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nes Freundes Leopold von Dessau ganz an
den Kaiser an und erkannte in den Verträgen
von Hnigs-usterhausen 1726 und
Berlin 1728 die Pragmatische Sanktion
an, wofür ihm die Erbfolge im Herzogtum
Berg zugesichert wurde. Darüber zerschluen
sich die mit dem englischen Königshaus
verabredeten Heiraten seiner Kinder,
was zu den ärgerlichsten Familienstreitigkeiten
Anlaß gab, da die Königin diese
Kiraten lebhaft gewünscht hatte. Von
sterreich aber wurde F. Wilhelm mit
Undank belohnt, indem es 1738 Ber
sowie Jülich dem Haus Pfalz-Sulzba
versprach. Der König war mit Sophie
Dorothea von Hannover vermählt, die
ihm vier Söhne und mehrere Töchter gebar.
Die angestrengte Thätigkeit, von
welcher er sich nur im Tabakskolleg und
auf der Jagd Erholun gönnte, die Strapazen,
die er sich auf seinen Inspektionsrssen
zumutete, zerrütteten früh die robuste
Gesundheit des Königs, so daß er schon
31. Mai 1740 starb. Vgl.= Die Memoiren
der Markgräfin Friederike Sophie Wilhelmine
von Baireuth 1706—42.= (deutsch
von *ms 1845); F. Förster, F. Wil-]ss
ichte der preußischen Politi . 4,
Abt. 2—4, Fbishe
19) F. II., der Große, auch wohl der
Einzige genannt, Sohn des vorigen und
der Käni#n Sophie Dorothea, ward 24.
Jan. 1712 zu Berlin geboren. Die nüchterne
Erziehungsart seines Vaters, welcher
die Litteratur, klasfische wie moberne,
völlig aus dem Lehrplan ausschloß, veranlaßte
den jungen rinzen, heimlich verbotene
Studien zu treiben, und begründete
den Gegensatz gegen den Vater. Diesen
brachten des Prinzen Gleichgültigkeit für
militärische übungen, sein Hang zum
Prunk und zur Verschwendung, endlich
die geheimen Intrigen wegen der Heirat
mit einer englischen Prinzessin, in denen
jener ganz auf seiten der Mutter stand,
mehr und mehr genen den Sohn auf. Körperliche
Mißhandlungen, von höhnischen
Bemerkungen über des Sohns Feigheit begleitet,
veranlaßten diesen zu dem Entschluß,
nach England zu entfliehen; indes
der 1730 auf einer Reise in der Nähe von
Friedrich (Preußen: Friedrich II.).
eilbronn unternommene Versuch mißang,
und ein aufgefangener Brief Friedrichs
an seinen Vertrauten Katte enthüllte
dem König den ganzen Plan. Dieser setzte,
nachdem er F. nach der Mark als Gefangenen
hatte transportieren lassen, ein Kriegsgericht
ein, um ihn als Deserteur zum Tod
verurteilen zu lassen. Indes dasselbe weigerte
sich, üUber den Kronprinzen ein Urteil
zu fällen; die fremden Höfe, auch der
kaiserliche, verwendeten sich für das Leben
Friedrichs, und so begnügte sich der König
damit, ihn nach Küstrin in strenge Haft
u schicken, während Katte seine geringe
—/## auf dem sott büßen mußte.
Der schreckliche Vorfall brachte eine völlige
Sinnesänderung Friedrichs zuwege, schon
in Küstrin widmete er sich mit Eifer ernster
Arbeit, hier lernte er an der Domänenkammer
die preußische Staatsverwaltung
kennen. Seine Unterwerfung unter
den Willen des Vaters in betreff seiner
Heirat mit der Prinzessin Elisabeth von
raunschweig führte 1732 die völlige Versöhnung
mit demselben herbei. F. erhielt
ein Regiment in Neu-Ruppin und später
die schaft Rheinsberg. Hier verlebte
der Kronprinz glückliche Jahre im Verkehr
mit geistreichen Freunden, vergaß aber bei
der Beschäftigung mit Philosophie und
Litteratur seine Pflichten als Thronerbe
und Soldat nicht.
Als er 31. Mai 1740 den Thron bestieg,
war er zunächst bestrebt, durch Abschaffung
der Tortur, der Iagoplage die
Zurückberufung des Philosophen Wolff
nach Halle u. a. manche Härten der Reierung
seines Vorgängers zu beseitigen.
enn er auch den geistigen Intere en
der Nation ein reges Verständnis entgegenbrachte,
so befolgte er doch in der
taatsverwaltung die Grundsätze seines
Vaters. Er betrachtete sich als den ersten
Diener des Staats, sah in der Verwaltung
auf Sparsamkeit und Pünktlichkeit, in
der Rechtspflege auf Schnelligkeit und Unparteilichkeit.
Das Heer vermehrte er sofort
um 16,000 Mann und wartete nur
auf die Gelegenheit, um die neu geschaffene
Macht seines Staats zur Erweiterung seiner
Grenzen auszubeuten. Als Kaiser
Karl VI. 20. Okt. 1740 starb, machte F.