die Baum-
wolle steht trotz Hackkultur ziemlich gleichmäßig und
kräftig auf einem schwarzen sandigen Lehmboden.
welcher im Untergrund auf Korallenkalk lagert und
daher durchlässig ist. Meyer hat einer Anzahl von
Eingeborenen Vorschuß gegeben, um von ihnen Baum-
wolle zu erhalten. Die Baumwolle des Ansiedlers
Meyer steht nicht so gut, obwohl sein Boden ganz
ähnlich dem der bndernt Ansiedler ist. Er hat etwa
80 hn durch Hackkultur bestellt.
Es sind noch zu nennen die Plautage des Kom-
munesekretärs Kuhne ferner die der Ansiedler Jäschke
und Knorre. Die Böden dieser Pflanzungen eignen
sich weniger für den Anbau von Baumwolle: in der
Hauptsache bestehen sie aus lehmigem Sand, der
besser für Kokospalmen eignet. Die Baumwolle sht
daher auch kurz, mit verhältnismäßig wenig Frucht-
ansatz. Kuhne hat denn auch Palmenkultur als Zwischen-
kultur begonnen. Kunorre hat versucht, mit Hnst-
dünger nachzuhelfen. Durch zuviel Kainit sind
Pflanzen allerdings in die Höhe geschossen, bibeessan
ist der ganze Fruchtansatz abgefallen und die Ernte
wird gering sein, außerdem ist die Baumwolle von
Rost befallen; die Baumwolle von Jäschke ist stark
verunkrautet. ie Regenverhältmisse waren in diesem
Jahre im Bezirk K 8 nicht günstig. Bis Ende Mai
waren nur 431 mm Regen gefallen, statt wie sousft
etwa 800 mm. Im Juni sind noch verschiedene Schauer
niedergegangen, die Baumwolle hat sich daher noch
gut erholen können.
Von Eingeborenen-Baumvolle sind im Kilwabezirk
etwa 350 bis 500 ha angebau
Bezirk Mohorro, Rufidji.
In diesem Bezirk ist bis jetzt die Eingeborenenkulmur
bedeutend größer als die Europäerkultur, da außer
der Baumwollschule Panganja nur noch die
Schubert= Plantage etwa Wa mit Baumwolle
bepflanzt hat. Es ist erfreulich zu sehen, wie die Ein-
geborenen am Rufidji arbeiten. Man sieht da Felder,
welche peinlich sanber gehalten sind, und die Baum-
wolle steht im großen und ganzen recht guti sie ist
gesund, hat einen guten Fruchtansatz und verspricht
eine gute Ernte. Es befinden sich dort schätzungs-
weise etwa 800 bis 1000 ha mit Eingeborenen-Baum=
wolle unter Kultur. Der Boden ist für Hackkultur gut
geeignet; es ist ein durchlässiger, sandiger, schwarzer
Tonboden, welcher nie verkrustet, auch in der trocknen
Zeit nicht hart wird und immer bearbeitet werden
kann. Ein großer Vorteil für den Baumwollbau am
Rufidji ist ferner der alle Morgen stark fallende Tau,
welcher täglich einen guten Teil der nötigen Feuchtig-
keit bringt, ohne der Baumwolle zu schaden.
Einen recht guten Erfolg im Baumwollbau
mit Bewässerung erzielte die Mission in Kiurin
(Bezirk Moschi). Dieselbe erntete von einem
Areal von 6 ha durchschnittlich 7½ Zentner reine
Baumwolle pro Hektar.