Bezirksassessoren — Bezirksausschüsse 143
S. 331). Gesundheitspolizeiliche Verfügungen des Reichskanzleramtes
sind durch die Berordnungsblätter der Kreish. zur Kenntnis der B. zu
bringen (MVO. vom 28. April 1876). Im übrigen f. Gesundheitspolizei.
Bezirksassessoren sind die juristischen Hilfsarbeiter der Amtsh.
(s. d.; über ihr NRangverhältnis gegenüber den Ephoralverwesern
s. Kircheninspektion II.
Bezirksausschüsse. Jeder Amtsh. steht ein B. zur Seite.
I. Uber seine Zuständigkeit gilt folgendes: Die B. sind mitentscheidende
Organe bei Entscheidung über Stimmberechtigung und
Wählbarkeit bei öffentlichen Wahlen, bei Streitigkheiten über Beiträge
und persönliche Leistungen für den Bezirk, die Gemeinde oder zu
Zwecken der Armenversorgung, bei Genehmigung von Gewerbeanlagen,
bei Erteilung von Genehmigung zum Schank und Branntweinkleinhandel,
bei Untersagung des Gewerbebetriebes nach § 35 der GO.
(s. jedoch Gewerbebehörden 1), bei Anlegung, Verbreiterung und Einziehung
öffentlicher Wege (s. Straßenbau B IV) und bei Irrungen über
ihre Offentlichkeit, letzteres, soweit nicht (s. Offentliche Wege) die Zuständigkeit
der Berwaltungsgerichte begründet ist, endlich bei Nachsichtserteilung
wegen Grundstüchsteilung (Ges. vom 21. April 1873
S. 275 8§ 11, Ges. vom 19. Juli 1900 S. 486 88 216-8, 982 Ziff. 3).—
Aash § 11 3 des Ges. vom 21. April 1873 ist den B. entscheidende
Stimme ferner eingeräumt bei Ausübung des Gemeindeaufsichtsrechts
über die Städte kl. St O., Landgemeinden und selbständigen
Gutsbezirke, sofern es sich handelt: um ortsgesetzliche Bestimmungen,
Abänderung der Gemeindebezirke, Angriff des Stammvermögens, Beschränkungen
der Gemeindeverwaltung in bezug auf Gemeindewaldungen,
Herbeiziehung unselbständiger oder vorübergehend am Orte
aufhältlicher Personen, auswärtigen Grundbesitzes oder Gewerbebetriebs
zu den Gemeindeleistungen, anderweite Feststellung der letzteren und
der Abgaben zu Armenkasse, Ablehnungsgründe für die Wahl zu Gemeindeämtern,
Ausstellungen gegen die Wahlliste, Widersprüche von
Gemeindemitgliederklassen gegen die das Klasseninteresse gefährdenden
Gemeinderatsbeschlüsse, Festsetzung der Vergütung für die Aufnahme
der Bewohner selbständiger Gutsbezirke in die von der Gemeinde geführten
öffentlichen Listen, Ubertragung der Gutsvorstehergeschäfte an
den Gemeindevorstand, Bildung von Gemeindeverbänden und Feststellung
des diesfallsigen Beitragsverhältnisses, Abernahme bleibender
Verbindlichkeiten auf die Gemeinde (s. Gemeindevermögen), Veräußerung
von Gemeindegrundstüchen und Vermehrung der Gemeindeschulden
(kl. StO. Art. VI, RLGO. § 94). Hierzu kommt die Mitwirkung bei
Regelung der Pensionsberechtigung der Gemeindebeamten (s. d.), bei
Entscheidung über Einsprüche gegen die Höhe von Kirchen= und Schulanlagen,
die nach dem Fuße der Gemeindeanlagen erhoben werden
(s. Kirchenanlagen I, Schulanlagen), bei Festsetzung der Gehalte der