thumbs : Fremdwörterbuch von Dr. Daniel Sanders; Band 2; Jahrgang 1891. (2)

Phantasierer

blindes  Tappen,  dessen  Grund  dem  Tarper  ewig  verborgen
  bleibt.  fichte  8,  366;  Was  man  darüber  rhantasiert,
  gewähnt,  gemeint  u.  geracht.  G.  37,  XVIIIc.  —
2)  (s.  1)  nam.  auch  v.  Kranken:  im  Fieber  liegen,
irre  reden,  faseln  (vgl.  3).  —  3)  bloßen  Phantasiegebilden
  Wesenheit  geben,  s.  2  u.:  Er  kämrfte
sein  ganzes  Leben  durch  mit  phantafierten  Ungeheuern.
w.  3,  252;  127;  16,  108  2c.;  refl.:  Wie  eft  phantasier
  ich  mich  (versetz  ich  mich  ph—dl  schon  in  angenehmen
  Träumen  in  jene  Zeiten.  FSchröder  Samml.  2,
4,  19.  —  4)  als  schaffender  Künstler  mittels  der
Phantasie  Etwas  hervorbringen:  Ich  phantasierte
mir  eine  für  sich  bestehende  Ballade.  G.  27,  249  rc.
(s.  3);  nam.  aber:  sich  in  einem  Werk  ganz  der
Phantasie  überlassen,  zumal  v.  Augenblicksergüssen
eines  Tonkünstlers:  Stundenlang  auf  dem  Klavier  ph.
—  5)  (vralt.,  s.  Phantasie  4)  Possen,  Kurzweil
treiben.  Stumpf  610a  2c.  —  6)  Zifsgn  z.  B.:
Phantasierte  in  Tanzihrthmen  eine  Weile  auf  u.  ab
[4].  Sutztow  N.  6,  3  3  2c.;  Eine  geheime  Narurbeziehung
kann  nur  erfahren,  nicht  aus  hantasiert  [ph-d  ausgedacht)
  werden.  Auerbach  Lanrh.  1,  141;  Sie  mit
10  00  füßigen  TeleskKoren  berisieren,  be-pb.  Lichtenberg
5,  391,  zum  Ggütd  des  Ph—s  [1;  3]  machen  2c.;
Sich  Eitwas  ein  Fh.,  s.  pbantaselen;  Ein  Sagenkreis,
in  den  Jeder  nach  Lust  hineintrug  u.  hinein  hantafierte
  [3].  erck'  Br.  2,  X;  auch  refl.:  Ohne  Zweifel
batte  er  sich  in  den  ungerechtesten  Zorn  immer  tiefer
binein  phantasiert.  Ruge  Rev.  2,  166  2c.;  Verrhantasiere
  dich  nicht  mit  dem  Gäriner.  Brentano  Fr.  1,  231,
verliebe  dich  nicht  phantastisch;  Deine  seltfamlich  verphantasierten
  [3]  Scheingöttinnen.  268  2c.;  Das  Geistige,
  welches  sie  sich  doch  in  gewisser  Rücksicht  auch  vorrh.
  [1]  konnten.  Heinse  Ard.  2,  97;  Eine  Laute,  worauf
ich  euch  nach  augenblickl.  Lust  u.  Licbe  vorrhantasiere  (Al.
129;  Unste  alten  Schlesier,  die  sich  in  Orpheus“  Seele
zurückphantasierten  [3].  Geroinus  Lit.  5,  48;  Meinst
du,  ich  phantasiere  dir  ra  eine  Gestalt  zusammen  1312
böfer  N  sch.  1,  23;  71  2c.  rer,  m.,  —#8  uv.:
Iiner,  der  phantasiert.  -iererẽi,  f.;  —en:  Treiken
u.  Denken  eines  Phantasierers:  Diese  Ph.  Drachvogtl
Mich.  1,  50  2c.  -afköp,  n.,  —e)s;  -e;  -asköpium,
n.,  —;  ken  I[§  24,  2,  u.]):  Zauberleuchte,  s.  Phantasmoskor.
  -äsma,  n.,  —;  zäsme(u)  [8  24,  z,
n.,  tis):  Phantasie-,  Schein-,  Trugbild:  Obgleich
rie  Phanrasie  noch  unruhig  war  u.  ihre  Pb-ta  in  Alles
einmischte.  Gödek#  Gr.  974;  Die  wilden  Phantasmen,
die  lauten  Irreredren,  die  sein  Vater  gefübrt.  Mtißner
Sans.  1,  337;  Augenrhantasmen,  die  Sie  willkürl.
bervorzurufen  vermochten.  Neindord  Gecth.  253  2c.
Asmagorié,  f.;  —(e)n:  auf  Augenverblendung
beruhnder  Zauber  u.  derartige  Erscheinung,  auch
bildl.:  Die  bunten  Ph—u.  Spielhagen  Pr.  5,  109.
-asmagörisch,  a.:  in  der  Weise  v.  Phantasmagorien
  2c.:  In  leuchtenren  ph-en  Farbenfrielen.  Coroinus
  Born  1,  181;  Alle  diese  ph—e  Gaukelei.  Scherr  Bl.
1,  407  uk..  asmätik,  f.;  (-en):  Erklärung  der
dußern  Erscheinungen.  -asmist,  m.,  en,  (—e);
en:  Einer,  der  sich  in  Phantasmen  bewegt,  s.
Pbantomist  (vgl.  Preto-Ph.);  Ph-isch,  a.  -asmorasié,
  f.;  —ey)n:  das  „Schauen  v.  Phantasmen“:

Phanus  245
Ein  noch  auffallenderes  Beispiel  v.  wielanrischer  Pb.
Jocobs  Verm.  5,  59,  daß  Wieland  Dinge  u.  Vhe,
die  nicht  wirklich  find,  bloße  Phantafiebilder  erblickt
  u.  als  wirklich  geschildert,  s.  Pbantasmofkerie.
—-asmorstisch,  a.:  s.  rhantasmoskopisch.  -asmoskõp,
  n.p,  —(e)5;  —e:  eine  Vorrichtung,  Jemand
„Phantasmen  schauen“  zu  lassen,  Zauberspiegel  rc.
(l.  Phantafkor).  -asmoskopik,  f.;  -eyn:  (l.
Phantasmorafie)  das  „Schauen  v.  Phantasmen“,
Gespenstern  2c.  —  mittels  eines  Phantasmoskors
od.  als  eine  Form  des  Wahnfinns,  auf  Phantasmoskopie
  beruhnd,  bezügl.  2c.;  gespensterseherisch.
-asos,  m.,  uv.;  0:  s.  Phantasfus.  äft,  m.,  Sen,
(—);  —en:  Einer,  bei  dem  sich  die  Phantasfie  in
das  Gebiet  des  Verstands  drängt,  der  leeren  Einbildungen,
  wunderlichen  Grillen  2c.  nachhängt
(Einbilrling):  Dem  Ph—en,  der,  was  er  sich  einbitrer,
für  wirkl.  hält  u.  Beires  nicht  v.  einander  zu  unterscheiden
  vermag.  Burdach  Anthr.  118;  Ertoinus  Lit.  5,  273;
Erz-Ph.  Aont  3,  89.  asterek,  f.;  —ehn:  Grille,
Einbildung,  Treiben  eines  Phantasten:  Die  Puriraner
  setzten  sofort  terreristisch  ihre  biblische  Ph.  an  die
Stelle  der  Pbantasie.  Eichendorff  Gsch  Dr.  13;  Eine  jere
Idee  tritt  als  ein  fremrer  Gast  in  die  Erscheinung  u.,
wie  sie  sich  zu  realisieren  beginnt,  ist  sie  kaum  v.  Pbantasie
  u.  Ph.  zu  unterscheiren.  G.  3,  241;  Sch.  G.  2,
96;  fSchligel  G.  181;  204  2c.  -stik,  f.;  0:
phantastisches  Sein,  Wesen,  Treiben;  phantastische
Gestaltung  2c.:  Das  große  Bilr,  für  ressen  kübne  Py.
mein  Geist  sich  nicht  abgestumrft.  Frankl  Zer.  1,  257;
Sich  in  dem  Nebel  einer  utopischen  Pb.,  einer  launenhaften
  Unwirklichk.  verlaufen.  Monatbl.  2,  59  1a;  Nolenkranz
  Psch.  12;  563  c.;  Aus  Ritter-,  Räuberu.
  Zigeuner-Ph.  zusammengesüückelt.  WhIensen  Erbth.
75.  stikon  ,  n.,  —6;  0:  das  Einbildungsvermögen,
  s.  Phantasie.  allicus,  m.,  uv.;  —e
(5  24.  21:  Phantast:  Der  Erz-Pb.  Scheer  Bl.  2,
187.  Lastin,  k.;  —nen:  weiblicher  Phantast.
ällisch,  a.:  in  der  Weise  eines  Phantasten;  dessen
Wesen  gemäß;  wunderlich,  sonderbar  c.:  Einrh-es,
höchstens  poerisches  Symbolisieren.  G.  39,  6.  afus,
m.,  uv.;  0  (§  24,  2):  ein  Traumgott,  Bruder  des
Morrheus  (s.  d.);  auch  als  Titel  v.  Phantafieerzeugnissen,
  Dichtungen  2c.:  Pb.  v.  Lie  2c.  -öm,
n.,  —e));  Se,  (-en.  W.  12,  64;  Zochoriä  Tag.  5  2c.);
1)  leeres  Trug-,  Scheinbild;  Gesrenst,  s.  Ss.;
Jacobs  Verm.  5,  586;  W.  30,  14;  434  2c.;  Nächtliches
  Dunst-Ph.  15,  139;  Flammenbeschweifte
Nacht-Phe.  Katthison  105;  Trug-Pb.  Rüchert  2,
15  2c.;  Ein  Ph—en-  Schlos,  ein  Wolkengebäure.
Salon  2,  659  2c.  —  2)  (s.  1)  eine  zur  Unterweisung
in  der  Geburtshilfe  dienende  Nachbildung  der  bei
der  Entbindung  zu  behandelnden  Theile.  omist,
m.,  -en,  (—#8#);  —en:  Einer,  der  an  Phantemen
hängt  r2c.,  z.  B.  v.  einer  Klasse  bildender  Künsiler:
Imaginanten.  ..  Sie  wurden  Ph-en  genannt,  weil  ein
hohles  Gespensterwesen  sie  erziebt;  Phantasmisten,
weil  kraumartige  Verzerrungen  u.  Inkohärenzen  nicht
ausbleiben;  Nebulisten  (s.  d.)  2c.  G.  30,  381.  Jomisisch,
  a.:  in  der  Weise  v.  Phantomisten.  -ofkop,
n.,  —e)s;  —e:  s.  Phenakisteskop.  —  Phanüs,  m.,