21 (gegen 18), die nationalliberale Fraktion 82 gegen 79), die Freie
Vereinigung 10 (gegen 14), die deutsche Fortschrittspartei 30 (gegen 19),
die Polen 11 (gegen 13), keiner Fraktion angehörend 30 (gegen 28).
Als neue Erscheinungen sind zu verzeichnen die Freikonserativen
Aegidi, Günther (Deutsch-Crone), Graf Münster, die Centrumsmitglieder
Frhr. v. Patow, Bürgers, die Bundesstaatlich-Konstitutionellen
Hänel, Jordan, Kraus, Lorentzen, Reeder, Russell, die
Nationalliberalen Albrecht (Hannover), Aßmann, Baehr (Cassel),
Bail, Baldamus, Becker (Oldenburgq), Bernhardi, Blum (Sachsen, Sohn
von Robert Blum), Bruch, Buddenberg, v. Bunsen, Conrad, Endemann,
Engel (Berlin), Engel (Lobschütz), Fromme, Genast, Hantelmann, von
Heinemann, Hinrichsen, Keller, Krieger, Lautz, Leistner, Lesse, Lienau,
Mosig v. Aehrenfeld, Nebelthau, Neubronner, Oesterreich, Redeker, Roeben,
Roß, Schläger, Schnuse, v. Schwendler, Sombart, Stavenhagen (Halle),
Stephani, Techow, J. Wichers (Rostock), die Fortschrittler von
Hoverbeck, Böckel, Cornely, Fühling, Hagen, Harkort, Hausmann (Horn),
v. Kirchmann, Mammen, Meulenbergh, Dr. Müller (Görlitz), Richter
(Hamburg), Rohland, v. Saucken, Schreck, Ziegler, endlich keiner
Fraktion angehörend: Prinz Albrecht von Preußen, die beiden
O. und L. Camphausen, die Minister v. der Heydt, Graf Itzepplitz und
v. Mühler, Strousberg, der Demokrat Götz und die Sozialdemokraten
Försterling, Liebknecht, Reincke, v. Schweitzer.
Das Präsidium des Reichstages bestand aus Dr. Simson, Fürst
zu Hohenlohe (Herzog von Ujest), Rud. v. Bennigsen.
Die Thronrede vom 10. Sept. hatte die Genugthuung ausgedrückt,
daß die Verfassung des Norddeutschen Bundes auf verfassungsmäßigem
Wege in allen Bundesstaaten Gesetz geworden sei. Mehrere Gesetzentwürfe,
hauptsächlich materiellen, auf den Verkehr des bürgerlichen Lebens
bezüglichen Inhalts (Freizügigkeit, Paßwesen, Maß= und Gewichtsordnung,
Postwesen, Errichtung von Bundeskonsulaten) wurden dem Reichstag
zur Beratung angekündigt. Obenan stand die Aufforderung zur
Gutheißung eines wichtigen Schrittes für die „Ordnung der nationalen
Beziehungen des Bundes zu den Süddeutschen Staaten-, zu der Genehmigung
des neuen Zollvertrages, woraus das Zollparlament hervorgehen
sollte.
In der Antwortsadresse, welche in der Sitzung vom 24. September
mit 157 gegen 58 Stimmen angenommen wurde, erklärte der Reichstag:
„Wir unsererseits dürfen das große Werk erst dann für vollendet
erachten, wenn der Eintritt der Süddeutschen Staaten in den Bund auf
Grund des Artikels 79 der Verfassung des Norddeutschen Bundes er-4