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Schuldienst ist jedoch nicht mehr wie im 16. Jahrhundert ein
integrirender Bestandtheil des Kirchendienstes, sondern umgekehrt,
wie in den Principia regulativa deutlich ausgedrückt ist, letzterer
ein Nebenamt des Lehrers. Schulamt und Kirchenamt des
Lehrers werden also bereits unter Friedrich Wilhelm I. als
besondere, von einander verschiedene Aemter aufgefasst. Es
besteht jetzt ein selbständiges Lehrpersonal. Die der Gemeinde
auferlegten Schullasten liegen nicht der kirchlichen, sondern der
politischen Gemeinde ob. Das Patronat des Gutsherrn über
die Schule ist jedenfalls auch nicht mehr ein rein kirchliches, da
demselben selbständige, mit seiner kirchlichen Stellung nicht zusammenhängende
Rechte und Pflichten beigelegt werden. Es ist
daher seit dieser Zeit ein von dem Kirchenpatronate dem Wesen
nach verschiedenes Schulpatronat anzunehmen, die allerdings fast
immer denselben Inhaber, den Gutsherrn, haben. Trotz der
Selbständigkeit der Schulgesetzgebung, des Lehrpersonals und der
Schulfonds bleibt die Schulverwaltung verbunden mit der kirchlichen,
die aber auch eine Staatsverwaltung ist. Die Schule hat
desshalb, obgleich die Gesetze für sie nicht mehr einen Bestandtheil
der kirchlichen Gesetzgebung bilden und meist sogar ohne
Berücksichtigung der konfessionellen Unterschiede ergehen, nicht
aufgehört, eine konfessionelle in dem Sinne zu sein, dass den
Hauptlehrgegenstand die Religion bildet und dem religiösen
Hauptzweck die anderen Lehrgegenstände dienen. Jede Schule
musste daher einen Lehrer bestimmter Konfession haben und
stand unter der Verwaltung der Kirchenbehörden ihrer Konfession.
Nur das Militärwaisenhaus zu Potsdam wurde bei seiner Begründung
als Simultanschule im heutigen Sinne organisirt. Zöglinge
wie Lehrer konnten jeder christlichen Konfession angehören,
die Schüler wurden gemeinsam unterrichtet, allein der Religionsunterricht
war für die verschiedenen Konfessionen getrennt. Das
Militärwaisenhaus war daher auch nicht einer bestimmten kirchlichen
Verwaltung unterstellt, sondern stand unmittelbar unter