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Die Anbahnung der im Artikel 4 des Prager Friedens vorgesehenen
Verständigung über die nationale Verbindung des Norddeutschen
Bundes mit den süddeutschen Staaten ist der Gegenstand
meiner unausgesetzten Aufmerksamkeit. Ein mit dem Großherzogtum
Baden geschlossenen Jurisdictions-Vertrag, der Ihnen zur Genehmigung
zugehen wird, dehnt die Grundlagen der Gemeinsamkeit des
Rechtsschutzes, welche durch das Gesetz über die Gewährung der Rechtshilfe
für den Norddeutschen Bund zur Geltung gelangt, in nationalem
Sinne über die Grenzen des Bundesgebietes aus. Durch eine Ergänzung
der Maß= und Gewichtsordnung wird die Möglichkeit gewonnen
werden, der Gemeinsamkeit des Maß= und Gewichtswesens mit anderen
deutschen Staaten durch gegenseitige Zulassung der geaichten Maße
und Gewichte Ausdruck zu geben. Zur Herstellung der süddeutschen
Festungskommission hat der Bund durch meine Vermittlung unter
Einwilligung in den ungeteilten Fortbestand des gemeinsamen Festungseigentums
bereitwilligst mitgewirkt. ·
Die Gesamtheit der Verträge, welche den Norden Deutschlands
mit dem Süden verbinden, gewähren der Sicherheit und Wohlfahrt
des gemeinsamen deutschen Vaterlandes die zuverlässigen Bürgschaften,
welche die starke und geschlossene Organisation des Nordbundes in sich
trägt. Das Vertrauen, welches unsere süddeutschen Verbündeten in
diese Bürgschaften setzen, beruht auf voller Gegenseitigkeit. Das Gefühl
nationaler Zusammengehörigkeit, dem die bestehenden Verträge
ihr Dasein verdanken, das gegenseitig verpfändete Wort deutscher Fürsten
die Gemeinsamkeit der höchsten vaterländischen Interessen, verleihen
unseren Beziehungen zu Süddeutschland eine von der wechselnden
Woge politischer Leidenschaften unabhängige Festigkeit.“
Diese letzten Worte richteteten sich deutlich an die Adresse der
bayrischen „Patrioten“, welche eben damals bei Beratung der Adreßdebatte
einen unversöhnlichen Haß gegen Preußen kund gaben, den
Allianzvertrag als das Unglück Bayerns verdammten und den Ministerpräsidenten
Fürsten Hohenlohe zum Rücktritt nötigten. Aber auch in
Stuttgart durfte man sich diese Worte merken; denn dort wurde von
der demokratischen Partei gegen die neuen Militäreinrichtungen leidenschaftlich
gewühlt, und das heterogene Ministerium sah, mit Ausnahme
einer einzigen Persönlichkeit, diesem Treiben entweder machtlos zu oder
lächelte stillvergnügt.
Die nationalliberale Partei des Reichstags glaubte sogar aus der
bayrischen Krisis die Folgerung ziehen zu müssen, daß nun die Aufnahme
Badens in den Bund eine Notwendigkeit sei. Aus Rücksicht