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reichs mit Deutschland bez. der Kongofrage bis zur Ausstellung
eines gemeinsamen Programms und bis zu einer gemeinsamen Einladung
der Mächte zu einer Konferenz darüber, und zwar in Berlin.
Die Mitteilung ist in ein Telegramm aus Brüssel gekleidet, stammt
aber ganz ersichtlich aus dem französischen Auswärtigen Amte.
Die Mitteilung besagt über die Vorgeschichte der Einigung: „die
Idee dieser Konferenz greift hinauf bis zur GCpoche des englisch-portugiesischen
Vertrages. Man weiß, daß angesichts der kommerziellen Bedentung, welche
der Kongo infolge neuer Entdeckungen plötzlich gewann, England auf die
Politikl, wonach es bis dahin die Nechte der Mortugiefen oberhalb von Ambriz
bestritt, verzichtete und deren Nechte bis zum 57 12 füdl. Breite anerkannte.
Dagegen erlangte England die Herställung von Zollkarifen, welche
seine Waren zum Nachteile der übrigen Nationen begünstigten und ihm die
Mündung der Kongo kommerziell ausgeliefert haben würden. Frankreich, sich
auf den Madrider Vertrag von 1780 zwischen Portugal und Frankreich
stützend, welcher für letzteres die Handelsfreiheit in jener Gegend stipulierte,
ertlärte, daß es den neuen Vertrag nicht auerkennen würde, und die übrigen
Mächte. welche durch jenes Arrangement ebenfalls geschädigt wurden, manifestierten
dieselben Intenkionen. Da machte die deutsche Regierung die ersten
Eröffnungen zur Vereinigung einer Konferenz, welche das Prinzip der Handels=
und Schifffahrtsfreiheit auf dem Kongo feierlichst bestätigen sollte.
Die französische Regierung zeigte sich geneigt, darauf einzugehen, um die
Interessen, welche die Mission Brazza uns am Kongo geschaffen hat, zu
schützen. Das englische Ministerium, vor diesen Reklamationen von außen
wie im Innern, denn auch ein Teil der englischen Handelswelt protestierte,
sich bengend, legle den Vertrag dem Parlamente nicht vor. Die internationale
afrikaniiche Assoziation, ebenfalls durch die Projekte Englande und Portugals
bedroht, trat in Unterhandlungen mit Frankreich ein und schloß mit
diesen ein Arrangement, welches Frankreich das Vorkaufs rrecht im Falle einer
Auflösung der Assoziation einräumte. Allein es liegt auf der Hand, daß
die Ausübung dieses Rechtes immerhin eine prekäre ist. Andrerseits bleiben
die Prätensionen Poriugals bestehen und England kann seinen einmal gescheilerten
Versuch wieder aufnehmen. Somit, als die deutsche Regierung
die Pourparlers über die Konferen) wieder begann, begrüßte die frangösische
Negierung dieselben günstig. Das Programm wurde zwischen Hrn. Jules
Ferry und dem Fürsten Hohenlohe diskutiert, und man kam überein. daß
jolgenh. drei Punkte der Konferenz unterbreilet werden sollen: 1) Freiheit
* Handels und freier Zugang für alle Flaggen auf dem Kongo; 2) Hersellene
eines ähnlichen Regimes d. D. Handelefreiheit und freier Jugang
für albe Flaggen auf dem Niger; 3) Definierung des Ollkupalionsrechts von
Territorien, die noch nicht der Flagge einer zivilisierten Nation unterworfen
sind. Der erste Punkt bezweckt, in Zukunft jeden neuen Versuch zur Errichiung
von Zöllen am Rongo zu verhindern. Der Handel wird nur
solchen Abgaben unterworfen sein können, die zur Bestreitung allgemein nützlicher
Aus- egaben. als für Leuchttürme und Qnais, dienen. Wahrscheinlich
wird man für die Regnlierung dieser lokalen Fragen die Einsehung einer
internationalen Kommission, ähulich der Donankommission, vorschlagen. Die
Herstellung eines gleichen Regimes auf dem Niger wird den französischen
und fremden Hänsern, die dort mit den englischen in Konkurrenz Handel
treiben, die nölige Sicherheit für die Handelsfreiheit auf diesem großen afrilauischen
Strom, dessen Della durch englische Besihungen eingeschlossen ist,
geben. Was die Definierung des Okkupationsrechts anbelangl, so bekrachtet