Phantasierer
blindes Tappen, dessen Grund dem Tarper ewig verborgen
bleibt. fichte 8, 366; Was man darüber rhantasiert,
gewähnt, gemeint u. geracht. G. 37, XVIIIc. —
2) (s. 1) nam. auch v. Kranken: im Fieber liegen,
irre reden, faseln (vgl. 3). — 3) bloßen Phantasiegebilden
Wesenheit geben, s. 2 u.: Er kämrfte
sein ganzes Leben durch mit phantafierten Ungeheuern.
w. 3, 252; 127; 16, 108 2c.; refl.: Wie eft phantasier
ich mich (versetz ich mich ph—dl schon in angenehmen
Träumen in jene Zeiten. FSchröder Samml. 2,
4, 19. — 4) als schaffender Künstler mittels der
Phantasie Etwas hervorbringen: Ich phantasierte
mir eine für sich bestehende Ballade. G. 27, 249 rc.
(s. 3); nam. aber: sich in einem Werk ganz der
Phantasie überlassen, zumal v. Augenblicksergüssen
eines Tonkünstlers: Stundenlang auf dem Klavier ph.
— 5) (vralt., s. Phantasie 4) Possen, Kurzweil
treiben. Stumpf 610a 2c. — 6) Zifsgn z. B.:
Phantasierte in Tanzihrthmen eine Weile auf u. ab
[4]. Sutztow N. 6, 3 3 2c.; Eine geheime Narurbeziehung
kann nur erfahren, nicht aus hantasiert [ph-d ausgedacht)
werden. Auerbach Lanrh. 1, 141; Sie mit
10 00 füßigen TeleskKoren berisieren, be-pb. Lichtenberg
5, 391, zum Ggütd des Ph—s [1; 3] machen 2c.;
Sich Eitwas ein Fh., s. pbantaselen; Ein Sagenkreis,
in den Jeder nach Lust hineintrug u. hinein hantafierte
[3]. erck' Br. 2, X; auch refl.: Ohne Zweifel
batte er sich in den ungerechtesten Zorn immer tiefer
binein phantasiert. Ruge Rev. 2, 166 2c.; Verrhantasiere
dich nicht mit dem Gäriner. Brentano Fr. 1, 231,
verliebe dich nicht phantastisch; Deine seltfamlich verphantasierten
[3] Scheingöttinnen. 268 2c.; Das Geistige,
welches sie sich doch in gewisser Rücksicht auch vorrh.
[1] konnten. Heinse Ard. 2, 97; Eine Laute, worauf
ich euch nach augenblickl. Lust u. Licbe vorrhantasiere (Al.
129; Unste alten Schlesier, die sich in Orpheus“ Seele
zurückphantasierten [3]. Geroinus Lit. 5, 48; Meinst
du, ich phantasiere dir ra eine Gestalt zusammen 1312
böfer N sch. 1, 23; 71 2c. rer, m., —#8 uv.:
Iiner, der phantasiert. -iererẽi, f.; —en: Treiken
u. Denken eines Phantasierers: Diese Ph. Drachvogtl
Mich. 1, 50 2c. -afköp, n., —e)s; -e; -asköpium,
n., —; ken I[§ 24, 2, u.]): Zauberleuchte, s. Phantasmoskor.
-äsma, n., —; zäsme(u) [8 24, z,
n., tis): Phantasie-, Schein-, Trugbild: Obgleich
rie Phanrasie noch unruhig war u. ihre Pb-ta in Alles
einmischte. Gödek# Gr. 974; Die wilden Phantasmen,
die lauten Irreredren, die sein Vater gefübrt. Mtißner
Sans. 1, 337; Augenrhantasmen, die Sie willkürl.
bervorzurufen vermochten. Neindord Gecth. 253 2c.
Asmagorié, f.; —(e)n: auf Augenverblendung
beruhnder Zauber u. derartige Erscheinung, auch
bildl.: Die bunten Ph—u. Spielhagen Pr. 5, 109.
-asmagörisch, a.: in der Weise v. Phantasmagorien
2c.: In leuchtenren ph-en Farbenfrielen. Coroinus
Born 1, 181; Alle diese ph—e Gaukelei. Scherr Bl.
1, 407 uk.. asmätik, f.; (-en): Erklärung der
dußern Erscheinungen. -asmist, m., en, (—e);
en: Einer, der sich in Phantasmen bewegt, s.
Pbantomist (vgl. Preto-Ph.); Ph-isch, a. -asmorasié,
f.; —ey)n: das „Schauen v. Phantasmen“:
Phanus 245
Ein noch auffallenderes Beispiel v. wielanrischer Pb.
Jocobs Verm. 5, 59, daß Wieland Dinge u. Vhe,
die nicht wirklich find, bloße Phantafiebilder erblickt
u. als wirklich geschildert, s. Pbantasmofkerie.
—-asmorstisch, a.: s. rhantasmoskopisch. -asmoskõp,
n.p, —(e)5; —e: eine Vorrichtung, Jemand
„Phantasmen schauen“ zu lassen, Zauberspiegel rc.
(l. Phantafkor). -asmoskopik, f.; -eyn: (l.
Phantasmorafie) das „Schauen v. Phantasmen“,
Gespenstern 2c. — mittels eines Phantasmoskors
od. als eine Form des Wahnfinns, auf Phantasmoskopie
beruhnd, bezügl. 2c.; gespensterseherisch.
-asos, m., uv.; 0: s. Phantasfus. äft, m., Sen,
(—); —en: Einer, bei dem sich die Phantasfie in
das Gebiet des Verstands drängt, der leeren Einbildungen,
wunderlichen Grillen 2c. nachhängt
(Einbilrling): Dem Ph—en, der, was er sich einbitrer,
für wirkl. hält u. Beires nicht v. einander zu unterscheiden
vermag. Burdach Anthr. 118; Ertoinus Lit. 5, 273;
Erz-Ph. Aont 3, 89. asterek, f.; —ehn: Grille,
Einbildung, Treiben eines Phantasten: Die Puriraner
setzten sofort terreristisch ihre biblische Ph. an die
Stelle der Pbantasie. Eichendorff Gsch Dr. 13; Eine jere
Idee tritt als ein fremrer Gast in die Erscheinung u.,
wie sie sich zu realisieren beginnt, ist sie kaum v. Pbantasie
u. Ph. zu unterscheiren. G. 3, 241; Sch. G. 2,
96; fSchligel G. 181; 204 2c. -stik, f.; 0:
phantastisches Sein, Wesen, Treiben; phantastische
Gestaltung 2c.: Das große Bilr, für ressen kübne Py.
mein Geist sich nicht abgestumrft. Frankl Zer. 1, 257;
Sich in dem Nebel einer utopischen Pb., einer launenhaften
Unwirklichk. verlaufen. Monatbl. 2, 59 1a; Nolenkranz
Psch. 12; 563 c.; Aus Ritter-, Räuberu.
Zigeuner-Ph. zusammengesüückelt. WhIensen Erbth.
75. stikon , n., —6; 0: das Einbildungsvermögen,
s. Phantasie. allicus, m., uv.; —e
(5 24. 21: Phantast: Der Erz-Pb. Scheer Bl. 2,
187. Lastin, k.; —nen: weiblicher Phantast.
ällisch, a.: in der Weise eines Phantasten; dessen
Wesen gemäß; wunderlich, sonderbar c.: Einrh-es,
höchstens poerisches Symbolisieren. G. 39, 6. afus,
m., uv.; 0 (§ 24, 2): ein Traumgott, Bruder des
Morrheus (s. d.); auch als Titel v. Phantafieerzeugnissen,
Dichtungen 2c.: Pb. v. Lie 2c. -öm,
n., —e)); Se, (-en. W. 12, 64; Zochoriä Tag. 5 2c.);
1) leeres Trug-, Scheinbild; Gesrenst, s. Ss.;
Jacobs Verm. 5, 586; W. 30, 14; 434 2c.; Nächtliches
Dunst-Ph. 15, 139; Flammenbeschweifte
Nacht-Phe. Katthison 105; Trug-Pb. Rüchert 2,
15 2c.; Ein Ph—en- Schlos, ein Wolkengebäure.
Salon 2, 659 2c. — 2) (s. 1) eine zur Unterweisung
in der Geburtshilfe dienende Nachbildung der bei
der Entbindung zu behandelnden Theile. omist,
m., -en, (—#8#); —en: Einer, der an Phantemen
hängt r2c., z. B. v. einer Klasse bildender Künsiler:
Imaginanten. .. Sie wurden Ph-en genannt, weil ein
hohles Gespensterwesen sie erziebt; Phantasmisten,
weil kraumartige Verzerrungen u. Inkohärenzen nicht
ausbleiben; Nebulisten (s. d.) 2c. G. 30, 381. Jomisisch,
a.: in der Weise v. Phantomisten. -ofkop,
n., —e)s; —e: s. Phenakisteskop. — Phanüs, m.,