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Dieser Rückgang beweist, dass der Krieg über die Meere hinüber
eine slarke Wirkung ausgeübt hat. Vor allem spielt dabei mit
der Mangel an Kalidüngung. Die Vereinigten Staaten sind an
eine starke Kalidüngung gewöhnt, nicht nur für ihre Baumwollfelder,
sondern auch für die Getreideproduktion. Dann der Salpeter!
Was heute an Salpeter produziert wird, frisst der Krieg.
Wir werden in Deutschland gegen Ende dieses Jahres so weit sein,
dass wir hier in unserer Heimat ungefähr so viel an ‚Salpeteı
und Stickstoffverbindungen produzieren, wie vor dem Krieg Chile
für die ganze Welt geliefert hat. Trotzdem bekommt die Landwirtschaft
nicht so viel, wie sie braucht, und wie wir ihr gerne
geben möchten; denn der Krieg ist ein unersättlicher Konkurrent.
Daran können Sie ermessen, wie es in dieser Beziehung bei den
anderen aussieht. Auch der Mangel an Arbeitskräften für die
Landwirtschaft macht sich überall geltend, auch bei den Ländern,
die noch weit vom Schusse sind. Die hohen Löhne der Kriegsindustrie
sorgen dafür. Aus diesen Verhältnissen drängt sich die
Folgerung auf, dass auch die nächste Welternte eine schlechte
sein wird. Je weiter der Krieg sich ausdehnt, um so mehr wird
das der Fall sein. N
Und dann berücksichtigen Sie das eine: Wir sind heute die
bekannte ‚„belagerte Festung“. Die englische Blockade ist technisch
gelungen. Es kommen ja wenige Schiffe zu uns durch.
Aber wir sind das Land der niedrigsten Getreidepreise in der
ganzen Welt. Wenn uns England nicht von der Welt absperrte,
würden wir ein Getreideausfuhrverbot erlassen müssen. Das ist
eine paradoxe Wirkung der englischen Blockade, eine Wirkung,
die zustande gekommen ist unter dem Einfluss der Politik, die
wir zielbewusst von Anfang des Krieges an betrieben haben.
Diese Verhältnisse werden auch nach dem Kriege zunächst
fortbestehen. Wir werden dann bei uns keine sprunghafte Steigerung
der Getrceidepreise erleben und sie auch nicht vertragen
können; die andern Länder werden aber auch keine sprunghafte
Senkung der Getreidepreise sehen. Die Dinge werden so liegen,
dass, wenn der Friede da ist, wir Vorkehrungen dagegen zu treffen
haben werden, dass von uns aus kein Getreide nach England
hinübergeht. Wir werden jedenfalls damit nicht rechnen können,
Helfferich. Reden und Aufsätze. 19